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	<title>Von Helden und Schurken &#8211; Neyashas Allerlei</title>
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	<description>Vom Lesen, Schreiben und von kreativen Dingen</description>
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		<title>Das It-Girl meiner Welt: Nanwig Hano</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2016 10:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Nanwig ist eine Figur aus meinem Roman &#8222;Die Göttersteine&#8220; und die jüngere Halbschwester von Königin Bergund. Ich habe bisher noch nicht viel mit ihr geschrieben, aber sie wird im Laufe des Romans wichtiger und erhält auch eine eigene Perspektive. Bislang kann ich also noch nicht gut beurteilen, wie sie sich schreiben lässt, auch wenn sie&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;">Nanwig ist eine Figur aus meinem Roman &#8222;Die Göttersteine&#8220; und die jüngere Halbschwester von <a href="https://neyasha.at/2011/06/24/pflicht-und-verantwortung-konigin/">Königin Bergund</a>. Ich habe bisher noch nicht viel mit ihr geschrieben, aber sie wird im Laufe des Romans wichtiger und erhält auch eine eigene Perspektive. Bislang kann ich also noch nicht gut beurteilen, wie sie sich schreiben lässt, auch wenn sie mir als Charakter bereits sehr klar vor Augen steht.</div>
<div></div>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/nanwig3.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-4947 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/nanwig3-225x300.jpg" alt="Nanwig" width="225" height="300" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/nanwig3-225x300.jpg 225w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/nanwig3.jpg 450w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></div>
<div style="text-align: justify;">Nanwig ist nahezu das Gegenteil von Bergund. Sie ist meistens fröhlich und unbeschwert und drückt sich vor ihren Pflichten, soweit das nur möglich ist. Mit ihren langen dunklen Locken, den blauen Augen und einem gewinnenden Lächeln gilt sie als eine echte Schönheit und das ist ihr selbst sehr wohl bewusst. Sie wendet auch einige Zeit und Mühe für ihr Äußeres auf. In der Hauptstadt bestimmt sie sozusagen die neuesten Modetrends: Die meisten Frauen von Rang und Namen orientieren sich an dem, was sie trägt. Davon abgesehen ist Nanwig auch an Klatsch und Tratsch interessiert und möchte immer wissen, worüber man gerade so spricht.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Man kann ihr vermutlich vorwerfen, dass sie ziemlich oberflächlich ist. Sie ist darüber hinaus aber auch sehr freundlich und offen und hat nur wenig Standesdünkel. Ihre Dienerinnen betrachtet sie als Freundinnen, sie flirtet mit der Palastwache und mischt sich durchaus mal unter das einfache Volk.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Kurz und gut: Sie ist ein perfektes Prinzesschen und führt das perfekte Leben &#8211; und ich habe natürlich nichts besseres zu tun, als ihr das zu zerstören. Hehe. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></div>
<div style="text-align: justify;">Das klingt jetzt sehr gemein, aber ich mag Nanwig wirklich gerne und finde es interessant, ihren Charakter zu entwickeln und zu sehen, wie sie mit den unerfreulichen Ereignissen umgeht.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Man kann sich vielleicht vorstellen, dass sie und Bergund nicht immer gut miteinander klarkommen, auch wenn es zwischen den beiden keine echte Abneigung gibt. Aber sie verstehen einander nicht und sind auch oft genervt von der jeweils anderen.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Ich habe leider bisher nur wenige Szenen mit Nanwig und die meisten sind noch dazu für sich allein nicht wirklich verständlich. Ich kann euch daher nur eine bieten, die noch eine äußerst rohe Rohfassung ist, da ich mir noch nicht sicher bin, ob sie überhaupt im Roman bleiben wird. Nur als kurze Erklärung vorneweg: Erling ist einer von Nanwigs Leibwächtern, Conlin ist ihr Vetter und Nesrun eine ihrer Freundinnen.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;"><i>Als das Gelände abschüssiger wurde, zügelte Nanwig ihre Stute und wendete sie. Sie hatte ihr Gefolge weit hinter sich gelassen und wartete, bis die anderen sie eingeholt hatten. Ihre Freundinnen lachten, aber Erling machte ein finsteres Gesicht. &#8222;Herrin, das war leichtsinnig. Ihr könnt uns nicht einfach so weit vorausreiten.&#8220;<br />
&#8222;Was kann ich dafür, dass eure Pferde so langsam sind?&#8220;, neckte Nanwig ihn.<br />
Erling blieb weiterhin ernst. &#8222;Das war gefährlich. Ihr solltet so etwas wirklich nicht tun. Was, wenn Euer Pferd gestolpert wäre?&#8220;<br />
Nanwig schenkte ihm einen treuherzigen Augenaufschlag. Ihr war bewusst, dass der Wind ihre Haare zersaust und ihre Wangen gerötet hatte &#8211; und dass das eine Art von wilder Schönheit in ihr hervorbrachte, der Erling nur schwer widerstehen konnte. &#8222;Ach, nun sei doch nicht so streng mit mir!&#8220;<br />
Der junge Wächter wurde prompt rot im Gesicht und schien nicht mehr zu wissen, wohin er schauen sollte. Nesrun kicherte verhalten. &#8222;Ich bin nur besorgt um Euch&#8220;, brachte Erling schließlich hervor. &#8222;Schließlich sind wir hier, um Euch zu beschützen.&#8220;</i></div>
<div style="text-align: justify;"><i>&#8222;Aber das weiß ich doch.&#8220; Nanwig legte für einen kurzen Augenblick ihre Hand auf seinen Unterarm, was den Wächter noch verlegener machte. &#8222;Und dafür bin ich dir sehr dankbar.&#8220;</i></div>
<div style="text-align: justify;"><i>&#8222;Lass gut sein&#8220;, brummte Conlin genervt, auch wenn sie nicht wusste, ob er auf sie wütend war oder auf seinen Kameraden. &#8222;Und Erling, reiß dich zusammen, du weißt, dass meine liebe Base uns alle gern um ihren Finger wickelt.&#8220;</i></div>
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		<title>Vom Streben nach Glück: Farn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2014 17:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Farn Lendech ist eine Figur aus meinem Roman &#8222;Die Göttersteine&#8220;, die eine deutlich &#8222;dunklere&#8220; Entwicklung genommen hat als ursprünglich geplant. Farn ist Mitte zwanzig und der Sohn eines skonländischen Fürsten. Er geht mit Königin Bergund eine politische Ehe ein, wobei von Farns Seite ehrliche Gefühle mit im Spiel sind, die von Bergund nicht erwidert werden.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;">Farn Lendech ist eine Figur aus meinem Roman &#8222;Die Göttersteine&#8220;, die eine deutlich &#8222;dunklere&#8220; Entwicklung genommen hat als ursprünglich geplant.</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;">Farn ist Mitte zwanzig und der Sohn eines skonländischen Fürsten. Er geht mit <a href="https://neyasha.at/2011/06/24/pflicht-und-verantwortung-konigin/">Königin Bergund</a> eine politische Ehe ein, wobei von Farns Seite ehrliche Gefühle mit im Spiel sind, die von Bergund nicht erwidert werden. Damit hat er schwer zu kämpfen &#8211; er ist ein warmherziger, offener und mitfühlender Mann, der keine Ehe ohne gegenseitige Zuneigung führen möchte. Lange versucht er sich deshalb einzureden, dass Bergund einfach noch etwas mehr Zeit braucht, aber die Situation frustriert ihn zunehmend.</div>
