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	<title>Erzählungen &#8211; Neyashas Allerlei</title>
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	<description>Vom Lesen, Schreiben und von kreativen Dingen</description>
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		<title>[Kurzrezensionen] Drei Kurzgeschichtensammlungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2022 19:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Joseph O&#8217;Neill &#8211; Guter Ärger Dieses Buch habe ich schon vor einer ganzen Weile gelesen, aber ich habe übersehen, dass ich die Rezension dazu noch immer nicht veröffentlicht hatte. Es handelte sich dabei gewissermaßen um einen Zufallsfund. Beim Lesebingo 2021 gab es ein Feld, das verlangte ein Buch von einem Autor mit meinen Initialen zu&#8230;]]></description>
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<h3 class="wp-block-heading">Joseph O&#8217;Neill &#8211; Guter Ärger</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/guterärger.jpg" alt="" class="wp-image-10785" width="171" height="280" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/guterärger.jpg 305w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/guterärger-183x300.jpg 183w" sizes="(max-width: 171px) 100vw, 171px" /></figure></div>


<p>Dieses Buch habe ich schon vor einer ganzen Weile gelesen, aber ich habe übersehen, dass ich die Rezension dazu noch immer nicht veröffentlicht hatte. Es handelte sich dabei gewissermaßen um einen Zufallsfund. Beim Lesebingo 2021 gab es ein Feld, das verlangte ein Buch von einem Autor mit meinen Initialen zu lesen. Also habe ich einfach in der Bibliothek beim O gestöbert und bin dabei auf diese Kurzgeschichtensammlung des irischen Schriftstelles Joseph O&#8217;Neill gestoßen.</p>



<p>Leider war es kein ganz so guter Fang, auch wenn mir die Geschichten großteils gut gefallen haben. Sie sind teilweise witzig oder auch bissig, oft auch mit skurrilen Elementen. Es handelt sich großteils um Momentaufnahmen: ein Ehepaar, das nachts glaubt einen Einbrecher zu hören; ein Mann auf der Suche nach jemandem, der ihm ein Leumundszeugnis zur Miete einer Wohnung ausstellen kann; einige Freunde auf einem Geburtstagsausflug. Aber so unmittelbar, wie man in viele der Geschichten einsteigt, so unmittelbar enden sie auch &#8211; manchmal an scheinbar beliebiger Stelle, ohne jegliche &#8222;Auflösung&#8220; oder dem Gefühl, dass hier tatsächlich ein Schlusspunkt gesetzt wird. Mir ist es fast bei jeder Geschichte so gegangen, dass ich sie gern gelesen habe, am Ende aber enttäuscht oder sogar vor den Kopf gestoßen war. Ich habe nichts gegen offene Enden, aber für mich wirkten diese hier einfach nicht rund.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Line Madsen Simenstad &#8211; Königin-Maud-Land ist geheim</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="182" height="300" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/maudland-182x300.jpg" alt="" class="wp-image-10782" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/maudland-182x300.jpg 182w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/maudland.jpg 304w" sizes="(max-width: 182px) 100vw, 182px" /></figure></div>


<p>Auch bei diesen fünf Kurzgeschichten der norwegischen Autorin Line Madsen Simenstad handelt es sich großteils um Momentaufnahmen, wenn etwa eine Tochter neben ihre sterbenden Vater wacht oder eine Frau sich bei einer Taxifahrt einem Fremden anvertraut. </p>



