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	<title>Literaturnobelpreis &#8211; Neyashas Allerlei</title>
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	<description>Vom Lesen, Schreiben und von kreativen Dingen</description>
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		<title>Olga Tokarczuk &#8211; Gesang der Fledermäuse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Apr 2021 17:31:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gegenwartsliteratur]]></category>
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					<description><![CDATA[Hörbuch erschienen bei Der Audioverlag ungekürzt; gelesen von Angelika Thomas Die Englischlehrerin Janina Duszejko wohnt in Polen auf einem Hochplateau unweit der tschechischen Grenze. Obwohl sie einige enge Freunde hier hat, ist sie doch eine schrullige Einzelgängerin, die sich den Tieren enger verbunden fühlt als den Menschen. Als es in der Umgebung zu rätselhaften Todesfällen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class=" wp-image-8257 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/04/fledermäuse-285x300.jpg" alt="" width="181" height="190" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/04/fledermäuse-285x300.jpg 285w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/04/fledermäuse.jpg 680w" sizes="(max-width: 181px) 100vw, 181px" /><em> Hörbuch erschienen bei <a href="https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/gesang-der-fledermaeuse-tokarczuk-olga-978-3-7424-1553-0/">Der Audioverlag</a></em><br />
<em>ungekürzt; gelesen von Angelika Thomas</em></p>
<p>Die Englischlehrerin Janina Duszejko wohnt in Polen auf einem Hochplateau unweit der tschechischen Grenze. Obwohl sie einige enge Freunde hier hat, ist sie doch eine schrullige Einzelgängerin, die sich den Tieren enger verbunden fühlt als den Menschen. Als es in der Umgebung zu rätselhaften Todesfällen kommt, ist für sie ganz klar, dass die Tiere nun Rache üben für die an ihnen begangenen Vebrechen.</p>
<p>Olga Tokarczuk, 1962 in der polnischen Stadt Sulechów geboren, erhielt 2018 den Nobelpreis für Literatur. Sie veröffentlichte bereits als Jugendliche Erzählungen in Magazinen und 1993 schließlich ihren ersten Roman &#8222;Podróż ludzi księgi&#8220; (<i>Reise der Buchmenschen</i>). &#8222;Gesang der Fledermäuse&#8220; erschien 2009 und wurde unter dem Titel &#8222;Die Spur&#8220; auch verfilmt.</p>
<p>Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Janina erzählt und beginnt gleich mit der Entdeckung des ersten Toten, eines Wilderers, der an einem Rehknochen erstickt ist. Nach diesem rasanten Einstieg lernt man allmählich den Alltag von Janina kennen: Sie unterrichtet in der Dorfschule Englisch, hütet im Winter die Ferienhäuser von reichen Städtern, beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit Astrologie und übersetzt gemeinsam mit ihrem Freund Dysio Gedichte von William Blake.</p>
<p>Sie macht zunächst den Eindruck einer einfachen, wenn auch etwas schrulligen Frau, der niemand Gehör schenken will, als sie das grausame Verhalten einiger Bewohner den Tieren gegenüber anprangert. Frustriert von der Gleichgültigkeit der Polizei und der Heuchelei der Kirche wird ihr Tonfall zunehmend schärfer und als sie dann bei weiteren Todesfällen überzeugt davon ist, dass es sich um die Rache der Tiere handelt, zweifeln ihre Mitmenschen auch zunehmend an ihrem Geisteszustand. Ich als Leserin zweifelte dagegen immer mehr daran, ob es sich bei ihr überhaupt um eine zuverlässige Erzählerin handelt. Diese Zweifel verleihen dem Roman nochmal eine zusätzliche Würze, der auch sonst durch seine krimiartige Handlung zu fesseln weiß.</p>
<p>Mir haben auch die bildhafte Sprache, die das Hochplateau und seine Bewohner sehr anschaulich zum Leben erweckt, und der oft ironische Tonfall sehr gut gefallen. Obwohl &#8222;Gesang der Fledermäuse&#8220; ernste Themen wie Zivilisationskritik und Tierquälerei behandelt, ist es nämlich dank seines schwarzen Humors auch ein witziges Buch. Die facettenreiche Lesung von Angelika Thomas unterstreicht diesen Humor noch und ist auch sonst sehr gut gelungen.</p>
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		<title>Sigrid Undset &#8211; Viga-Ljot und Vigdis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Nov 2019 20:01:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei Hoffmann und Campe &#160; Als der junge Isländer Ljot mit seinem Ziehvater nach Norwegen reist, lernt er dort Vigdis, die Tochter eines reichen und angesehenen Bauern kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, aber Vigdis schreckt zugleich vor Ljots unbeherrschter Art zurück. Doch Ljot will nicht länger auf sie warten und vergewaltigt sie &#8211;&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="wp-image-6293 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2019/11/viga-ljot-184x300.jpg" alt="" width="147" height="240" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2019/11/viga-ljot-184x300.jpg 184w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2019/11/viga-ljot.jpg 306w" sizes="(max-width: 147px) 100vw, 147px" /> <em>erschienen bei <a href="http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/viga-ljot-und-vigdis-buch-11899/">Hoffmann und Campe</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als der junge Isländer Ljot mit seinem Ziehvater nach Norwegen reist, lernt er dort Vigdis, die Tochter eines reichen und angesehenen Bauern kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, aber Vigdis schreckt zugleich vor Ljots unbeherrschter Art zurück. Doch Ljot will nicht länger auf sie warten und vergewaltigt sie &#8211; eine Tat, die fortan ihrer beider Leben beeinflusst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sigrid Undset, die 1882 geborene norwegische Schriftstellerin, ist vor allem durch ihren dreibändigen Roman <i>Kristin Lavranstochter</i> bekannt, für den sie 1928 den Literaturnobelpreis erhielt. Da Norwegen dieses Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse war, wurde nun ihr Erstlingswerk <em>Viga-Ljot und Vigdis</em> von Gabriele Haefs neu übersetzt.</p>