<div style="text-align: justify;">Zusammen mit verletztem Stolz, wachsender Ungeduld und einer Verkettung unglücklicher Umstände ergibt das schließlich eine explosive Mischung, die ihn einiges tun lässt, was er später bereut.</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;">Dabei bekommt Farn von anderer Seite durchaus Rückendeckung. Seine freundliche, aufgeschlossene Art macht ihn vor allem beim einfachen Volk sehr beliebt und auch mit Bergunds Geschwistern versteht er sich gut. Er hat aber immer ein wenig damit zu kämpfen, dass er in seiner Familie nie die Anerkennung bekam, die er sich gewünscht hätte und sich nun auch Bergund stets unterlegen fühlt. Noch dazu bringen ihn seine Neugierde und Unvorsichtigkeit in gewaltige Schwierigkeiten und setzen einige Ereignisse in Gang, die die Handlung erst so richtig in Fahrt bringen.</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;">Farn ist eine Figur, die recht einfach zu schreiben ist. Anfangs hatte ich noch ein wenig damit zu kämpfen, dass er mir &#8222;zu gut, um wahr zu sein&#8220; vorkam, aber das Problem hat sich im Laufe des Romans praktisch von selbst gelöst. Eher muss ich inzwischen des Gegenteil befürchten: nämlich, dass Farn im Laufe der Zeit alle Lesersympathien einbüßen könnte.</div>
<div style="text-align: justify;">Es tut mir leid, dass ich als Autorin ganz und gar nicht nett zu ihm bin und ihn somit auch in eine Abwärtsspirale aus Gewalt und Schuld treibe. Dabei würde er noch nicht einmal so große Forderungen an das Leben stellen: Eine Ehefrau, die ihn liebt, Kinder und ganz allgemein ein harmonisches Familienleben würden ihm schon reichen. Würde ich ihm diese Wünsche erfüllen, hätte ich eine glückliche, äußerst liebenswerte Figur &#8211; aber leider keinen interessanten Roman.</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;">Die folgende Szene zeigt Farn bei einem Gespräch mit Bergunds jüngstem Bruder Rungar. Sie stammt ziemlich vom Anfang des Romans, als Farn und Bergund noch in der Phase ihres vorehelichen Zusammenlebens (eine skonländische Tradition) sind:</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;"><i>Rungar sah verlegen zu Boden. “Ich war noch nie bei einem Essen außerhalb des Familienkreises dabei. Was, wenn ich mich blamiere?”<br />
“Wieso solltest du dich blamieren?”<br />
“Ich weiß es nicht. Vielleicht mache ich ja irgendetwas falsch und dann …” Rungar brach ab und sah vorsichtig zu Farn.<br />
Er hatte plötzlich Mitleid mit dem Jungen, zumal er sich auch selbst nicht unbedingt auf das Bankett heute Abend freute. Und wie sollte er Rungar sagen, dass er nicht fehlerlos sein musste, wenn er doch eine Schwester hatte, die weder sich noch anderen Fehler verzieh?<br />
“Es wird alles gutgehen”, versuchte Farn ihn dennoch zu beruhigen. “Bergund weiß, dass es dein erstes Abendessen in größerer Gesellschaft ist, und selbst wenn du etwas falsch machen solltest, ist das nicht so schlimm. Ich mache auch ständig Fehler und noch wurde ich nicht aus dem Palast geschmissen.”<br />
Rungar lachte nervös auf, flüsterte ein rasches “Danke” und lief mit raschen Schritten den Gang hinunter.<br />
Nachdem er verschwunden war, schien sich ein Knoten in Farns Magen zu legen. Der Junge hatte seine Worte für einen Scherz gehalten und das hatten sie auch sein sollen, aber ihm wurde bewusst, dass sie eine beängstigende Wahrheit enthielten. Manchmal hatte er tatsächlich das Gefühl, dass Bergund ihn lieber aus dem Palast werfen würde als ihn zu heiraten. </i></div>
<div style="text-align: justify;"><i>Dass sie sich in letzter Zeit immer mehr von ihm zurückzog, war ihm nicht entgangen. Aber wie wenig sie sich auf die Hochzeit freute, war ihm erst bei dem Gespräch gestern klar geworden. Es tat immer noch weh und es kratzte auch an seinem Stolz, wie er sich eingestehen musste. Hatte er sich immer nur etwas vorgemacht, wenn er früher das Gefühl gehabt hatte, dass Bergund ihn mochte? Oder hatte sie sich verändert, seitdem ihr so unerwartet früh die Bürde des Regierens aufgelegt worden war?<br />
Es würde besser werden, sagte Farn sich. Sie würden mit der Zeit enger zusammenwachsen und Bergund würde ihre Verbissenheit verlieren, wenn sie sich erst einmal an ihre Stellung als Königin gewöhnt hätte. Und er würde sich nicht anmerken lassen, wie unsicher er sich mit einemmal in ihrer Gegenwart fühlte.</i></div>
<div style="text-align: justify;"><i><br />
Als er in sein Zimmer trat, trug er seinem Leibdiener auf, ihm Wein zu holen. Er brauchte ein paar Schlucke zum Trinken, um sich den Staub von dem Übungsplatz aus der Kehle zu spülen.<br />
Nun &#8230; um den Abend heute zu überstehen, wäre wohl mehr notwendig als nur ein paar Schlucke.</i></div>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Aufgeben ist keine Lösung: Riava</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Nov 2012 21:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Riava Ledan-Astis ist meine älteste noch bestehende Figur (im Sinne von: ich schreibe noch weiter über sie). Und anders als Vendalar, der ähnlich alt ist, aber zahlreiche Veränderungen hinter sich hat, ist Riavas Charakter sehr konstant geblieben. Um mal mit ein paar allgemeinen Informationen anzufangen: Riava hat einige Jahre ihrer Kindheit und Jugend in der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Riava Ledan-Astis ist meine älteste noch bestehende Figur (im Sinne von: ich schreibe noch weiter über sie). Und anders als Vendalar, der ähnlich alt ist, aber zahlreiche Veränderungen hinter sich hat, ist Riavas Charakter sehr konstant geblieben.</p>
<p>Um mal mit ein paar allgemeinen Informationen anzufangen: Riava hat einige Jahre ihrer Kindheit und Jugend in der Priesterschule von Crayasuma verbracht. Ihre Eltern haben das als eine ganz vernünftige Erziehung für ein junges Mädchen betrachtet, aber als sie 15 Jahre alt und somit nach lidanischen Begriffen im heiratsfähigen Alter ist, holen ihre Eltern sie wieder zurück in die Hauptstadt, um sie hoffentlich bald gut zu verheiraten.</p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/03/riavaneu_scan.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-8158" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/03/riavaneu_scan-190x300.jpg" alt="" width="230" height="363" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/03/riavaneu_scan-190x300.jpg 190w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/03/riavaneu_scan-700x1105.jpg 700w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/03/riavaneu_scan.jpg 760w" sizes="(max-width: 230px) 100vw, 230px" /></a></div>
<p>An diesem Punkt &#8211; als Riava die Priesterschule verlassen muss &#8211; setzt auch die Handlung des Romans ein. Riava selbst würde viel lieber in Crayasuma bleiben und tatsächlich Priesterin werden, da in ihrem Leben die Götter und der Glauben daran eine große Rolle spielen.<br />