<p>In den Geschichten geht es um Beziehungen, um Liebe, Familie und Trauer. Trotz des eher nüchternen Erzählstils gehen die Geschichten unter die Haut. Ich habe sie als melancholisch, stellenweise vielleicht sogar als hoffnungslos empfunden. In den beschriebenen Situationen schwingt oft eine gewisse Ohnmacht der Figuren mit, die ich auch als Leserin deutlich spüren konnte. Ich würde daher nicht unbedingt sagen, dass es mir Freude gemacht hat das Buch zu lesen, aber ich habe die Lektüre dennoch sehr genossen. Es war ein eindringliches Leseerlebnis; die Erzählungen haben noch lange in mir nachgehallt. Allerdings ist es auch die Art von Buch, das ich nur in kleinen Dosen genießen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mariana Leky &#8211; Kummer aller Art</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/kummerallerart.jpg" alt="" class="wp-image-10786" width="182" height="303" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/kummerallerart.jpg 208w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2022/10/kummerallerart-180x300.jpg 180w" sizes="(max-width: 182px) 100vw, 182px" /><figcaption> </figcaption></figure></div>


<p>Bei diesen kurzen Texten handelt es sich nicht wirklich um Kurzgeschichten, sondern um Kolumnen, die ursprünglich in der Zeitschrift &#8222;Psychologie heute&#8220; veröffentlicht wurden. Es hilft, wenn man das vorher weiß, da ich zunächst ein wenig von den Texten irritiert war. Sie funktionieren unabhängig voneinander, sind allerdings im selben Personenkosmos angesiedelt und aus der Perspektive derselben Ich-Erzählerin geschildert. Kummer aller Art plagt die Menschen aus dem Umfeld der Erzählerin: Ihre Nachbarin Frau Wiese kann nicht schlafen, das Patenkind hat den ersten Liebeskummer, der Cafébesitzer Achim versucht sich vergeblich am Meditieren. </p>



<p>Mariana Leky beschreibt in den anekdotenhaften Erzählungen alltägliche Sorgen und Ängste, kleine Marotten und Zwangsstörungen. Der Tonfall ist warmherzig und humorvoll und manches darin fand ich sehr vertraut. Allerdings bleibt &#8211; bedingt durch die Kürze der Texte &#8211; alles auch sehr an der Oberfläche, viele Personen schrammen nur knapp am Klischee vorbei. Ein unterhaltsames Buch, das man gut in kleinen Häppchen lesen kann, das aber auch nicht allzu lange in mir nachhallte.</p>
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		<title>[Kurzrezensionen] Von Schottland, Schund und Sühne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 19:31:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebesroman]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Susanne Oswald &#8211; Der kleine Strickladen in den Highlands Nachdem Maighread auf einmal ohne Job und Freund dasteht, macht sie sich auf in die schottischen Highlands, um ihre totgeglaubte Großmutter kennenzulernen. Diese ist alles andere als begeistert über das unerwartete Auftauchen ihrer Enkelin, aber zum Glück gibt es da noch den hilfsbereiten Schotten Joshua &#8211;&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Susanne Oswald &#8211; Der kleine Strickladen in den Highlands</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7840 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/strickladen-300x300.jpg" alt="" width="198" height="198" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/strickladen-300x300.jpg 300w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/strickladen-150x150.jpg 150w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/strickladen-70x70.jpg 70w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/strickladen.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px" /></p>
<p>Nachdem Maighread auf einmal ohne Job und Freund dasteht, macht sie sich auf in die schottischen Highlands, um ihre totgeglaubte Großmutter kennenzulernen. Diese ist alles andere als begeistert über das unerwartete Auftauchen ihrer Enkelin, aber zum Glück gibt es da noch den hilfsbereiten Schotten Joshua &#8211; und einen kleinen Wollshop, um den sich niemand mehr zu kümmern scheint.</p>
<p>Gut, von einem Buch mit diesem Titel habe ich keine große Literatur, sondern entspannte Unterhaltung erwartet. Leider fand ich aber vieles an dem Roman sehr unlogisch und nervig. So konnte ich etwa nicht nachvollziehen, weshalb Maighread immer wieder vergeblich den Wollshop aufsucht und über diesen nachdenkt, statt einfach mal jemanden zu fragen, ob der dauerhaft geschlossen wurde und wem dieser gehört. Dann die Liebesgeschichte: Es gibt nicht nur ein sehr konstruiertes Missverständnis, sondern die Figuren sind auch noch unfähig, darüber einfach normal zu reden. Schade, da mir der Einstieg in die Geschichte gut gefallen hat und ich einige Aspekte des Romans durchaus mochte. Aber alles in allem war das leider ein Fehlgriff.</p>