<p>Es handelt sich bei diesem Roman, der wohl um das 10. Jh. herum angesiedelt ist, nicht um einen gängigen historischen Roman, denn die Autorin hat diesen im Stil einer altisländischen Saga verfasst. Wer schon länger auf meinem Blog mitliest, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich vor Jahren für meine (mittlerweile abgebrochene) Dissertation Unmengen von <a href="https://neyasha.at/2013/02/05/islandersagas-bauern-prugeln-sic/">Isländersagas gelesen habe</a>. Ich bin mit dem Genre also ganz gut vertraut und fand es beeindruckend, wie gut Sigrid Undset den Stil der Sagas einfängt. Die Erzählweise ist schlicht und nüchtern, aber dennoch sehr bildreich; die Figuren werden vor allem durch Handlungen und Dialoge charakterisiert. Auch die Themen rund um Handelsreisen, Familienfehden und Racheschwüre sind sehr typisch für Sagas.</p>
<p>Ganz im Mittelpunkt der Handlung stehen Ljot und Vigdis, deren Geschichte zunächst romantisch beginnt, dann aber schnell ins Gegenteil umschlägt. Vigdis, die sich zu dem gutaussehenden jungen Mann hingezogen fühlt, wird unsicher, als Ljot sich bei einem Vorfall sehr jähzornig und arrogant verhält. Ljot wiederum, der sich ihrer schon sicher war, will ihre Ablehnung nicht akzeptieren und glaubt, dass er sie durch die Vergewaltigung zu einer Heirat zwingen kann. Aber Vigdis nimmt lieber die Folgen einer unehelichen Schwangerschaft auf sich und schwört Ljot Rache.</p>
<p>Sigrid Undset spricht in diesem Roman sehr moderne Themen an &#8211; es geht um Selbstbestimmung, um einen Mann, der die Zurückweisung einer Frau nicht akzeptieren will und auch um die persönlichen und gesellschaftlichen Folgen einer Vergewaltigung. Interessant finde ich die doppelt historische Ebene: Undset verlegt die Geschichte ins frühe Mittelalter, schreibt selbst aus der Sicht vom Beginn des 20. Jahrhunderts und dennoch behandelt sie darin Fragen, die heute noch relevant sind.</p>
<p>Zudem schildert die Autorin sehr eindrucksvoll, wie Ljot mit seiner Tat ihrer beider Leben zerstört. Vigdis ist fortan von Hass und den Gedanken nach Rache erfüllt, lehnt zunächst ihren Sohn ab und legt dann ihm die Bürde der Rache auf. Ljots Leben ist hingegen von Schuldgefühlen und Gedanken an Vigdis bestimmt; er findet in Island in seiner Ehe kein Glück und lässt sich immer wieder von seinem gekränkten Ego zu unbedachten Taten verleiten, die zu seinem sozialen Abstieg führen.</p>
<p>Ich fand &#8222;Viga-Ljot und Vigdis&#8220; sehr faszinierend zu lesen. Es ist eine düstere und traurige Geschichte, die sich stimmig in die erzählte Zeit einfügt, aber dennoch in vielen Aspekten zeitlos wirkt. Mich hat außerdem sehr beeindruckt, wie gut Sigrid Undset den Stil der Sagas einfängt. Einen modern erzählten Roman darf man daher nicht erwarten, aber gerade das macht den Reiz dieses Buches aus und ich bin froh, dass es im Zuge des Gastlandauftrittes nun wieder entdeckt wurde.</p>
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		<title>Literaturnobelpreis 2018 und 2019</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2019 21:27:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesegeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem der Literaturnobelpreis 2018 ganz von den Skandalen rund um die Schwedische Akademie dominiert und die Preisvergabe schließlich um ein Jahr verschoben wurde, wurden dieses Jahr nun zwei Preise vergeben. Der Literaturnobelpreis von 2018 geht an die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk, der von 2019 an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke. Olga Tokarczuk wurde 1962 in&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem der Literaturnobelpreis 2018 ganz von den Skandalen rund um die Schwedische Akademie dominiert und die Preisvergabe schließlich um ein Jahr verschoben wurde, wurden dieses Jahr nun zwei Preise vergeben. Der Literaturnobelpreis von 2018 geht an die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk, der von 2019 an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke.</p>
<p><b>Olga Tokarczuk</b> wurde 1962 in Sulechów&nbsp;geboren und studierte Psychologie an der Universität Warschau. Sie arbeitete als Therapeutin, ehe 1989 mit der Gedichtsammlung &#8222;Miasta w lustrach&#8220; (<em>Städte in Spiegeln)</em> ihr erstes Buch erschien. Danach veröffentlichte sie sowohl Romane &#8211; darunter &#8222;Prowadź swój pług przez kości umarłych&#8220; (<i>Der Gesang der Fledermäuse)</i> &#8211; als auch kürzere Formen wie Erzählungen und Essays. Mir war ihr Name zwar schon ein Begriff, aber gelesen habe ich von ihr bisher noch nichts.</p>