Davon abgesehen zweifelt sie ohnehin daran, dass sie eine gute Partie abgibt, da sie nicht wirklich den lidanischen Schönheitsvorstellungen entspricht. Sie ist ziemlich schmal und schlaksig, hat kaum weibliche Rundungen und auch ein eher kantig-herbes Gesicht. Wie die meisten Angehörigen ihres Volkes hat Riava dunkle Haare und Augen und eine hellbraune Haut.<br />
<em>Update 2021: Ich habe das alte Bild durch eine neue Zeichnung ausgetauscht.</em></p>
<p>Riava hat noch so einige Züge an sich, die darauf hindeuten, dass die &#8222;Göttersteine&#8220; ursprünglich eine sehr klassische Struktur hatten. So bekommt sie von Tiron, dem Gott der Träume, prophetische Träume geschickt, die sie erst auf die Spur der titelgebenden Göttersteine bringen. Sie sieht es daher als ihre Bestimmung, diesen Weg auch tatsächlich einzuschlagen &#8211; dabei ist Tiron eigentlich ein durchaus egoistisches Geistwesen, das Riava schlichtweg als Werkzeug missbraucht.<br />
Charakterlich ist Riava wohl eine meiner positivsten Figuren. Sie ist zwar recht schüchtern und manchmal ängstlich, hat aber eine sehr unvoreingenommene Art, die es ihr ermöglicht, auf die meisten Menschen freundlich und ohne Vorurteile zuzugehen. Sie ist außerdem sehr warmherzig und anders als viele meiner recht kopflastigen Frauenfiguren ein sehr emotionaler Mensch, der seinen Gefühlen vertraut.</p>
<p>Würde ich Riava jetzt neu als Figur entwerfen, würde ich ihren Charakter wohl &#8222;grauer&#8220; machen, aber sie ist natürlich nicht ohne jegliche Ecken und Kanten. Wenn sie ihre Ziele erreichen will, kann sie nämlich mitunter recht rücksichtslos werden. Zudem wird sie immer wieder von Selbstzweifeln geplagt und steht sich mit ihrer Unsicherheit oft selbst im Weg.<br />
Das klingt alles vielleicht eher &#8222;schwach&#8220;, aber Riava ist aus meiner Sicht eigentlich eine sehr starke Figur. Gerade, weil sie sich immer wieder überwinden und sich ihren Ängsten stellen muss, finde ich es bemerkenswert, dass sie niemals aufgibt, stets unermüdlich weitermacht und sich immer wieder von neuem aufrappelt.</p>
<p>Gerade weil Riava in vieler Hinsicht so ganz anders ist als meine sonstigen Lieblinge unter meinen Figuren, ist es erstaunlich, dass sie sich stets problemlos schreiben lässt. Ich hatte noch nie auch nur die geringsten Probleme, mich in sie hineinzuversetzen und denke, es liegt daran, dass sie eben schon so lange durch meinen Kopf geistert und ich sie entsprechend gut kenne.<br />
Tatsächlich würde ich Riava noch immer als meine Lieblingsfigur bezeichnen. Sie liegt mir wahnsinnig am Herzen und es tut mir direkt leid, wenn ich sie in schwierige Situationen bringe.</p>
<p>Die folgende (auch schon uralte) Szene ist ziemlich vom Anfang des Romans, als Riava Vendalar noch nicht lange kennt. Die beiden hatte einen denkbar schlechten Start, aber dennoch erzählt Riava ihm schließlich von ihren Träumen und dass in einem davon auch er vorkam:</p>
<p><em>Vendalar starrte sie an und jetzt meinte Riava ganz deutlich Angst in seinem Blick zu erkennen. „Warum hast du mich in einem Traum gesehen?“</em><br />
<em>„Ich denke, dass es wichtig ist, dass ich mit dir diese Reise mache. Und ohne den Traum hätte ich mich vielleicht geweigert.“</em><br />
<em>„Wichtig?“, fragte Vendalar mit tonloser Stimme.</em><br />
<em>Mit einemmal hatte Riava das Gefühl, als wäre es ein schrecklicher Fehler, dass sie ihm davon erzählt hatte. Vendalar kam ihr plötzlich wie erstarrt vor, als hätte ihn das Grauen gepackt. „Macht dir das Angst, das mit meinen Träumen?“</em><br />
<em>„Nein!“, entgegnete Vendalar heftig, zu heftig. Dann runzelte er die Stirn und Riava hatte das Gefühl, als würde er zum ersten Mal wirklich offen mit ihr sprechen, als er sagte: „Doch. Es macht mir Angst.“</em><br />
<em>„Mir auch.“</em><br />
<em>Eine Weile sagte niemand ein Wort und Riava fragte sich, was Vendalar nun von ihr halten mochte. Vielleicht hätte sie nicht so offen über ihre Träume sprechen sollen, aber irgendwie war es ihr richtig vorgekommen. Selbst jetzt wollte sie ihre Worte nicht zurücknehmen, nicht so wie bei Galada damals.</em><br />
<em>Vendalar fragte nicht weiter nach, er schwieg einfach und zum ersten Mal war sie froh über seine Schweigsamkeit. Sein Blick ruhte noch immer auf ihr, aber jetzt beunruhigte dieser Blick sie nicht mehr. Sie wusste nicht weshalb, aber sie fühlte sich verstanden. Sie hatte von ihren Träumen erzählt und er hatte ihr zugehört. Er hatte nicht gesagt, dass sie verrückt wäre und sich das einbildete und auch nicht, dass sie sofort aufhören sollte, solchen Unsinn zu reden, ehe sie noch die Götter beleidigte. Und ihr wurde auf einmal bewusst, dass sie nicht länger Angst vor ihm hatte.</em></p>
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		<title>Auf der Sonnenseite des Lebens: Maldwin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 18:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich wollte eigentlich die Vorstellung von Maldwin erst schreiben, wenn ich ihn endlich zu Papier gebracht habe, aber da ich einfach derzeit überhaupt nicht in einer Zeichen- oder Malphase bin, werde ich das Bild irgendwann nachreichen. (Edit: Bild ist nachgereicht) Selten sind meine Figuren so vom Glück begünstigt wie Maldwin Hatras: Er ist ein reicher&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;">Ich wollte eigentlich die Vorstellung von Maldwin erst schreiben, wenn ich ihn endlich zu Papier gebracht habe, aber da ich einfach derzeit überhaupt nicht in einer Zeichen- oder Malphase bin, werde ich das Bild irgendwann nachreichen. <em>(Edit: Bild ist nachgereicht)</em></div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/maldwin_wip.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-4943 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/maldwin_wip-211x300.jpg" alt="Maldwin" width="211" height="300" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/maldwin_wip-211x300.jpg 211w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/maldwin_wip.jpg 351w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" /></a></div>
<p>Selten sind meine Figuren so vom Glück begünstigt wie Maldwin Hatras: Er ist ein reicher Tuchhändler Ende 30, der in der Stadt Kronn sozusagen in Saus und Braus lebt. Als Sohn eines cumeischen Händlers und einer skonischen Adeligen, die mit der Königin verwandt ist, wird er vom &#8222;alten&#8220; Adel in der Stadt zwar mit Geringschätzung betrachtet, aber wer soviel Geld (und als Kreditgeber so mancher wichtiger Person auch viel Einfluss) hat, kann über so etwas leicht hinwegsehen.</p>
<p>Dementsprechend selbstbewusst geht Maldwin durchs Leben. Er ist ein Genießer, der guten Wein, gutes Essen, gute Gesellschaft und gute Unterhaltung schätzt. Oder zumindest vermittelt er dieses sorglose Bild nach außen. Er unterstützt auch das königliche Theater finanziell &#8211; wobei sein Interesse ursprünglich weniger dem Theater an sich als mehr der Schauspielerin Kudune galt, mit der er für eine kurze Zeit eine Affäre hatte.</p>