<h3>Scottish Myths and Legends</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7841 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/scottishmyths-184x300.jpg" alt="" width="148" height="241" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/scottishmyths-184x300.jpg 184w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/scottishmyths.jpg 306w" sizes="auto, (max-width: 148px) 100vw, 148px" />Dieses Buch habe ich in Schottland sehr günstig erstanden und leider macht sich der billige Preis auch ein wenig bemerkbar: Zwar sind darin sehr viele Geschichten versammelt, aber diese wirken etwas lieblos und wahllos zusammengestellt. Weder gibt es eine Untergliederung nach Themen, Region oder Zeit noch gibt es irgendwelche Hintergrundinformationen.</p>
<p>Die Geschichten selbst sind recht unterschiedlich: So finden sich darin sowohl Sagen, die die Entstehung bestimmter Landschaftsformen erklären als auch märchenhafte Erzählungen, Anekdoten über schottische Helden und Beschreibungen von mythologischen Wesen. Davon haben mir naturgemäß manche beser gefallen als andere, aber insgesamt habe ich sie gern gelesen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die gut 50 Geschichten irgendwie untergliedert gewesen wären und ich auch etwas über ihre Entstehung oder Herkunft erfahren hätte.</p>
<h3>Anna Basener &#8211; Schund und Sühne</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7842 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/schundundsühne-189x300.jpg" alt="" width="152" height="241" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/schundundsühne-189x300.jpg 189w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2021/01/schundundsühne.jpg 314w" sizes="auto, (max-width: 152px) 100vw, 152px" /> Die Groschenromanautorin Kat erhält unerwartet ein Stipendium für einen Schreibaufenthalt auf Schloss Rosenbrunn. Hier lernt sie die Mitglieder der<span class="cr-widget-FocalReviews" data-hook="cr-widget-FocalReviews"><span class="a-size-base review-text" data-hook="review-body"> Familie Schell von Ohlen kennen, die darum bemüht sind nach außen den schönen Schein zu wahren, während sie mit ihren inneren Konflikten zu kämpfen haben. </span></span></p>
<p>Ich dachte, dass es sich bei diesem Roman um eine Art Parodie auf Groschenromane handeln würde, aber für mich mäanderte der Roman seltsam zwischen wenigen humorvollen Szenen und sehr viel Drama, das zu überzogen war, um realistisch zu wirken, aber nicht pointiert genug, um als gesellschaftliche Satire zu funktionieren. Alles in allem war der Roman zwar unterhaltsam zu lesen, aber er hatte leider einige Längen und der Erzählton kam mir sehr unausgewogen vor.</p>
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		<title>[Kurzrezensionen] Weihnachtliche Bücher</title>
		<link>https://neyasha.at/2020/12/28/kurzrezensionen-weihnachtliche-buecher/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Dec 2020 18:35:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi/Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Advent habe ich einige weihnachtliche Bücher gelesen oder gehört, die ich euch hier kurz vorstellen möchte: René Freund &#8211; Swinging Bells Sandra und Thomas freuen sich auf ruhige Weihnachten in trauter Zweisamkeit. Lästig ist nur, dass vorher noch Leute vorbeikommen wollen, um das zum Verkauf angebotene Bett abzuholen. Als Leo und Elisabeth, die beiden&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Advent habe ich einige weihnachtliche Bücher gelesen oder gehört, die ich euch hier kurz vorstellen möchte:</p>