<p>Dagegen bin ich natürlich um <strong>Peter Handke</strong>, der 1942 in Griffen geboren wurde, im Studium nicht herumgekommen. Peter Handke wuchs in Kärnten und Berlin auf, studierte Rechtswissenschaften in Graz und brach kurz vor dem Abschluss sein Studium ab, um sich ganz um sich ganz seiner Tätigkeit als Schriftsteller zu widmen. Seit den 70er Jahren unternahm er einige Reisen und verbrachte auch immer wieder eine längere Zeit im Ausland; seit 1990 lebt er hauptsächlich in Paris. Er veröffentlichte so viele Werke &#8211; von Romanen und Erzählungen über Theaterstücke bis hin zu Drehbüchern -, dass ich hier gar nicht erst mit Aufzählungen anfange. Ich selbst habe von ihm bislang &#8222;Publikumsbeschimpfung&#8220; und &#8222;Wunschloses Unglück&#8220; im Rahmen des Studiums gelesen. Politisch ist Peter Handke allerdings aufgrund seiner pro-serbischen Position bei den Konflikten am Balkan nicht unumstritten und die Vergabe des Preises dementsprechend auch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit den neuesten Preisträgern sind es nun 15 ausgezeichnete Frauen von insgesamt 115 Literaturnobelpreisträgern; 85 mal ging der Nobelpreis bisher nach Europa. Somit war und ist der Literaturnobelpreis weiterhin sehr männlich-europäisch dominiert und bildet sicher nicht die Vielfalt der Weltliteratur ab. Ich bezweifle auch, dass sich das in absehbarer Zeit noch ändern wird; schade finde ich es dennoch, dass jetzt schon wieder zwei europäische Preisträger hinzugekommen sind.</p>
<p>Nichtsdestotrotz freue ich mich aber darauf, dass mir dank des Preises Olga Tokarczuk ins Bewusstsein gerufen wurde und ich werde vielleicht auch wieder einmal zu Peter Handkes Werke greifen (erstmals seit dem Studium).</p>
<p>Und wie geht es euch mit den beiden Preisträgern? Seid ihr überrascht? Habt ihr schon etwas von Olga Tokarczuk oder Peter Handke gelesen? Wenn ja: Wie hat es euch das gefallen? Könnt ihr mir etwas bestimmtes empfehlen?</p>
<p><em><strong>Nachtrag: Ich habe mich, um ehrlich zu sein, davor gedrückt, auf die Problematik von Handkes politischer Position hier genauer einzugehen, aber in den Kommentaren wurde es thematisiert und mich würden eure Ansichten dazu sehr interessieren!</strong><br />
</em></p>
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		<title>Grazia Deledda &#8211; Schilf im Wind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jan 2019 20:28:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei Manesse &#160; Grazia Deledda, die 1926 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde 1871 auf Sardinien geboren und starb 1936 in Rom. Sie veröffentlichte bereits als junges Mädchen sardischen Zeitungen Erzählungen und Gedichte und schrieb zahlreiche Romane, von denen viele Sardinien als Schauplatz haben. So auch &#8222;Schilf im Wind&#8220;, das zu einem ihrer bekanntesten&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class=" wp-image-5636 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2019/01/schilfimwind-1-177x300.jpg" alt="" width="147" height="249" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2019/01/schilfimwind-1-177x300.jpg 177w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2019/01/schilfimwind-1.jpg 350w" sizes="(max-width: 147px) 100vw, 147px" /><em>erschienen bei <a href="https://www.randomhouse.de/Buch/Schilf-im-Wind/Grazia-Deledda/Manesse/e224343.rhd">Manesse</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Grazia Deledda, die 1926 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde 1871 auf Sardinien geboren und starb 1936 in Rom. Sie veröffentlichte bereits als junges Mädchen sardischen Zeitungen Erzählungen und Gedichte und schrieb zahlreiche Romane, von denen viele Sardinien als Schauplatz haben.</p>
<p>So auch &#8222;Schilf im Wind&#8220;, das zu einem ihrer bekanntesten Werke gehört. Es erzählt von Efix, der als Knecht auf einem halb verfallenen Landgut für die Damen Pintor arbeitet. Deren Schwester Lia war einst aufs Festland geflohen, um dem kargen Leben und der Unterdrückung durch den Vater zu entkommen. Als nun ihre Sohn Don Giacinto sein Kommen ankündigt, hegt Efix neue Hoffnungen für den Gutshof, während die Tanten alles andere als erfreut sind.</p>
<p>Im Zentrum von Deleddas Roman steht also einerseits eine Familiengeschichte mit einer verwickelten Vergangenheit, andererseits aber die Insel Sardinien selbst. In kraftvollen Bildern schildert die Autorin die raue Landschaft und das ärmliche Leben in einem kleinen Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sagen, Mythen und Gespenster scheinen allgegenwärtig in dieser Welt und in den abergläubischen Vorstellungen der Dorfbewohner.</p>
<p>Zusammen mit Efix&#8216; Stimmungen wechselt auch die Stimmung des Romans zwischen Freude und Schwermut. Der Knecht versucht zwar verzweifelt an seinen Hoffnungen festzuhalten, muss aber bald feststellen, dass bei Giacinto vieles eher Schein als Sein ist. Mir hat sehr gut gefallen, wie Deledda hier das Gefühl einer dunklen Vorahnung aufbaut. Obwohl der Roman nicht in dem Sinne spannend ist, entwickelt er gerade im Mittelteil doch einen Sog, der ihn mich nur schwer aus der Hand legen ließ.</p>
<p>Ansonsten ist &#8222;Schilf im Wind&#8220; eine eher ruhige Erzählung, die sich intensiv mit den Konzepten von Schicksal, Schuld und Buße auseinandersetzt. Mir haben sowohl die Beschreibungen von Sardinien als auch die Geschichte rund um die Familie Pintor und deren Geister der Vergangenheit sehr gut gefallen. Deledda entwirft eine ganze Reihe von faszinierenden Figuren; zwar steht Efix klar im Mittelpunkt, aber auch die Nebenfiguren sind sehr interessant ausgestaltet.</p>