<p>Mittlerweile pflegt Maldwin aber mit <a href="https://neyasha.at/2011/05/28/mit-dem-kopf-durch-die-wand-herun/">Herun</a> eine &#8211; wie er es selbst nennt &#8211; Liebschaft, obwohl er inzwischen mehr für sie empfindet, als sie beide wahrhaben wollen. Er war bereits einmal verheiratet, aber diese Ehe ist grandios gescheitert und seither hat er feste Bindungen gemieden.</p>
<p>Maldwin ist eine meiner ungewöhnlichsten Figuren. Er ist ein gutgelaunter und scharfzüngiger Spötter, der keinerlei Selbstzweifel kennt und auch wenig Geduld mit Menschen hat, die selbst eher unsicher sind. Jegliche Minderwertigkeitskomplexe sind ihm fremd &#8211; natürlich: Er ist erfolgreich, gutaussehend und hat keinerlei Geldsorgen. Man kann sich also vorstellen, dass Bescheidenheit nicht zu seinen Stärken gehört.</p>
<p>Gerade deshalb finde ich ihn aber sehr erfrischend und hatte einen unglaublichen Spaß daran ihn zu schreiben.</p>
</div>
<div style="text-align: justify;">Mein einziges Problem mit ihm ist, dass er mich oft anlügt. Das kenne ich so von keiner anderen Figur. Viele sind verschlossen oder wollen ihre wahren Gefühle verbergen, aber bei Maldwin geht es noch darüber hinaus. Bei den anderen Figuren weiß ich es immerhin, wenn sie gerade nicht ihr wahres Ich zeigen, aber bei ihm bin ich mir da oft nicht so sicher. Wieviel von seinem Charakter ist lediglich Blendwerk? Ein Ruf, den er nach außen pflegt?</div>
<div style="text-align: justify;">Das macht ihn ab und zu etwas undurchschaubar selbst für mich &#8211; was vermutlich auch daran liegt, dass ich nie aus seiner Perspektive schreibe.</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;">Obwohl Maldwin also einer meiner Lieblinge beim Schreiben ist, kann ich nicht behaupten, ihn wirklich gut zu kennen. Und dazu passt vielleicht auch folgende Szene ganz gut:</div>
<div></div>
<div style="text-align: justify;"><i>Während sie gemeinsam das Harbrand-Theater verließen, dachte Herun an den kalten, drohenden Tonfall von Maldwin vorher bei Mede. Das war eine Seite an ihm, die sie noch nicht gekannt hatte. “Ich scheine auch außerhalb der Bühne von Schauspielern umgeben zu sein, die ständig nur Rollen spielen.”<br />
“Wovon redest du?”<br />
“Wer ist der wahre Maldwin? Der, der mit freundlichem Lächeln Lügen erzählt? Der, der kalte Drohungen ausspricht? Der, der eine Abendgesellschaft mit Spott und Witzen unterhält? Oder der, der mir ohne zu fragen beisteht, wenn ich Hilfe brauche?”<br />
Maldwin lachte. “Nun, ich bin der eine ebenso wie der andere. Wir alle tragen verschiedene Masken in verschiedenen Situationen, Herun.”<br />
“Ich trage keine Masken.”</i></div>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf der Suche nach der Muse: Gabran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 13:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Hier kommt nun Gabran, der jüngere Bruder von Herun. Leider schreibt er sich nicht ganz so gut wie seine Schwester. Gabran ist 25 Jahre alt, hat dunkle wuschlige Haare und graugrüne Augen wie Herun. Er ist Dichter am königlichen Theater, was in der dort üblichen Theaterpraxis bedeutet, dass er zugleich als &#8222;Regisseur&#8220; mit den Darstellern&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hier kommt nun Gabran, der jüngere Bruder von <a href="https://neyasha.at/2011/05/28/mit-dem-kopf-durch-die-wand-herun/">Herun</a>. Leider schreibt er sich nicht ganz so gut wie seine Schwester.</p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/gabran.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-4957 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/gabran-190x300.jpg" alt="Gabran" width="190" height="300" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/gabran-190x300.jpg 190w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/gabran.jpg 316w" sizes="auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px" /></a></div>
<p>Gabran ist 25 Jahre alt, hat dunkle wuschlige Haare und graugrüne Augen wie Herun. Er ist Dichter am königlichen Theater, was in der dort üblichen Theaterpraxis bedeutet, dass er zugleich als &#8222;Regisseur&#8220; mit den Darstellern die Stücke probt.<br />
Vom Charakter her ist Gabran ganz anders als Herun. Er ist ein Träumer und ein Idealist, ein zutiefst unsicherer Mensch und dazu ziemlich wechselhaft. Seine Stimmungen wechseln quasi von himmelhochjauchzend zu zu Tode betrübt. Und ganz ähnlich ist es auch mit dem Schreiben: Manchmal arbeitet er nächtelang wie besessen an einem Stück, dann wieder schreibt er gar nicht und fühlt sich völlig nutzlos. Zu Beginn des Romans befindet sich Gabran gerade in so einem Tief, in dem er keine Ahnung hat, was er schreiben soll. Er schreibt für das Theater vor allem Liebestragödien und derzeit fehlt es ihm an Inspiration. Was er dringend braucht, ist also eine Muse.</p>
<p>Auch im wirklichen Leben träumt Gabran von der großen Liebe. Wenn<i> </i>er verliebt ist, dann macht er seine Angebetete (anders kann man das bei ihm wirklich nicht bezeichnen) zum Mittelpunkt seines Lebens. Er neigt dazu, sich schnell ein fixes (sehr idealisiertes) Bild von einer Frau zu machen und an dem festzuhalten. Fehlern gegenüber ist er also erst einmal blind.<br />
Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und Gabrans Naivität und seine verträumte Art für Dummheit zu halten. Das Problem ist, dass er manches nicht sehen will und nicht, dass er es nicht sehen kann.</p>
<p>Als Dichter ist Gabran sehr talentiert &#8211; <i>wenn</i> er schreibt, dann schreibt er wirklich gut. Er schafft es normalerweise, eine Balance zu finden zwischen dem, was das Publikum erwartet und neuen, innovativen Ideen für das Theater. Ein paar von seinen bisherigen Stücken werden inzwischen auch an zahlreichen anderen Theatern gespielt, was angesichts seines jungen Alters recht bemerkenswert ist.<br />
<i> </i><br />
Aus schreiberischer Sicht finde ich Gabran zeitweise recht anstrengend. Seine Stimmungsschwankungen sind da weniger das Problem als seine oft negative Einstellung und seine Verbohrtheit, wenn man es so bezeichnen möchte. Er begreift nicht, dass er nicht einfach von sich selbst auf andere schließen kann.<br />
Da er selbst recht hohe moralische Ansprüche und Vorstellungen von der einen wahren Liebe hat, ist ihm das Verhältnis zwischen seiner Schwester und dem Händler Maldwin ein Dorn im Auge. Dass Herun vielleicht ganz andere Vorstellungen als er hat und Maldwin außerdem durchaus imstande ist, seine Schwester glücklich zu machen, versteht er nicht. Diese ganze Sache treibt auch einen ziemlichen Keil zwischen die beiden Geschwister, die sich sonst eigentlich sehr nahe stehen.</p>
<p>Die folgende Szene ist vom Anfang des Romans und zeigt Gabran an einem seiner absoluten Tiefpunkte. Dazwischen habe ich ein Stück rausgenommen, weil das sonst recht lang geworden wäre.</p>
<p><i>Ein Klecks Tinte auf dem sonst leeren Blatt Papyrus. Der Klecks formte ein Gesicht, das Gabran ansah. Ihn verhöhnte.<br />