<h3>René Freund &#8211; Swinging Bells</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7737 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/swingingbells-184x300.jpg" alt="" width="130" height="212" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/swingingbells-184x300.jpg 184w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/swingingbells.jpg 306w" sizes="auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px" /> Sandra und Thomas freuen sich auf ruhige Weihnachten in trauter Zweisamkeit. Lästig ist nur, dass vorher noch Leute vorbeikommen wollen, um das zum Verkauf angebotene Bett abzuholen. Als Leo und Elisabeth, die beiden Käufer, mit einer Flasche Prosecco vor der Tür stehen und es sich dann auf dem Sofa gemütlich machen, wird klar, dass es hier ein Missverständnis geben muss.</p>
<p>Da mir René Freunds <a href="https://neyasha.at/2020/11/08/rene-freund-niemand-weiss-wie-spaet-es-ist/">&#8222;Niemand weiß, wie spät es ist&#8220;</a> so gut gefallen hat, war ich begeistert, als ich von dem Autor ein Weihnachtsbuch in der Onleihe entdeckt habe. Die Ausgangssituation klang lustig und war auch wirklich amüsant geschrieben. Aber dann wurde das Buch zunehmend dramatisch und der Tonfall zwischen den vier Figuren immer aggressiver. Für eine böse Satire war das Buch dann aber wiederum zu oberflächlich und klischeehaft. Das hat eine für mich nicht wirklich passende Mischung ergeben. Mich hat das Buch zwar trotzdem gut unterhalten, aber bei weitem nicht so gut gefallen wie &#8222;Niemand weiß, wie spät es ist&#8220;.</p>
<h3>Twelve Doctors of Christmas</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7738 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/twelvedoctors-199x300.jpg" alt="" width="130" height="196" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/twelvedoctors-199x300.jpg 199w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/twelvedoctors.jpg 331w" sizes="auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px" /></p>
<p>Dieses Buch beinhaltet 12 Doctor Who-Kurzgeschichten rund um Weihnachten von verschiedenen AutorInnen &#8211; eine Geschichte für jeden Doktor (das Buch ist 2016 erschienen, daher ist Thirteen hier noch nicht vertreten).</p>
<p>Die Geschichten sind sehr unterschiedlich. Manche sind eher eine Charakterstudie, manche konzentrieren sich verstärkt auf das Weihnachtsfest an sich, manche sind actiongeladen. Ich hatte mit allen Geschichten sehr viel Freude, wobei mir jene mit dem 3. Doktor (hier gibt es ein Crossover mit dem 10.) sowie jene mit dem 7., 10. und 12., bei denen sich die Abenteuer wie verkürzte Serienfolgen anfühlten, besonders gut gefallen haben. Auch die 1. Geschichte, die den Doctor, Barbara, Ian und Susan in eine idyllische Weihnachtsszenerie führt, bei der irgendetwas falsch zu sein scheint, war gleich ein Highlight zum Einstieg. Ich kannte vorher Doctor Who ausschließlich in Serienform, aber diese Sammlung hat mir Lust auf weitere Kurzgeschichten gemacht.</p>
<h3>Francis Duncan &#8211; Ein Mord zu Weihnachten</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-7740 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/mordzuweihnachten-300x300.jpg" alt="" width="172" height="172" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/mordzuweihnachten-300x300.jpg 300w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/mordzuweihnachten-150x150.jpg 150w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/mordzuweihnachten-70x70.jpg 70w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/mordzuweihnachten.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 172px) 100vw, 172px" /></p>
<p><em>Hörbuch gelesen von Hans Jürgen Stockerl</em></p>
<p>Dieser Krimi ist ursprünglich 1949 erschienen und der 2. Band der Serie rund um den Detektiv Mordecai Tremaine. Benedict Grame lädt zum großen Weihnachtsfest in seinem Herrenhaus ein. Unter den Gästen befindet sich auch der Hobbydetektiv Mordecai Tremaine und tatsächlich liegt bald eine Leiche unter dem Christbaum.</p>