<p>Ich bin sehr froh, dass ich dank meiner persönlichen Nobelpreis-Challenge diesen Roman entdeckt habe und kann mir vorstellen, dass ich durchaus noch das eine oder andere Werk von Grazia Deledda lesen werde.</p>
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		<title>Toni Morrison &#8211; Die Herkunft der anderen. Über Rasse, Rassismus und Literatur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2018 20:06:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; erschienen bei Rowohlt &#160; 2016 hielt die amerikanische Literaturnobelpreis-Trägerin Toni Morrison eine Vorlesungsreihe an der Harvard University zum Thema Rassismus und Literatur. Die Vorträge wurden 2017 auf Englisch publiziert und 2018 schließlich auf Deutsch übersetzt. In den sechs Essays beleuchtet die Autorin das Thema Rasse und Rassismus und besonders auch das Konzept des &#8222;Andersseins&#8220;.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5401 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/10/morrison-186x300.jpg" alt="" width="155" height="250" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/10/morrison-186x300.jpg 186w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/10/morrison.jpg 309w" sizes="auto, (max-width: 155px) 100vw, 155px" />&nbsp; <a href="https://www.rowohlt.de/hardcover/toni-morrison-die-herkunft-der-anderen.html"><em>erschienen bei Rowohlt</em> </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>2016 hielt die amerikanische Literaturnobelpreis-Trägerin Toni Morrison eine Vorlesungsreihe an der Harvard University zum Thema Rassismus und Literatur. Die Vorträge wurden 2017 auf Englisch publiziert und 2018 schließlich auf Deutsch übersetzt.</p>
<p>In den sechs Essays beleuchtet die Autorin das <span class="cr-widget-FocalReviews" data-hook="cr-widget-FocalReviews"><span class="a-size-base review-text" data-hook="review-body">Thema Rasse und Rassismus und besonders auch das Konzept des &#8222;Andersseins&#8220;. Sie geht der Frage nach, woher diese Vorstellung und Abgrenzung von den &#8222;anderen&#8220; kommt, was das für die eigene Identität und das Gefühl einer Zugehörigkeit bedeutet und wie auf diese Weise auch menschliche Verbrechen legitimiert wurden (und werden). Dabei bezieht sich Toni Morrison sowohl auf aktuelle Ereignisse als auch auf den Umgang mit Sklaven im 19. Jahrhundert.<br />
</span></span></p>
<p>Vor allem aber geht es auch um den literarischen Umgang mit Rassismus. Toni Morrison schafft verschiedene Zugänge zu diesem Thema &#8211; so geht es etwa in einem Kapitel um die Romantisierung von Sklaverei und in einem anderen um die Darstellung von Afrika in der (westlichen) Literatur. Sie stellt einige &#8211; positive wie negative &#8211; literarische Werke beispielhaft in den Mittelpunkt und bespricht z.B. &#8222;Onkel Toms Hütte&#8220; von Harriet Beecher Stowe, &#8222;Der Garten Eden&#8220; von Ernest Hemingway und &#8222;Der Blick des Königs&#8220; von Camara Laye. Besonders interessant ist die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Werken. So erzählt sie die traurige Geschichte von <span class="rtr-schema-org">Margaret Garner</span>, die den historischen Hintergrund von &#8222;Menschenkind&#8220; bildet und erläutert auch, wie sie sich literarisch dem Thema Rassismus nähert und was die Intention ihrer Romane ist.</p>
<p>Ich habe &#8222;Die Herkunft der anderen&#8220; sehr interessant gefunden. Es ist ein (notwendig) unbequemes Buch, das sowohl Probleme der Vergangenheit anspricht als auch aktuelle Konflikte beleuchtet. <span class="a-size-base review-text" data-hook="review-body">Dennoch sind die Essays nicht hoffnungslos &#8211; Toni Morrison überlegt auch, wie man den Problemen begegnen kann. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt trotzdem: Seit sie die Vorträge im Sommer 2016 gehalten hat, hat sich die Weltpolitik nicht gerade zum Positiven verändert.&nbsp;</span></p>
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		<title>Kazuo Ishiguro &#8211; The Remains of the Day</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2018 17:07:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gegenwartsliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei Faber &#38; Faber &#160; Für den Butler Stevens konzentriert sich seit Jahrzehnten sein gesamtes Leben auf seine Arbeit auf dem Landsitz Darlington Hall, auch als dieser nach dem Tod des Lords an den amerikanischen Millionär Farraday verkauft wird. Als Farraday zu einer längeren Reise in die USA aufbricht, macht sich Stevens zu einer&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-5282" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/08/remains-240x300.jpg" alt="" width="200" height="250" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/08/remains-240x300.jpg 240w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/08/remains.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></p>
<p><em>erschienen bei </em><a href="https://www.faber.co.uk/9780571258246-the-remains-of-the-day.html"><em>Faber &amp; Faber</em></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für den Butler Stevens konzentriert sich seit Jahrzehnten sein gesamtes Leben auf seine Arbeit auf dem Landsitz Darlington Hall, auch als dieser nach dem Tod des Lords an den amerikanischen Millionär Farraday verkauft wird. Als Farraday zu einer längeren Reise in die USA aufbricht, macht sich Stevens zu einer Fahrt durch England auf, um die ehemalige Haushälterin Miss Kenton zu besuchen und zur Rückkehr nach Darlington Hall zu überreden. Die Reise durch Cornwall wird zugleich zu einer Reise in Stevens Vergangenheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Japan geboren, lebte aber seit seiner frühen Kindheit in Großbritannien. Für seinen dritten Roman &#8222;The Remains of the Day&#8220;, der auch verfilmt wurde, erhielt er 1989 den Booker Prize. 2017 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.</p>
