Krimi/Thriller Rezensionen

Robert Galbraith – Weißer Tod

ungekürztes Hörbuch, gelesen von Dietmar Wunder
erschienen bei Random House Audio

Im 4. Band rund um den Privatdetektiv Cormoran Strike und seine Partnerin Robin Ellacott bekommen die beiden Ermittler es mit Erpresserbriefen an einen Minister zu tun, die in dessen nicht ganz lupenreine Vergangenheit führen. Und irgendwie scheint im Zusammenhang damit auch der Fall eines psychisch labilen Mannes zu stehen, der glaubt, als Kind ein schlimmes Verbrechen mit angesehen zu haben.

 

Der neue Fall aus der Feder von Galbraith aka Rowling hat mir von der Krimihandlung her wieder deutlich besser gefallen als sein Vorgänger, der mir in vielerlei Hinsicht zu extrem und leider auch zu schnell zu durchschauen war. Hier dagegen fand ich die Ermittlungen in den politischen Kreisen sehr spannend und auch schön verwickelt. Im Zentrum stehen ein konservativer Politiker, der mit einem ominösen Ereignis in seiner Vergangenheit erpresst wird, und dessen komplexe Familienverhältnisse. Mit hineinverwoben werden auch die olympischen Spiele in London 2012, die einen interessanten Hintergrund abgeben. Am Ende werden alle Fäden geschickt verwoben, auch wenn mich die Auflösung nicht hundertprozentig überzeugen konnte.

Dennoch ist es ein solider Krimifall, bei dem ich mich schon auf die filmische Umsetzung freue. Worauf ich mich in dem Zusammenhang aber auch freue, ist die notwendige Kürzung, die mit der Verfilmung einhergehen wird. „Weißer Tod“ hat 856 Seiten bzw. etwas über 21 Hörbuchstunden und davon hätte man meiner Meinung nach gut und gerne ein Viertel wegkürzen können. Ja, Rowling hat einen guten Blick für Details und die Alltagsszenen sind entsprechend scharfsinnig beschrieben, aber trotzdem ist sie hier in vielerlei Hinsicht übers Ziel hinausgeschossen. Besonders mühsam fand ich die Handlungsstränge rund um das Privatleben von Cormoran und Robin – nicht, weil ich die beiden uninteressant finden würde, sondern weil sich vieles bei ihnen schon seit mehreren Bänden im Kreis dreht. Viele von Robins Entscheidungen konnte ich nicht nur nicht nachvollziehen, sondern fand sie auch sehr anstrengend zu lesen.

Da ich Cormoran und Robin wirklich gern mag und wissen möchte, wie es mit ihnen und den anderen liebgewonnen Figuren weitergeht, werde ich die Reihe wohl trotzdem weiterlesen. Es bleibt immerhin die Hoffnung, dass sich der nächste Band endlich einmal von der ewigen „will they, won’t they“-Frage wegbewegt.

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