<p>Es handelt sich um einen klassischen britschen Krimi mit einem äußerst sympathischen Detektiv. Ich hatte ein wenige Probleme dabei alle Personen zuzuordnen, aber das mag auch am Hörbuch gelegen haben. Da ich nicht nur ein schlechtes Namensgedächtnis habe, sondern auch ein sehr visueller Mensch bin, kann ich mir Namen nicht gut merken, wenn ich sie nur höre &#8211; und hier gibt es doch eine ganze Reihe von Namen. Abgesehen davon hatte ich aber viel Freude mit dem Buch. Den 1. Band muss man für das Verständnis nicht kennen, auch wenn ab und zu darauf angespielt wird. Nichtsdestotrotz hat mir dieser Krimi sehr viel Lust auf die weiteren Bände der Serie gemacht.</p>
<h3>Corinna Gieseler &#8211; Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7741 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/christmascompany-214x300.jpg" alt="" width="130" height="182" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/christmascompany-214x300.jpg 214w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/12/christmascompany.jpg 356w" sizes="auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px" /> Weihnachten steht vor der Tür, als Freda sich unvermittelt zusammen mit ihrem Kater Mr Livingstone am Nordpol wiederfindet, wo sie der Christmas Company, dem Wunscherfüllungs-Großunternehmen des Weihnachtsmanns aus der Patsche helfen soll.</p>
<p>Das schöne Cover, der humorvoll klingende Klappentext und die Erwähnung einer Expedition durch die Arktis haben mich zu diesem Kinderbuch greifen lassen. Leider konnte es mich gar nicht überzeugen. Vieles wird hier zusammengeworfen: eine Komödie mit modernen Wichteln und Weihnachtsmännern, die aus der Erfüllung der Weihnachtswünsche ein Großunternehmen gemacht haben, eine abenteuerliche Expedition ins ewige Eis und eine märchenhafte Geschichte voller alter, fast vergessener Weihnachtswesen. Ich habe das Gefühl, dass jedes für sich gut funktioniert hätte, aber als Mischung war mir das ganze zu überladen, zu verworren und letztendlich auch zu oberflächlich.</p>
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		<title>[Kurzrezensionen] Von Berlin nach Dublin in die schottischen Highlands</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Feb 2020 10:25:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwartsliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Berit Glanz &#8211; Pixeltänzer Die Programmiererin Elisabeth, genannt Beta, probiert eine App namens Dawntastic aus. Mit dieser kann man sich von einer zufällig ausgewählten Person irgendwo auf der Welt mittels eines Anrufs aufwecken lassen. Auf diese Weise lernt sie Toboggan kennen, dessen Profilbild &#8211; eine seltsame Maske &#8211; ihre Neugierde weckt. Als sie genaueres erfahren&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Berit Glanz &#8211; Pixeltänzer</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6552 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/pixeltänzer-1-184x300.jpg" alt="" width="125" height="204" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/pixeltänzer-1-184x300.jpg 184w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/pixeltänzer-1.jpg 625w" sizes="auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px" />Die Programmiererin Elisabeth, genannt Beta, probiert eine App namens Dawntastic aus. Mit dieser kann man sich von einer zufällig ausgewählten Person irgendwo auf der Welt mittels eines Anrufs aufwecken lassen. Auf diese Weise lernt sie Toboggan kennen, dessen Profilbild &#8211; eine seltsame Maske &#8211; ihre Neugierde weckt. Als sie genaueres erfahren möchte, schickt er sie auf eine virtuelle Schnitzeljagd, die Beta zu der Geschichte des Berliner Künstlerpaars Lavinia und Walter führt.</p>
<p>&#8222;Pixeltänzer&#8220; ist ein sehr interessanter und vor allem kreativer Roman, der einerseits ein aktuelles Bild unserer digitalen Welt zeichnet, andererseits mit den Passagen über Lavinia Schulz auch Anflüge eines historischen Romans hat. Ich fand es bemerkenswert, wie gut sich die verschiedenen Aspekte &#8211; die authentisch wirkende (aber auch ironische) Schilderung über die Arbeit in einem modernen Startup, die Schnitzeljagd und die Erzählungen über Lavinias Leben in den 20er Jahren &#8211; ineinander fügen. Perfekt fügt sich auch das Ende ein, das den Spagat schafft, einiges offenzulassen und zugleich einen befriedigenden Abschluss