Um ihn herum brach die Dämmerung herein. Gabran rieb sich die müden Augen und überlegte, ob er sich den Luxus gönnen sollte, eine Öllampe zu entzünden. Vermutlich wäre es eine Verschwendung. Wozu überhaupt Licht, wenn es ohnehin nur den Tintenklecks ausleuchten würde, der ihn weiterhin verspottete? Dennoch stand er auf und verließ mit der Lampe seine Kammer. Auf dem Gang hatte der Hausdiener wie erwartet bereits die Kerzen in den Halterungen entzündet. Als er mit der brennenden Öllampe in seine Kammer zurückkehrte, schien im flackernden Licht das Gesicht auch noch zu lachen.</i><br />
Versager. Du wirst wieder kein Wort schreiben. Und du willst dich Dichter nennen?<i><br />
Gabran ließ den Kopf in seine Hände sinken. Die Stimme hatte recht. Er würde an diesem Abend erneut schlafen gehen, ohne dem Tintenklecks Wörter hinzugefügt zu haben. So wie all die Tage zuvor ebenfalls.<br />
Er rollte den Papyrus zusammen und verdeckte so den Tintenklecks. Wieder ein Abend der Leere. Er hatte nichts geschrieben, und auch sonst gab es nichts, das sein Leben erfüllte. Tagsüber probte Gabran mit den Schauspielern Stücke, in denen sich Männer und Frauen fanden und miteinander glücklich wurden. Oft war es nur für eine kurze Zeit, ehe das Schicksal sie wieder auseinanderriss, meistens durch den Tod. Aber immerhin hatten sie dann vor ihrem Tod geliebt und gelebt. Das was er hatte, das war kein Leben. Das war nur Leere und Kälte und Einsamkeit. Manchmal fingen ihn die Worte auf und verliehen seinem traurigen Dasein einen Sinn. Doch zur Zeit hatte er auch die Worte nicht.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Rose von Kronn: Andalind aus Gonnim</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 17:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei der folgenden Figur aus meinem Roman &#8222;Bühnenzauber&#8220; handelt es sich um eine recht rätselhafte Person, bei der es mir schwer fällt sie zu beschreiben, da ich nicht zuviel über sie verraten möchte. Ich lasse vorerst Keil Stronden, den königlichen Geschichtsschreiber, zu Wort kommen, der bei ihrer Beschreibung prompt ins Schwärmen gerät: Ich wage zu&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der folgenden Figur aus meinem Roman &#8222;Bühnenzauber&#8220; handelt es sich um eine recht rätselhafte Person, bei der es mir schwer fällt sie zu beschreiben, da ich nicht zuviel über sie verraten möchte.<br />
Ich lasse vorerst Keil Stronden, den königlichen Geschichtsschreiber, zu Wort kommen, der bei ihrer Beschreibung prompt ins Schwärmen gerät:</p>
<p><i>Ich wage zu behaupten, dass wir am Kronner Königshof durchaus vom Anblick schöner Frauen verwöhnt sind. Und doch ist es keine adelige Frau, keine Tochter eines Fürsten, die hier in der Hauptstadt schwärmerisch als &#8222;Rose von Kronn&#8220; bezeichnet wird, sondern eine Schauspielerin.<br />
Im Blütemond 1420 n. F. trat in einem kleinen Theater erstmals jenes Mädchen auf, das die folgenden zwei Jahre Tausende von Zuschauern in Verzückung versetzen sollte. Andalind hieß die Schauspielerin, die zunächst nur Helborgs treue Dienerin spielte. Doch mit ihrer klaren, deutlichen Stimme, den roten Locken und ihrer wohlgeformten Gestalt fiel sie allen auf. Dazu kam, dass sie die Rolle der Dienerin so überzeugend und lebhaft darstellte, dass die Zuschauer sofort von ihr begeistert waren.<br />
Es dauert nicht lange, ehe Andalind Helborg selbst spielte und die Schauspielergruppe vom königlichen Theater auf sie aufmerksam wurde. So kam es, dass die junge Frau ein Jahr später in Kronns größtem Theater auf der Bühne stand.</i></p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/andalind3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-4964 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/andalind3-205x300.jpg" alt="Andalind aus Gonnim" width="205" height="300" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/andalind3-205x300.jpg 205w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/andalind3.jpg 409w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" /></a></div>
<p>Mit diesem Text nahm  alles seinen Anfang. Ich hatte damals ein Porträt gezeichnet und mir überlegt, wer die junge Frau sein könnte. Schließlich formte sich in meinem Kopf das Bild einer gefeierten Schauspielerin, die eine ganze Stadt zum Schwärmen brachte. So entstand dann der Text des besagten Geschichtsschreibers, der natürlich noch länger ist &#8211; aber ich möchte hier ja nicht Andalinds gesamte Lebensgeschichte erzählen.<br />
2009 zeichnete ich dann ein neues Bild von Andalind und dachte über ihre letzte große Rolle nach. Und so formte sich um sie und um jenes Theaterstück allmählich ein Roman.</p>
<p>&#8222;Bühnenzauber&#8220; beginnt damit, dass Andalind ans königliche Theater geholt wird &#8211; und dass der Dichter Gabran sich unsterblich in sie verliebt.<br />
Er formt sich in seinem Kopf schnell ein Bild von ihr, eine Idealvorstellung gewissermaßen, und oft bin ich mir selbst beim Schreiben nicht sicher, ob Andalind so ist oder ob nur er sie so sieht. Daran erkennt man schon, dass ich mit ihrem Charakter so meine Probleme habe.<br />
Der Punkt ist: Sie spielt auch im wirklichen Leben eine Rolle. Nicht immer und nicht immer dieselbe. Vielmehr passt sie sich den Gegebenheiten an und ist dann die Person, die sie in der jeweiligen Situation am ehesten sein sollte. Sie ist schwer zu beschreiben &#8211; und sie ist auch schwer zu schreiben. Sie ist eben ein Rätsel &#8211; und in dem Roman, in dem es mehrere Rätsel gibt, ist sie vermutlich das größte.</p>
<p>Natürlich weiß ich noch mehr über sie als das wenige, was ich hier geschrieben habe. Allerdings kann ich kaum etwas über ihr wahres Ich preisgeben, ohne damit gleich zuviel über das Ende des Romans zu verraten. Für Gabran ist Andalind auf alle Fälle ein sanftes Mädchen, das es schafft, direkt in seine Seele zu blicken. Und obwohl er sich da ein Bild von ihr macht, das nicht völlig zutrifft, sieht er zugleich doch mehr von ihrem wahren Ich als vielleicht jeder andere.<br />
Es ist kompliziert mit ihr &#8230;</p>
<p>Und mit diesen dürften Informationen beende ich auch diesen Beitrag bereits wieder &#8211; und mit einer kurzen Szene natürlich. Gabran und Herun sind hier im &#8222;Konkurrenz&#8220;-Theater und sehen sich Andalind an. Ja, Gabran ist ein Schwärmer und neigt zu Übertreibungen (und zum exzessiven Gebrauch von Adjektiven) &#8230;</p>
<p><i>Schließlich verschwand der Bote und eine klare, deutliche Stimme durchdrang die Stille: “Danhild, ich sah, wie der Bote ging. Sag mir: Gibt es freudige Nachrichten von meinem Vater?”<br />
Gabran richtete sich interessiert auf. Was für eine wunderbare Bühnenstimme. Trotz ihrer Jugend war sie eher tief und hatte einen angenehmen, weichen Klang. Kein Akzent war ihr zu entnehmen, kein Wort war undeutlich gesprochen oder vernuschelt, wie es bei Susa so oft der Fall war.<br />
Die Schauspielerin trat durch den mittleren Durchgang auf. Ein Raunen lief durch die Zuschauerreihen, und Gabran hielt unwillkürlich den Atem an. Rotbraune Locken umrahmten ein ebenmäßiges Gesicht, die hellbraunen Augen schienen ihn direkt anzublicken. Ein raffiniert geschnürtes Kleid brachte ihre zarten Rundungen wunderschön zur Geltung. Das Alter der Schauspielerin war schwer einzuschätzen. Sie wirkte gleichermaßen wie ein unschuldiges Mädchen und eine reife Frau. Erst, als sie neben die Dienerin trat, merkte Gabran, dass sie eher klein war. Bei ihrem Auftritt hatte sie groß gewirkt, vielleicht, weil sie sich so aufrecht hielt, vielleicht aber auch, weil sie die Bühne alleine auszufüllen schien.<br />