<p>In &#8222;The Remains of the Day&#8220; erzählt Ishiguro aus der Sicht eines Butlers, der sein gesamtes Leben lang nur das Ziel hatte, seinem Herrn zu dienen und ein perfekter Butler zu sein. Als er im Sommer 1956 zu der Fahrt durch England aufbricht, blickt er nicht nur auf sein eigenes Leben zurück, sondern auch auf die Appeasement-Politik seines Arbeitgebers Lord Darlington, der in den 1930er-Jahren Konferenzen und geheime Treffen bedeutender europäischer Politiker auf seinem Landsitz abhält.</p>
<p>Stevens stellt die Politik und die Ansichten von Lord Darlington nie in Frage. Um der ideale Butler zu sein, stellt er nicht nur alle persönlichen Bedürfnisse hinter seine Arbeit zurück, sondern hält es auch für seine Pflicht, seinen Dienstherrn nie auch nur in irgendeiner Weise zu beurteilen. Er ist so in seiner Rolle gefangen, dass er sich selbst durch seinen im Sterben liegenden Vater nicht von seinen Aufgaben ablenken lassen möchte. Zur Haushälterin Miss Kenton besteht zwar ein gewisses Vertrauensverhältnis, aber Stevens lehnt dennoch jegliche Art von Freundschaft und Gesprächen über private Themen ab.</p>
<p>Das zeigt vermutlich schon, dass Stevens keine ganz einfache und auch nicht gerade eine sympathische Figur ist. Ich fand es aber sehr faszinierend, über ihn zu lesen. Es ist eine fremde und manchmal zwar ironisch überzeichnete, trotzdem aber authentisch wirkende Gedankenwelt, in die man hier eintaucht. Zugleich handelt es sich bei Stevens um einen sehr <span class="a-size-base review-text" data-hook="review-body">unzuverlässigen Erzähler, der noch nicht einmal mit sich selbst ehrlich ist. Er lässt bewusst Wichtiges aus und redet sich alles schön, was nicht in sein Weltbild passt oder ein zu schlechtes Licht auf ihn oder Lord Darlington werfen könnte.</span></p>
<p>Auch, wenn ich nicht unbedingt Sympathie für ihn empfinden konnte, ist es mir nicht schwer gefallen, mich auf seine Perspektive einzulassen und ich habe ihn unweigerlich bedauert. Am Ende stellt sich &#8211; auch für Stevens &#8211; die Frage, <span class="a-size-base review-text" data-hook="review-body">ob er sein gesamtes Leben der falschen Sache geopfert bzw. verschwendet hat. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8222;The Remains of the Day&#8220; ist ein sehr ruhiges, aber äußerst interessantes Buch über eine untergehende Gesellschaft und einen Butler, der sich mit aller Kraft an den Prinzipien festhalten möchte, die sein ganzes Leben bestimmt haben &#8211; völlig ungeachtet dessen, ob sie noch zeitgemäß sind oder es überhaupt jemals waren. Mir hat es sehr gut gefallen, einerseits der interessanten Perspektive wegen und andererseits auch, weil er sprachlich äußerst lesenswert ist. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Roman nicht jedermanns Sache ist, aber ich persönlich kann ihn trotz mancher Längen wärmstens weiterempfehlen. Auch der leise Humor und der durchaus ironische Blick auf die britische Upper Class haben mir gut gefallen.</p>
<p>Sehr gelungen ist auch die ungekürzte Hörbuchfassung, die von Dominic West ganz wunderbar gelesen wird.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>[Kurzrezensionen] Von Kulturschock, Wölfen und Reklame</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Mar 2018 18:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi/Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Pearl S. Buck &#8211; Ostwind &#8211; Westwind Pearl S. Buck, die 1892 in West Virginia geboren wurde, aber einen großen Teil ihres Lebens in China lebte, erhielt 1938 den Literaturnobelpreis. In ihrem ersten Roman &#8222;Ostwind &#8211; Westwind&#8220; wird die sehr traditionell erzogene Chinesin Kuei-lan mit einem Mann verheiratet wird, der in den USA Medizin studiert&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Pearl S. Buck &#8211; Ostwind &#8211; Westwind</b></p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;" href="https://4.bp.blogspot.com/-Zhb_OrDqRUI/WqVyLz5Z-6I/AAAAAAAAGXA/0bYH8h-G5CMbnP_Au3gKFJmGDwMP4_DiQCLcBGAs/s1600/ostwind.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/03/ostwind.jpg" data-original-height="300" data-original-width="197" width="131" height="200" border="0"></a></div>