zu finden. Außerdem hat mich der Roman dazu inspiriert, mich genauer über Lavinia Schulz und ihre bizarren Masken zu informieren. Meiner Meinung nach ein sehr empfehlenswertes Buch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Maeve Binchy &#8211; Dublin 4</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-6553 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/dublin4-196x300.jpg" alt="" width="127" height="195" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/dublin4-196x300.jpg 196w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/dublin4.jpg 326w" sizes="auto, (max-width: 127px) 100vw, 127px" /> In Dublin bin ich in einem Antiquariat auf diese Sammlung von vier Erzählungen gestoßen. Maeve Binchy kannte ich bislang vor allem als Autorin von unterhaltsamer Wohlfühllektüre, aber dieses Frühwerk von ihr ist sehr anders. Sie schildert darin vier Schicksale im Stadtteil &#8222;Dublin 4&#8220; in den 80er Jahren: Eine Hausfrau organisiert eine Dinnerparty, zu der sie die Geliebte ihres Mannes einlädt; ein Mädchen vom Land versucht in der Stadt Fuß zu fassen; eine Studentin schlägt sich mit den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft herum und ein Alkoholiker will nach einem Aufenthalt in einer Entzugsklinik einen Neuanfang versuchen.</p>
<p>Die Erzählungen sind Momentaufnahmen, präzise&nbsp; Blicke in die Lebenswelten von vier ganz unterschiedlichen Menschen. Ob sie Auswege aus ihren Problemen finden, bleibt im Wesentlichen offen, auch wenn ein Teil der Geschichten zumindest ein hoffnungsvolles Ende andeutet. Die letzte Geschichte über den Alkoholiker Gerry stellt vielleicht die realistischste Schilderung dar, ist aber ziemlich trostlos. Ich habe alle vier Kurzgeschichten interessant zu lesen gefunden, auch wenn sie ganz anders waren als ich es von Maeve Binchy erwartet hätte &#8211; und definitiv keine Wohlfühllektüre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Jenny Colgan &#8211; The Little Shop of Happy Ever After</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-6554 alignleft" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/littleshop-191x300.jpg" alt="" width="125" height="196" srcset="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/littleshop-191x300.jpg 191w, https://neyasha.at/wp-content/uploads/2020/02/littleshop.jpg 318w" sizes="auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px" /> Dieses Buch ist gewissermaßen das Gegenprogramm zu &#8222;Dublin 4&#8220;: sehr charmante Wohlfühllektüre, die gar nicht mal versucht realistisch zu wirken. Es geht darin um Nina, eine Bibliothekarin aus Birmingham, die ihren Job verliert und daraufhin ihren Traum verwirklicht, mit einem Bücherbus durch die schottischen Highlands zu fahren.</p>
<p>Da wir bei uns in der Arbeit eine Weile eine Kooperation mit der Far North Mobile Library in Schottland hatten, mussten meine Kollegin und ich dieses Buch einfach lesen, auch wenn es hier nicht um eine mobile Bücherei, sondern eine Buchhandlung geht. Und der Roman ist genauso entzückend (und kitschig) wie er klingt. Abgesehen davon, dass es nach einigen Hindernissen wie die einfachste Sache der Welt wirkt, so eine fahrende Buchhandlung zu gründen, handelt es sich hier um ein Idealbild der schottischen Highlands, das es so wahrscheinlich nirgends gibt. Dazu kommen noch zwei Love Interests, bei denen schnell klar ist, wer am Ende das Rennen machen wird. Ich habe die Lektüre dennoch sehr genossen. Dieses Buch war einfach wie eine kuschelige Decke, mit sympathischen Figuren, idyllischen Dörfern, herzerwärmenden Szenen und dem beruhigenden Wissen, dass alles gut ausgehen wird. Solange man nichts groß hinterfragt, sondern einfach genießt, ist es eine unglaublich nette Lektüre.