“Hübsches Mädchen”, stellte Herun neben ihm fest.<br />
Hübsch? Gabran streifte seine Schwester mit einem tadelnden Seitenblick. Diese Andalind war nicht einfach hübsch, sondern eine echte Schönheit. Ein Mädchen, das auf die Bühne gehörte, das eben jenen Bühnenzauber besaß, der Susa fehlte.<br />
Das restliche Stück hindurch konnte Gabran die Augen nicht von ihr wenden. Alle anderen Schauspieler wirkten bedeutungslos neben ihr. Niemand sprach so deutlich, traf mit einem solchen Gefühl die richtigen Betonungen. Andalind war Helborg, mit jeder Faser ihres Körpers. Trauer, Freude, Liebe, Leid … nichts davon wirkte aufgesetzt.<br />
Sie brauchten dieses Mädchen für ihr Theater, um jeden Preis.</i></p>
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		<title>Pflicht und Verantwortung: Königin Bergund Hano</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 06:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Bergund ist ebenfalls eine Figur aus meinem High-Fantasy-Projekt &#8222;Die Göttersteine&#8220;. Sie ist von der Entstehung her fast so alt wie Vendalar und Riava, hat aber seither eine Namensänderung und eine komplette Kehrtwendung ihres Charakters hinter sich. Beim Schreiben habe ich mit ihr manchmal meine Probleme, da sie für mich ziemlich schwierig zu schreiben ist und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bergund ist ebenfalls eine Figur aus meinem High-Fantasy-Projekt &#8222;Die Göttersteine&#8220;. Sie ist von der Entstehung her fast so alt wie Vendalar und Riava, hat aber seither eine Namensänderung und eine komplette Kehrtwendung ihres Charakters hinter sich. Beim Schreiben habe ich mit ihr manchmal meine Probleme, da sie für mich ziemlich schwierig zu schreiben ist und ich mit ihrer Perspektive teilweise nicht gut klarkomme.</p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/bergund_neu3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-4963 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/bergund_neu3-222x300.jpg" alt="Königin Bergund" width="222" height="300" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/bergund_neu3-222x300.jpg 222w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/bergund_neu3.jpg 443w" sizes="auto, (max-width: 222px) 100vw, 222px" /></a></div>
<p>Bergund ist Anfang zwanzig, hat dunkle Haare und grüne Augen, ist relativ groß und ein wenig kräftiger gebaut. Sie ist das zweitälteste von vier Kindern und daher eigentlich nicht die erste in der Thronfolge. Ihre ältere Schwester Ramhild hat allerdings (aus Liebe, nicht aus politischem Kalkül) in ein Fürstentum eingeheiratet und damit auf den Thron verzichtet. Um das genauer zu erklären, müsste ich nun die Heirats- und Häuserpolitik der Skonländer erläutern, was hier aber zu weit führen würde. Daher müsst ihr das jetzt wohl einfach mal so hinnehmen. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><br />
Das ganze ist natürlich in der Familie besprochen worden &#8211; sowohl der König als auch Bergund waren damit einverstanden. Allerdings ist dann der König unerwartet früh bei einem Reitunfall gestorben, wodurch Bergund viel früher als gedacht Königin wurde.</p>
<p>Sie fühlt sich ein wenig damit überfordert und hat eine große Angst, etwas falsch zu machen. Aus diesem Grund klammert sie sich in vielen Punkten an Traditionen fest. Trotz ihrer Einwilligung in Ramhilds Entscheidung, nimmt sie es ihrer Schwester übel, dass sie ihre Gefühle über ihre Pflichten gestellt hat. Nach Bergunds Ansicht kommt zuerst die Verantwortung ihrem Land gegenüber und erst dann die eigenen Bedürfnisse und Gefühle.<br />
Bergund hat also ihre Gefühle ganz in sich eingeschlossen, und dazu kommt noch, dass sie schon von Haus aus eher kühl und zurückhaltend ist. Mit großen Emotionen kann sie nichts anfangen.<br />
Obwohl Bergund so streng mit sich selbst und ein wahres Arbeitstier ist, ist sie nicht unbedingt eine beliebte Königin. Dafür wirkt sie zu kaltherzig, und dafür sind auch die Maßstäbe, die sie an andere legt, zu hoch: Denn sie erwartet von allen dasselbe Streben nach Perfektion wie von ihr selbst.</p>
<p>Zu Beginn des Romans heiratet Bergund einen Adligen namens Farn, obwohl sie eigentlich keinen Ehemann möchte. Aber sie betrachtet auch das als ihre Pflicht und als eine Tradition, der sie sich nicht widersetzen möchte. Farn wiederum hegt aufrichtige Gefühle für Bergund, womit sie nicht besonders gut klarkommt. Ihre wäre eine reine Zweckgemeinschaft lieber, da sie mit Farns Liebe nichts anfangen kann.<br />
Dazu kommt noch, dass Bergund versucht, mehr über die titelgebenden Göttersteine herauszufinden, was möglichst niemand wissen sollte. Und Farns große Neugierde betrachtet sie daher als Gefahr.</p>
<p>Es klingt vielleicht so, als wäre Bergund mit ihrer kühlen Art und ihrer Schwierigkeit, mit anderen Menschen umzugehen, <a href="https://neyasha.at/2011/06/03/hinter-der-maske-dalar/">Vendalar</a> ein wenig ähnlich. Das mag auf den ersten Blick auch so sein, aber der entscheidende Unterschied ist: Dalar trägt nach außen hin eine Maske, während es aber unter der Oberfläche sozusagen gewaltig brodelt. Bergund hingegen ist gewissermaßen tatsächlich zu der Maske geworden, die sie trägt.</p>
<p>In der folgenden Szene begegnen wir Bergund und Farn direkt vor ihrer Hochzeitsnacht. Ich hoffe, die vielen Namen irritieren euch nicht &#8211; es ist für das Verständnis der Szene eigentlich unerheblich, wer sie alle sind.</p>
<p><i>Ihr Lächeln fühlte sich an wie festgefroren, und Bergund fragte sich, ob man es ihr wohl ansehen konnte, dass sie es ihrem Gesicht aufzwang. Bei ihren Schwestern war es echt, daran zweifelte sie nicht. Nanwigs Lachen tönte laut und hemmungslos durch den Saal, und Ramhild ließ sich davon anstecken. Ein wenig verlegen hielt sie sich daraufhin die Hand vor den Mund, aber Sihard beugte sich zu ihr hin, zog ihre Hand weg und küsste sie vor all den Gästen. Bergund wusste nicht, ob sie ihre Schwester wegen ihrer Unbekümmertheit beneidete oder verachtete. Ob man von ihr und Farn nun, da sie verheiratet waren, auch erwartete, dass sie ihre Zuneigung offen zur Schau stellten? Wenn, dann würden sie enttäuscht werden. Es kostete Bergund bereits alle Überwindung, ihre Hand nicht von Farns wegzuziehen, und obwohl sie immer wieder seinen Blick auf ihr ruhen fühlte, vermied sie es ihn anzusehen.<br />
Wieder lachte Nanwig, und mit einem Mal wollte Bergund einfach nur noch von hier weg. Sie erhob sich und nickte Farn kurz zu, der sofort aufstand. Das Lächeln blieb weiterhin in ihrem Gesicht, während Bergund sich an ihre Gäste wandte, ihnen für ihr Kommen dankte und ihnen noch einen angenehmen Abend wünschte. Gemeinsam mit Farn verließ sie den Saal, begleitet von Giser und ihren Verwandten, während ihnen die anderen Gäste zujubelten. Bergunds Widerwillen wuchs mit jedem Schritt, als ihre Begleiter sie bis in die Privatgemächer und vor ihre Schlafzimmertür führten. </i><br />