<div style="text-align: justify;">Pearl S. Buck, die 1892 in West Virginia geboren wurde, aber einen großen Teil ihres Lebens in China lebte, erhielt 1938 den Literaturnobelpreis. In ihrem ersten Roman &#8222;Ostwind &#8211; Westwind&#8220; wird die sehr traditionell erzogene Chinesin Kuei-lan mit einem Mann verheiratet wird, der in den USA Medizin studiert hat und sich seither mehr dem westlichen Lebenswandel zugehörig fühlt. Es kommt daraufhin zu einem Zusammenprall von zwei Kulturen, der zunächst beide Ehepartner in Einsamkeit zurücklässt. Nach und nach beginnt sich schließlich Kuei-lan an die Veränderungen anzupassen und lernt auch einige Vorzüge dieser ihr so fremden Lebensweise kennen &#8211; etwa, dass sie sich ihre Füße nicht mehr binden muss.&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Ich fand die Entwicklung von Kuei-lan und auch die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Eheleuten sehr interessant zu lesen. Ich bin mir nicht sicher, wie realistisch die Autorin die chinesische Kultur der 1920er Jahre zeichnet, da sie selbst sie ja letztendlich doch nur von &#8222;außen&#8220; erlebt hat, aber ganz allgemein ist der Roman eine gelungene Darstellung einer Frau, die sich zwischen zwei Lebensweisen hin- und hergerissen fühlt.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;"><b>Joan Aiken &#8211; The Wolves of Willoughby Chase</b></div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;" href="https://1.bp.blogspot.com/-nWFRGCgSqNg/WqV3e7FpQ6I/AAAAAAAAGXQ/q0yD2G7WBm0sQobGz0fgRwrAYs4bBWX6ACLcBGAs/s1600/willoughby.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/03/willoughby.jpg" data-original-height="300" data-original-width="223" width="148" height="200" border="0"></a></div>
<div style="text-align: justify;">Dieses Kinderbuch von Joan Aiken ist der Auftakt zu einer Reihe, die in einem alternativen 19. Jahrhundert angesiedelt ist, in der König James III regiert und zahlreiche Wolfsrudel das Land unsicher machen.</div>
<div style="text-align: justify;">Vor diesem Hintergrund entfaltet sich die Geschichte von Bonnie, einem Mädchen aus reichem Landadel, und ihrer armen Cousine Sylvia. Als Bonnies Eltern zu einer Reise aufbrechen, beginnt die unheimliche Gouvernante Miss Slighcarp die Kinder zu terrorisieren.</div>
<div style="text-align: justify;">&#8222;The Wolves of Willoughby Chase&#8220; ist ein ganz wunderbares, klassisches Kinderbuch mit Bösewichten, die so direkt aus einem Dickens-Roman entstammen könnten. Obwohl Bonnie und Sylvia einige Grausamkeiten erdulden müssen, hat man aber das beruhigende Gefühl, dass alles gut ausgehen wird. Die beiden Mädchen werden sehr lebendig beschrieben und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, schließt man beide sehr schnell ins Herz. Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiterlesen werde, aber ich hatte auf jeden Fall sehr viel Lesespaß mit diesem ersten Band (der ganz in sich abgeschlossen ist).</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;"><b>Dorothy L. Sayers &#8211; Mord braucht Reklame</b></div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;" href="https://1.bp.blogspot.com/-Z9xLR6H80a4/WqV7Eu_Cg5I/AAAAAAAAGXc/v6YPIxBSelIygkxKiDnDn3DUJmcu_gGOgCLcBGAs/s1600/mordreklame.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/03/mordreklame.jpg" data-original-height="250" data-original-width="151" width="120" height="200" border="0"></a></div>
<div style="text-align: justify;">&#8222;Mord braucht Reklame&#8220; ist der achte Band aus der Lord Peter Wimsey-Serie und bislang mein Liebling. Lord Peter Wimsey ermittelt hier inkognito in einer Werbeagentur, in der ein Mitarbeiter durch einen verdächtig wirkenden Unfall zu Tode gekommen ist. Die Autorin hat selbst als Werbetexterin gearbeitet und das merkt man dem Roman auch an. Sie beschreibt so lebendig, detailliert und auch ironisch den Arbeitsalltag in der Agentur, dass für mich der Kriminalfall ganz in den Hintergrund getreten ist, obwohl es sich um einen interessanten und clever konstruierten Fall handelt.</div>
<div style="text-align: justify;">Ich hatte mit diesem Buch einen Heidenspaß, zumal mir so manches im täglichen Bürowahnsinn so bekannt vorkam, das ich kaum glauben mochte, dass dieser Roman mehr als 80 Jahre auf dem Buckel hat. Es ist auch herrlich zu lesen, wie Peter Wimsey sich in dieses Umfeld einfügt und bald eine gewisse Begeisterung für das Texten von Werbeslogans und -kampagnen entwickelt.&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Ein ganz wunderbarer Krimi mit einem originellen Setting, das ich nur ungern wieder verlassen habe.</div>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Yasunari Kawabata &#8211; Snow Country</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jan 2018 19:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei Penguin &#160; Der reiche Müßiggänger Shimamura lässt jedes Jahr seine Familie in Tokio zurück, um für einige Wochen ins Schneeland, einen Kurort in den Bergen, zu reisen. Er hat hier ein Verhältnis mit der Geisha Komako, einer emotional sehr instabilen jungen Frau. Zugleich fühlt er sich von der geheimnisvollen Yoko angezogen, die ihm&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;" href="https://2.bp.blogspot.com/-ZFoe4DoEgMs/WlUOxANq4LI/AAAAAAAAGRg/QkpiutO0qqMqA_HjIS2o-DH6MRllEIlugCLcBGAs/s1600/snowcountry.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/01/snowcountry.jpg" data-original-height="475" data-original-width="310" width="130" height="200" border="0"></a></div>