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Christoph Ransmayr &#8211; Der Weg nach Surabaya</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jun 2017 13:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; erschienen bei Fischer woher: Antiquariat Bücher-Ernst &#160; &#160; &#8222;Der Weg nach Surabaya&#8220; enthält 16 Texte von Christoph Ransmayr &#8211; hauptsächlich Reportagen, die er für Merian und Extrablatt geschrieben hat, aber auch Kurzprosa und Dankreden, die er bei der Verleihung von Literaturpreisen gehalten hat. Gemeinsam haben die Texte, dass sie sich alle mit Reisen oder&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;" href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2017/06/surabaya.jpg"><img decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2017/06/surabaya.jpg" data-original-height="200" data-original-width="151" border="0"></a></div>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: justify;"><i>erschienen bei <a href="http://www.fischerverlage.de/buch/der_weg_nach_surabaya/9783596142125">Fischer</a></i></div>
<div style="text-align: justify;"><i><br />
</i><br />
<i>woher: <a href="http://www.buecher-ernst.com/hauptgeschaeft.php">Antiquariat Bücher-Ernst</a></i></div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&#8222;Der Weg nach Surabaya&#8220; enthält 16 Texte von Christoph Ransmayr &#8211; hauptsächlich Reportagen, die er für Merian und Extrablatt geschrieben hat, aber auch Kurzprosa und Dankreden, die er bei der Verleihung von Literaturpreisen gehalten hat. Gemeinsam haben die Texte, dass sie sich alle mit Reisen oder der Beschreibung einzelner Landstriche auseinandersetzen.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Der oberösterreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr ist nicht nur ein begeisterter Reisender (er selbst bezeichnet sich als &#8222;Halbnomaden&#8220;), sondern hat vor allem in den 80er Jahren auch zahlreiche Reportagen für (Reise)magazine geschrieben. Dabei geht es aber zumindest in den hier versammelten Texten nur selten um exotische Reiseziele, sondern um das vermeintlich Naheliegende: Bayern, das Salzkammergut, Kaprun, das Mostviertel, Hallig Hooge im Wattenmeer<i>.</i> Erst in den letzten Texten schweift Ransmayr weiter in die Ferne und erzählt vom Zuurberg in Südafrika und einer Lastwagenfahrt nach Surabaya.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Es hat mich selbst überrascht, dass ich die ersten &#8222;nahen&#8220; Gegenden am faszinierendsten beschrieben fand. Der Autor hat einen ungemein aufmerksamen Blick für das Alltägliche, das scheinbar Uninteressante und beschreibt das Leben in kleinen Dörfern sehr anschaulich.</div>
<div style="text-align: justify;">Dabei hilft natürlich sein Schreibstil, der alles andere als nüchtern und karg ist, sondern wortgewaltig und fast ein wenig altmodisch. Hier eine kleine Kostprobe:</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;"><i>&#8222;Am Rand einer jäh abfallenden Lichtung des Mischwaldes dreht sich der Totengräber nach mir um, weist auf Schroffen und Bergkämme und zählt ihre Namen auf. Wie abblätternder Kalk gleiten Nebelfetzen die Steinhalden hinab. Tief unter uns, im besänftigenden Rauschen des Regens, liegt der südlichste und kälteste See des oberöstereichischen Salzkammergutes und an seinem Ufer, klein und verschwindend, Hallstatt; die Salzgrubenstadt.&#8220;</i></div>
<div style="text-align: justify;">(aus: <i>Die ersten Jahre der Ewigkeit. Der Totengräber von Hallstatt; S. 63</i>)</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Nicht zuletzt aufgrund des poetischen Stils fügen sich Reportagen und Prosatexte so harmonisch zusammen. Denn nicht alle Texte in dem Buch sind reine Beschreibungen des Wirklichen. Ransmayr erzählt auch von einer fiktigen Reise zur Kaiserin Zita im Exil, überlegt, wie der letzte Tag von Konstantinopel 1453 ausgesehen haben könnte und lässt Minos Daedalus den Auftrag zum Bau des Labyrinths von Knossos geben.</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">Obwohl ich manche Texte gelungener fand als andere, hat mir diese Sammlung ebenso gut gefallen wie die Romane von Christoph Ransmayr. Ich hatte sogar fast den Eindruck, dass seine Sprache in diesen kurzen Texten besser zur Geltung kommt als in langen Romanen, wo diese mitunter ermüdend werden kann (was nichts daran ändert, dass ich auch seine Romane sehr gern lese).</div>
