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19 years later oder: Der Tag, an dem Harry Potter endete

Heute ist der 1. September 2017. Das ist der Tag, an dem Harry, Ginny, Hermione und Ron im Epilog von „Harry Potter and the Deathly Hallows“ ihre Kinder zum Hogwarts Express bringen.
Ich bin aus verschiedenen Gründen kein Fan des Epilogs, aber das macht mich nun doch gerade etwas sentimental und mehr als das: Es kommt mir gerade vor, als würde sich heute die magische Welt von Harry Potter ein letztes Mal mit unserer Muggelwelt verbinden.
(Jaja, ich weiß schon, es gibt noch „The Cursed Child“, aber nach dem, was ich darüber gehört habe, ignoriere ich es bisher lieber)

Ich habe Harry Potter relativ früh für mich entdeckt – als gerade die ersten deutschen Übersetzungen erschienen waren (damals war im 1. Band noch von „Sirius Schwarz“ die Rede) und in meiner Umgebung niemand die Bücher kannte. Das war 1998 und ich gerade 15 Jahre alt. Bis zum Erscheinen des letzten Films, der für mich persönlich den Endpunkt der Reihe darstellte, hatte mich Harry Potter also nicht weniger als 13 Jahre lang begleitet. 
Ich hatte einige der Bände viele Male gelesen, Jahre des quälenden Wartens überstanden (oh sweet summer child, was wusste ich vor „A Song of Ice and Fire“ schon übers Warten …) und im Rahmen eines Seminars über Vaterfiguren in der Kinder- und Jugendliteratur sogar eine Arbeit über „Harry Potter als elternloser Held“ geschrieben.
2015 besuchte ich dann die Filmstudios in Leavesden, was wirklich ein einzigartiges Erlebnis war. 
Von Juli 2016 bis März 2017 habe ich alle englischen Hörbücher, gelesen von Stephen Fry, gehört und das war für mich seit dem Erscheinen des letzten Bandes 2007 die erste Rückkehr zu den Büchern. Ich hatte wieder eine unglaubliche Freude mit den ersten drei Bänden, hatte danach einen kleinen Durchhänger mit den nächsten drei, die schon früher nicht meine liebsten gewesen waren und durfte am Ende wieder sehr spannene Stunden mit dem letzten Band erleben, bei dem ich die teils recht negativen Stimmen nie nachvollziehen konnte. Insgesamt habe ich damit nicht weniger als 127,5 Stunden mit den Hörbüchern verbracht und danach war ich traurig, als es vorbei war.
Man kann also sagen, dass Harry Potter noch immer eine gewisse Rolle in meinem Leben spielt – und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Kritik am Hype, an der Kommerzialisierung, den Filmen und dem Merchandising hin oder her – vergessen wir nicht, dass die Erfolgsgeschichte einst mit einer Kleinauflage von 500 Exemplaren begonnen hat und es zuallererst ein lesergemachter Hype war. 
Harry Potter war (oder ist) ein einzigartiges Phänomen und ich bin froh, dass ich es miterleben und mitgenießen durfte.

2 thoughts on “19 years later oder: Der Tag, an dem Harry Potter endete

  1. Und davor standen ja noch die ganzen Ablehnungen von den Verlagen und die Armut der Autorin.

    Ich kann mich noch erinnern, dass eine Klassenkameradin den ersten Band im Unterricht vorstellte. Und ich meine, dass ich nach dem Erscheinen des zweiten Bandes dann mit den Büchern angefangen habe. Kann mich also definitiv als Fan bezeichnen, bevor der ganz große Hype los ging.

    Und wenn ich mir anschaue, was sonst so an Schrott gehypt wird, dann hat Harry Potter den Hype wesentlich mehr verdient. Die Filme habe ich auch gern gesehen und ohne Hype wäre es zu ihnen nie gekommen.

    Ich bin sicher, wir werden noch den ein oder anderen Hype erleben (aber dass George R.R. Martin die Reihe fertig schreibt, darauf würde ich kein Geld setzen *duck*).

    1. Ich finde auch, dass Harry Potter durchaus ein verdienter Hype ist – alleine schon, wenn man sich anschaut, wieviele Kinder dadurch zum Lesen gefunden haben (etwa auch meine Nichte).
      Es gab seither ja auch den einen oder anderen Hype, aber das kam mir doch alles deutlich kurzlebiger vor (z.B. Hunger Games oder auch Twilight). Ich denke, eins der wesentlichen Aspekte von Harry Potter ist nicht nur die so liebevoll ausgearbeitete Zauberwelt, sondern auch, dass es über Harry hinaus sehr viele Identifikationsfiguren gibt. Dadurch spricht es einfach eine sehr breite Leserschicht an.

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