<p><i>erschienen bei <a href="https://www.penguin.co.uk/books/177347/snow-country/">Penguin</a></i></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: justify;">Der reiche Müßiggänger Shimamura lässt jedes Jahr seine Familie in Tokio zurück, um für einige Wochen ins Schneeland, einen Kurort in den Bergen, zu reisen. Er hat hier ein Verhältnis mit der Geisha Komako, einer emotional sehr instabilen jungen Frau. Zugleich fühlt er sich von der geheimnisvollen Yoko angezogen, die ihm erstmals im Zug auf dem Weg in die Berge auffällt, als er sie lediglich im Fenster gespiegelt sieht.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Yasunari Kawabata, 1899 in Osaka geboren, erhielt 1968 den Nobelpreis für Literatur. &#8222;Snow Country&#8220; (Schneeland), das 1937 erstmals erschien und 1948 mit einem erweitertem Ende publiziert wurde, ist eines seiner bekanntesten Werke. Es ist eine faszinierende, rätselhafte Erzählung, mit der ich mitunter zu kämpfen hatte. Kawabata beschreibt darin die Beziehung zwischen einem reichen Mann, der offensichtlich ein sorgenfreies Leben in Tokio führt, aber der Stadt überdrüssig ist, und einer naiven jungen Frau, die als Geisha die Gäste im Schneeland unterhält.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Die Gesellschaft, die Figuren und ihre Beziehungen untereinander wirken sehr fremd und sind oft nur schwer zu verstehen. Das mag auch daran liegen, dass man kaum etwas über Shimamuras Leben und seinen Alltag in Tokio erfährt. Auch sein Charakter bleibt seltsam vage und der schwache Eindruck, den man von ihm erhält, ist nicht sehr positiv, da er sehr selbstbezogen und oberflächlich wirkt. Komako dagegen ist so wechselhaft und emotional, das es oft an Hysterie grenzt. Es wird schnell klar, dass sie mit ihrem Leben nicht glücklich ist und dies einerseits durch Alkohol und andererseits durch die Beziehung zu Shimamura auszugleichen versucht. Da Shimamura nur wenige Wochen im Jahr im Schneeland ist und zwar durchaus so etwas wie Liebe zu empfinden scheint, dies für ihn aber mehr eine Flucht aus seinem Alltagsleben ist, gerät Komako immer mehr aus dem Gleichgewicht.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Die Schreibweise von Kawabata wirkt teilweise ellipsenhaft, die Übergänge zwischen den Szenen seltsam sprunghaft. Ich hatte auch oft das Gefühl, dass man einiges zwischen den Zeilen lesen müsste, konnte aber nicht so recht herauslesen was.&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Das mag aber zum Teil auch der Übersetzung aus dem Japanischen geschuldet sein, da in einigen Rezensionen die japanische und englische Fassung verglichen und die Übersetzung unter anderem auch wegen dieser Punkte bekrittelt wird.&nbsp;&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Vielleicht hätte ich mir auch leichter getan, wenn ich das Buch auf Deutsch gelesen hätte &#8211; gerade, da es sich stark auf die Sprache und auf die leisen Zwischentöne konzentriert, weniger auf die äußere Handlung. Ich hatte mich deshalb für die englische Version entschieden, weil diese in der Bibliothek verfügbar war.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Es war auf jeden Fall ein interessantes Buch, auch wegen der anschaulichen Beschreibung des Schneelandes und den Einblicken in das Leben einer Geisha vor knapp hundert Jahren. Zugleich war es aber auch eine sperrige und sehr fremd wirkende Lektüre, für die man sich trotz der geringen Seitenanzahl doch einige Zeit nehmen muss.</div>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Literaturnobelpreis 2017 für Kazuo Ishiguro</title>
		<link>https://neyasha.at/2017/10/05/literaturnobelpreis-2017-fur-kazuo/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 15:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesegeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Literaturnobelpreis 2017 geht an Kazuo Ishiguro &#8211; ein bekannter Name und doch keiner, der sich in den letzten Tagen unter den Favoriten in den Wettbüros gefunden hätte. Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Japan geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Großbritannien. Er studierte zuerst Englisch und Philosophie an der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;">
Der Literaturnobelpreis 2017 geht an Kazuo Ishiguro &#8211; ein bekannter Name und doch keiner, der sich in den letzten Tagen unter den Favoriten in den Wettbüros gefunden hätte.
</div>
<div style="text-align: justify;">
Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Japan geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Großbritannien. Er studierte zuerst Englisch und Philosophie an der University of Kent und dann Kreatives Schreiben an der <a href="https://www.blogger.com/null" title="University of East Anglia">University of East Anglia</a>. Während seines Studiums veröffentlichte er bereits Kurzgeschichten und 1982 schließlich seinen ersten Roman. Bisher hat er sieben Romane und eine Erzählsammlung veröffentlicht:</div>
<h2 style="text-align: justify;">
</h2>
<ul style="text-align: justify;">
<li><i>A Pale View of Hills, </i>1982<i> </i>(deutsch: <i>Damals in Nagasaki,</i> 1984)</li>
<li><i>An Artist of the Floating World,</i> 1986 (deutsch: <i>Der Maler der fließenden Welt,</i> 1988)</li>
<li><i>The Remains of the Day,</i> 1989 (deutsch<i>: Was vom Tage übrig blieb,</i> 2005)</li>
<li><i>The Unconsoled,</i> 1995 (deutsch: <i>Die Ungetrösteten</i>, 2005)</li>
<li><i>When We Were Orphans,</i> 2000 (deutsch: <i>Als wir Waisen waren</i>, 2002)</li>
<li><i>Never Let Me Go,</i> 2005 (deutsch: <i>Alles, was wir geben mussten</i>, 2006)</li>
<li><i>Nocturnes: Five Stories of Music and Nightfall,</i> 2009 (deutsch: <i>Bei Anbruch der Nacht,</i> 2009)</li>
<li><i>The Buried Giant,</i> 2015 (deutsch: <i>Der begrabene Riese,</i> 2015)</li>
</ul>
<div style="text-align: justify;">
<br />
Am bekanntesten dürfte wohl &#8222;Was vom Tage übrig blieb&#8220; sein, wofür Ishiguro 1989 den Booker Prize bekam. Der Roman wurde 1993 verfilmt; 2010 wurde auch &#8222;Alles, was wir geben mussten&#8220; verfilmt.</div>
<div style="text-align: justify;">