<i>Dann öffnete Anrun die Tür, und die Begleiter warfen die Blüten der Feuersterne auf die Schwelle. Diese Blumen sollten die Ewigkeit ihrer Liebe symbolisieren. Beinahe hätte Bergund darüber gelacht &#8211; welche Liebe? Auch, als Anrun schon die Tür hinten ihnen ins Schloss gezogen hatte, hörten sie noch immer die rituellen Gesänge ihrer Verwandten.<br />
Schweigend standen sie einander gegenüber. Farn wirkte nicht so selbstsicher und fröhlich wie sonst, als sie jetzt zu ihm blickte. Dennoch klang seine Stimme fest, als er die alte Formel sprach: „Ich bitte um Aufnahme in dein Haus. Ich werde dich achten, dir treu sein und dich vor allen Gefahren beschützen. Wo du bist, möchte auch ich sein, solange Guda, der Eine, es mir erlaubt.“<br />
„Ich nehme dich auf in mein Haus. Ich werde dich achten, dir treu sein und dich vor allen Gefahren beschützen. Und wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, solange Guda, der Eine, es mir erlaubt“, antwortete Bergund.<br />
Sie löste den Gürtel und die Fibeln, die ihr Obergewand zusammenhielten und ließ den schweren Stoff zu Boden gleiten. Die Bewegung kam ihr plump und unbeholfen vor. Nur mit Mühe widerstand sie der Versuchung, die Arme vor ihrem Körper zu verschränken, als sie jetzt nur noch in ihrem dünnen Untergewand vor Farn stand. Schüchternheit war ihr immer fremd gewesen, doch so entblößt hatte sie sich bisher nur ihren Dienerinnen gezeigt. Farns Blick ruhte auf ihr, und Bergund erkannte darin Begehren und &#8230; Zärtlichkeit? Rasch wandte sie den Kopf ab. „Sieh mich nicht so an“, wollte sie sagen. „Du solltest nicht so für mich empfinden.“ Denn sie würde seine Gefühle niemals erwidern können. Selbst die freundschaftliche Zuneigung, die sie noch vor einigen Monden für ihn empfunden hatte, war in der letzten Zeit erstickt worden von Pflichten und Verantwortung.</i></p>
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		<title>Hinter der Maske: Dalar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 16:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Kommen wir also zu einer weiteren meiner Figuren, zu Dalar (oder vollständig: Vendalar Vano-Ligas). Er ist in derselben Fantasywelt beheimatet wie Herun, stammt aber aus einem ganz anderen Roman, nämlich meinem epischen High-Fantasy-Monsterding &#8222;Die Göttersteine&#8220;. Dalar gehört zu meinen ältesten Figuren überhaupt. Die ersten Szenen zu dem besagten Roman entstanden vor mehr als 10 Jahren,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kommen wir also zu einer weiteren meiner Figuren, zu Dalar (oder vollständig: Vendalar Vano-Ligas). Er ist in derselben Fantasywelt beheimatet wie Herun, stammt aber aus einem ganz anderen Roman, nämlich meinem epischen High-Fantasy-Monsterding &#8222;Die Göttersteine&#8220;.</p>
<p>Dalar gehört zu meinen ältesten Figuren überhaupt. Die ersten Szenen zu dem besagten Roman entstanden vor mehr als 10 Jahren, auch wenn es seither kaum noch etwas gibt, was sich nicht komplett geändert hat. Auch Dalar selbst hat sich stark verändert und ist hoffentlich im Laufe der Zeit vielschichtiger geworden.<br />
Interessant ist, dass er als einer der wenigen meiner Hauptpersonen sehr lange nur von außen betrachtet wird. Er hatte ursprünglich nie selbst die Perspektive in den Göttersteinen und tritt auch jetzt erst spät als Perspektiventräger zutage. Sonst wird er fast immer aus der Sicht von Riava beschrieben (die ich bestimmt auch irgendwann hier vorstellen werde).<br />
Das war weniger plotbedingt, sondern entstand tatsächlich eher aus seinem Charakter heraus. Denn Dalar wollte mich lange nicht wirklich in seinen Kopf blicken lassen. Zwar kenne ich ihn als Figur sehr gut und kann ihn besser verstehen als so einige andere meiner Figuren, aber aus seiner Sicht schreiben: Das ging irgendwie nicht. Aber dann kam eine Szene, die nur aus seiner Sicht funktionieren konnte, und seither klappt es eigentlich ganz gut.</p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/vendalar2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-4951 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/vendalar2-223x300.jpg" alt="Vendalar" width="223" height="300" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/vendalar2-223x300.jpg 223w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/vendalar2.jpg 445w" sizes="auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a></div>
<p>Dalar ist gewissermaßen eine eher sperrige Figur. Ich bin mir nicht sicher, wie er bei Lesern ankommen wird, aber zumindest ich als Autorin mag ihn. Er ist ein sehr verschlossener und misstrauischer Mensch und trägt nach außen hin meist eine eher gleichgültige Maske zur Schau. Auf alle, die ihn nicht gut kennen (was auf die meisten zutrifft), wirkt er kühl, schroff und überheblich. Gerade die Überheblichkeit ist aber wirklich eine reine Maske, da er eigentlich nicht allzu viel von sich selbst hält. Dalar hat eine ständige Angst zu versagen und mag sich selbst nicht besonders. Da er aber nach außen hin meist sehr ruhig und selbstsicher wirkt, muss man ihn schon gut kennen, um zu wissen, dass er in Wirklichkeit stark an sich selbst zweifelt. Und man muss ihn auch sehr gut kennen, um zu merken, dass er eigentlich ziemlich warmherzig sein kann. Da Dalar nicht besonders gut mit anderen Menschen umgehen kann, verhält er sich manchmal auch jenen gegenüber, die er mag nicht sonderlich freundlich.</p>
<p>Sein Charakter ist sehr stark dadurch geprägt, dass er die meiste Zeit seines Lebens von anderen verachtet wurde. Er entspringt einer etwas unglücklichen Verbindung zwischen zwei Kulturen, die einander feindselig gesinnt sind. Äußerlich kommt er ganz nach seinem Vater &#8211; er hat blonde Haare, blaugraue Augen und eine helle Haut -, aber aufgewachsen ist er im Volk seiner Mutter, wo er nie wirklich akzeptiert wurde. Dass der Ratsvorsitzende des Landes sein Ziehvater ist, hat ihn nicht unbedingt beliebter gemacht, sondern der Verachtung auch noch einen gewissen Neid hinzugefügt.</p>
<p>Die folgende Szene ist vermutlich aus dem Zusammenhang gerissen schwer zu verstehen &#8211; aber das sind alle Szenen mit Vendalar. Es ist ein Gespräch zwischen Rhal, einem Anatca (einem nicht-menschlichen Volk meiner Welt) und Dalar über eine dritte Figur namens Lechan, die um eine Eingliederung der Anatca in die menschliche Gesellschaft bemüht ist:</p>
<p><i>“Dir ist Lechan auch unheimlich”, stellte Vendalar fest.<br />
“Das ist sie uns allen. Aber wir sind auf sie angewiesen. Sie ist unser Bindeglied zu den Menschen. Unsere einzige Verbündete unter ihnen.”<br />
“Das stimmt nicht. Was ist mit Riava und mir? Wir können euer Bindeglied sein.”<br />
Rhal betrachtete das meist so verschlossene Gesicht des Menschen und dachte an sein Misstrauen, seine Schroffheit. “Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber …”<br />
“Aber was?”, fragte Vendalar scharf.<br />