Thematisch ist Kazuo Ishiguro sehr vielseitig unterwegs: Während seine ersten beiden Romane zur Zeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelt sind, ist &#8222;Als wir Waisen waren&#8220; eine Art Detektivroman, &#8222;Alles, was wir geben mussten&#8220; eine Dystopie und sein aktuelles Buch &#8222;Der begrabene Riese&#8220; schließlich ein historischer Roman &#8211; als Hintergrund dient Britannien im 5. Jahrhundert.</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
Ich habe bisher von Kazuo Ishiguro nichts gelesen, allerdings die Verfilmung von &#8222;Never Let Me Go&#8220; gesehen, die ich gleichermaßen interessant und verstörend fand. Mir wurden darin allerdings zuviele Fragen aufgeworfen, die letztendlich unbeantwortet blieben.</div>
<div style="text-align: justify;">
Traditionellerweise begebe ich mich ja seit einigen Jahren nach Vergabe des Nobelpreises in eine Buchhandlung, um ein Buch des aktuellen Preisträgers/der aktuellen Preisträgerin zu kaufen (nur letztes Jahr <a href="https://neyasha.at/2016/10/15/winterkatzes-herbstlesen-15-und-16/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">war ich in der Hinsicht etwas ratlos</a>). Nun überlege ich also, zu welchem Roman von Kazuo Ishiguro ich greifen soll und tendiere momentan am ehesten zu &#8222;Was vom Tage übrig blieb&#8220; oder &#8222;Der begrabene Riese&#8220;.</div>
<div style="text-align: justify;">
Habt ihr schon etwas von Kazuo Ishiguro gelesen? Wenn ja: Wie hat es euch gefallen? Könnt ihr mir etwas empfehlen?</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heinrich Böll &#8211; Wanderer, kommst du nach Spa &#8230;</title>
		<link>https://neyasha.at/2017/08/21/heinrich-boll-wanderer-kommst-du-nac/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2017 16:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei dtv woher: Buchandlung Kuppitsch Neyasha und die Nobelpreisträger Diese Kurzgeschichtensammlung enthält 25 Erzählungen von Heinrich Böll, die zwischen 1947 und 1950 entstanden sind. Zeitlich sind sie alle während oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt, gehören also der sogenannten &#8222;Trümmerliteratur&#8220; an. &#160; Die Geschichten sind in einer knappen, nüchternen Sprache geschrieben und daher&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;" href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2017/08/wandererspa.jpg"><img decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2017/08/wandererspa.jpg" data-original-height="200" data-original-width="129" border="0"></a></div>
<p><i>erschienen bei <a href="https://www.dtv.de/buch/heinrich-boell-wanderer-kommst-du-nach-spa-437/">dtv</a></i><br />
<i>woher: <a href="http://www.kuppitsch.at/list?back=c6d4393d18fc147390503788b8e740af&amp;xid=10595542">Buchandlung Kuppitsch</a></i></p>
<p><a href="https://neyasha.at/langzeit-challenge-literatur/"><i>Neyasha und die Nobelpreisträger</i></a></p>
<div style="text-align: justify;">
Diese Kurzgeschichtensammlung enthält 25 Erzählungen von Heinrich Böll, die zwischen 1947 und 1950 entstanden sind. Zeitlich sind sie alle während oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt, gehören also der sogenannten &#8222;Trümmerliteratur&#8220; an<i>.</i></div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">
Die Geschichten sind in einer knappen, nüchternen Sprache geschrieben und daher leicht zu lesen, wenn sie auch inhaltlich harter Tobak sind. Heinrich Böll schreibt von Soldaten in der Fremde, von Sterbenden, von desillusionierten Heimkehrern und von Männern, denen die Jugend geraubt wurde. Interessant fand ich den sehr privaten Blick auf den Krieg; die Sicht der einfachen Soldaten, die ganz auf die momentane Situation konzentriert ist und jegliche Weltpolitik ausspart. Wüsste man nicht, dass Böll Deutscher war und würden nicht ab und zu kleine Details einen Anhaltspunkt bieten, könnte dies ebensogut ein anderer Krieg und die Soldaten anderer Nationalität sein. Gerade diese enge Sichtweise macht die Geschichten daher sehr zeitlos und allgemeingültig.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Wie bei der Thematik zu erwarten, ist die Stimmung düster und es gibt kaum jemals einen Hoffnungsschimmer in den Erzählungen. Es ist also eine sehr bedrückende Lektüre und das wird meiner Meinung nach noch dadurch verschärft, dass sich im Laufe der Zeit eine gewisse Eintönigkeit einstellt. Vielleicht haben mir deshalb die ersten und letzten Geschichten am besten gefallen, während ich diejenigen des Mittelteils als etwas zäh empfunden habe.</div>
<div style="text-align: justify;">So eindrücklich Heinrich Böll auch den Alltag des Krieges beschreibt, hätte ich doch die Sammlung gelungener gefunden, wenn sie weniger Erzählungen beinhalten würde. So wiederholen sich die Themen, die Handlungen und auch die Figurendarstellungen.</div>
<div style="text-align: justify;">Apropos Figuren: Die meisten Kurzgeschichten sind in der Ich-Perspektive verfasst, einige auch in der 3. Person, wobei ich letztere teils als interessanter empfunden habe.&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&#8222;Wanderer, kommst du nach Spa &#8230;&#8220; ist eine erschütternde Lektüre und vermittelt ein sehr eindrucksvolles Stimmungsbild. Es macht erwartungsgemäß keine Freude, diese Erzählsammlung zu lesen, aber die Lektüre lohnt sich trotz einiger Längen und Redundanzen.</div>
]]></content:encoded>
					
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