“Lechan hat die Fähigkeit, andere zu führen und zu überzeugen. Du kannst das nicht. Du …” Rhal brach ab. Erstmals machte der Mensch einen Schritt auf ihn zu und er wusste nichts besseres zu tun als ihn mit seinen Schwächen zu konfrontieren. Aber das Problem war, dass sie genau aus diesem Grund Lechan doch brauchten. Vendalar war niemand, der Menschen rasch für sich einnehmen, sie führen konnte. Dafür war er zu wenig bereit, anderen einen Schritt entgegenzugehen. Vielmehr schien er alle anderen um jeden Preis ausschließen zu wollen.<br />
Vendalar presste die Lippen aufeinander und wandte den Blick ab.<br />
“Es tut mir Leid”, sagte Rhal. “Ich wollte nicht …”<br />
“Nein, du hast recht. Du bist nicht der erste, der das sagt.” Vendalar lachte auf, hart und spöttisch. “Ich bin unfähig, wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht. Mein Ziehvater war sehr darum bemüht, diesen Defizit von mir auszumerzen, aber auch er war nicht erfolgreich.”</i></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Mit dem Kopf durch die Wand: Herun</title>
		<link>https://neyasha.at/2011/05/28/mit-dem-kopf-durch-die-wand-herun/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 May 2011 17:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreibgeplauder]]></category>
		<category><![CDATA[Von Helden und Schurken]]></category>
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					<description><![CDATA[Inspiriert von Yambwi, die heute auf ihrem Blog eine ihrer Lieblingsfiguren vorstellt, habe ich beschlossen, hier eine neue Kategorie einzuführen und euch nach und nach einige meiner Romanfiguren näherzubringen. Den Anfang macht Herun Lestes, eine meiner absoluten Lieblinge. Dabei hab ich sie im Grunde recht &#8222;gezwungen&#8220; erschaffen: Für meinen Roman &#8222;Bühnenzauber&#8220; brauchte ich noch eine&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Inspiriert von Yambwi, die heute auf ihrem Blog <a href="http://yambwi.wordpress.com/2011/05/28/1049/">eine ihrer Lieblingsfiguren</a> vorstellt, habe ich beschlossen, hier eine neue Kategorie einzuführen und euch nach und nach einige meiner Romanfiguren näherzubringen.</p>
<p>Den Anfang macht Herun Lestes, eine meiner absoluten Lieblinge. Dabei hab ich sie im Grunde recht &#8222;gezwungen&#8220; erschaffen: Für meinen Roman &#8222;Bühnenzauber&#8220; brauchte ich noch eine Perspektiventrägerin, die im königlichen Theater beschäftigt ist, und so ist Herun, die Gewandmeisterin und Schwester meines anderen Perspektiventrägers Gabran entstanden. Dass diese rein aus praktischen Gesichtsgründen aus dem Boden gestampfte Figur für mich trotzdem nie &#8222;künstlich&#8220; wirkte, lag wohl vor allem daran, dass ich Herun ansonsten in kein Schema pressen musste. Sie musste keine bestimmten Charaktereigenschaften haben, um bestimmte Handlungsstränge möglich zu machen, sie konnte sich einfach so entfalten, wie sie wollte. Und so habe ich sie im Vorfeld auch nur wenig geplant, sondern sie brutal in den Roman geschmissen und gesagt: &#8222;Mach mal!&#8220;<br />
So etwas kann natürlich schiefgehen. Andere Figuren schauen einen in so einem Fall verzweifelt an und fragen &#8222;Wiewowas, und jetzt?&#8220;<br />
Herun nicht, die ist in eine Szene mit Gabran hineinspaziert und hat die Handlung an sich gerissen. Und ich hatte sie sofort in mein Herz geschlossen.</p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/herun.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-4936 size-medium" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/herun-300x256.jpg" alt="Herun" width="300" height="256" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/herun-300x256.jpg 300w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2018/05/herun.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></div>
<p>Aber wer ist eigentlich Herun?<br />
Sie ist Anfang 30, hat dunkle Haare und graugrüne Augen und ist eher keine klassische Schönheit. Aber Herun ist selbstbewusst, hat einen scharfen Verstand und weiß, was sie will. Geduld ist nicht unbedingt ihre Stärke und Diplomatie auch nicht. Meistens ist sie sehr direkt und nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Da sie nicht gerade die Sensibilität in Person ist, gerät sie des öfteren mit ihrem Bruder aneinander, der manchmal etwas überempfindlich ist.<br />
Nichtsdestotrotz ist ihr Bruder Gabran für sie wohl der wichtigste Mensch überhaupt, und sie hat oft das Bedürfnis ihn zu beschützen.<br />
Die Liebe zwischen diesen Geschwistern finde ich nahezu rührend. Für mich ist das eigentlich die wichtigste zwischenmenschliche Beziehung im ganzen Roman, auch wenn es für Herun noch eine Person gibt, die ihr viel bedeutet (auch wenn sie das zunächst nicht wahrhaben will): Maldwin, der aus ihrer Sicht &#8222;nur&#8220; ihr Liebhaber ist, dennoch aber zu ihren wichtigsten Vertrauten zählt. Und auch die Beziehung zwischen diesen beiden mochte ich beim Schreiben sehr, da es sich hier eigentlich nicht um eine zart-romantische Liebesgeschichte handelt und es dennoch um große Gefühle geht.</p>
<p>Figuren wie Herun kann man sich eigentlich nur wünschen: Sie hat mir beim Schreiben nie Probleme bereitet und die Handlung enorm vorangetrieben. Und immer war sie für mich als Figur sehr eindeutig greifbar.</p>
<p>Und als Abschluss gibt es noch eine kleine Szene mit ihr:</p>
<p><i>Im schwachen Schein zweier Öllampen war Herun damit beschäftigt kleine Perlen am Ausschnitt von Kudunes Kleid anzubringen. Von unten drangen Gelächter und Gesang herauf, da ein Teil der anderen Hausbewohner im Innenhof die Geburt einer Tochter feierte. Auch Herun war eingeladen worden, aber sie hatte sich nach einer Weile verabschiedet, um noch an dem Kleid zu arbeiten.<br />
Zum wiederholten Male entglitt eine Perle ihren Fingern und landete mit einem leisen Klacken auf dem Boden. Herun war kurz davor, das Kleid einfach dazuzuwerfen. Vielleicht sollte sie das vermaledeite Ding für heute beiseite zu legen und doch wieder hinunter zu den Feiernden gehen. Für diese Arbeit brauchte sie Tageslicht.<br />
Ein Klopfen an der Tür ließ sie aufhorchen. War das Gedankenübertragung? Bestimmt war das jemand von unten, der sie überreden wollte mitzufeiern. Sie legte ihre Arbeit beiseite, löschte eine der Öllampen aus und ging mit der anderen zur Tür. Es würde keiner großen Überredung mehr bedürfen.<br />
Als sie die Tür öffnete, fand sie davor aber zu ihrer Überraschung Maldwin, gekleidet wie für ein feines Abendessen.<br />
“Bei euch geht es ja lustig zu”, sagte er anstatt einer Begrüßung.<br />
“Aus dem zweiten Stock hat jemand eine Tochter bekommen. Und das wird nun gebührend gefeiert. Was machst du hier?”<br />
“Weißt du Herun, das mag ich so an dir. Man wird immer so warmherzig begrüßt, da fühlt man sich sofort willkommen.”<br />
Sie verdrehte die Augen. “Gut. Mein liebster Maldwin, ich bin überaus erfreut, dich hier zu sehen. Du bist der Lichtblick meines trüben Abends. Tritt ein und bring Glanz in meine bescheidenen Räume.” Mit einer schwungvollen Geste bat sie ihn herein. “Besser so?”<br />
“Viel besser”, sagte Maldwin ungerührt.</i><i></i></p>
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