<div style="text-align: justify;">&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">&#8222;Der Weg nach Surabaya&#8220; ist ein Buch der stillen Zwischentöne, das Fernweh erzeugt &#8211; selbst (oder erst recht) dort, wo die Reise gar nicht allzu weit in die Ferne schweift. Ransmayrs Schreibstil mag die Meinungen spalten. Ich bin auf jeden Fall ein großer Fan davon und kann daher diese Textsammlung ebenso empfehlen wie etwa &#8222;Die letzte Welt&#8220; oder &#8222;Der fliegende Berg&#8220;.</div>
]]></content:encoded>
					
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		<title>[Kurzrezensionen] Von Tieren und Toten</title>
		<link>https://neyasha.at/2016/10/17/kurzrezensionen-von-tieren-und-toten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2016 17:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi/Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Dorothy L. Sayers &#8211; Zur fraglichen Stunde &#8222;Zur fraglichen Stunde&#8220; ist der siebte Krimi rund um Hobbydetektiv Lord Peter Wimsey und nachdem ich den Vorgänger &#8222;Fünf falsche Fährten&#8220; abgebrochen hatte, hat mir dieser nun wieder richtig gut gefallen. Er beginnt damit, dass Harriet Vane bei einem Wanderausflug über eine Leiche stolpert und daraufhin gemeinsam mit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;">
<b>Dorothy L. Sayers &#8211; Zur fraglichen Stunde</b></div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/10/fraglich.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" border="0" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/10/fraglich.jpg" /></a></div>
<p>&#8222;Zur fraglichen Stunde&#8220; ist der siebte Krimi rund um Hobbydetektiv Lord Peter Wimsey und nachdem ich den Vorgänger &#8222;Fünf falsche Fährten&#8220; abgebrochen hatte, hat mir dieser nun wieder richtig gut gefallen.</p></div>
<div style="text-align: justify;">
Er beginnt damit, dass Harriet Vane bei einem Wanderausflug über eine Leiche stolpert und daraufhin gemeinsam mit Lord Peter Wimsey zu ermitteln beginnt. Erschwert wird die Sache dadurch, dass die Leiche kurz nach Harriets Entdeckung von der Flut davongespült wurde und es außerdem den Anschein hat, als ob niemand zur fraglichen Zeit überhaupt in ihrer Nähe gewesen wäre.</div>
<div style="text-align: justify;">
Dieser Roman lebt nicht nur vom überzeugend konstruierten Kriminalfall, sondern vor allem von dem Geplänkel zwischen Harriet und Peter. Während er weiterhin seine Angebetete umwirbt, kommt es zu sehr spritzigen Wortgefechten und auch einigen nachdenklichen Momenten. Harriets Charakter wird hier weiter ausgebaut und ich freue mich darauf, in den nächsten Bänden mehr von ihr zu lesen.</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
<b>Rotraut Schöberl (Hrsg.) &#8211; LiteraTier. Von Adler bis Zwergflusspferd</b></div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/10/literatier.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" border="0" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/10/literatier.jpg" /></a></div>
<p>Vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels wurde dieses Jahr anlässlich des Welttags des Buches die Anthologie &#8222;LiteraTier&#8220; hersausgegeben und in Buchhandlungen verschenkt. Darin finden sich Texte von verschiedenen AutorInnen wie etwa Selma Lagerlöf, Arno Geiger, Leoni Swann, Paul Auster und Erich Kästner, in denen jeweils ein bestimmtes Tier im Mittelpunkt steht.</p></div>
<div style="text-align: justify;">
Mir hat die Zusammenstellung, die Auszüge aus Klassikern, Kurzgeschichten und auch einzelne Kapitel aus modernen Romanen enthält, sehr gut gefallen. Den einen oder anderen Text kannte ich schon, aber ich habe auch einiges neues entdeckt. Zwar hat mir nicht alles gleich gut gefallen, aber es sind doch ein paar Werke auch auf meiner Wunschliste gelandet, so etwa &#8222;Der Pfau&#8220; von Isabel Bogdan und &#8222;Mings fetteste Beute&#8220; von Patricia Highsmith.</div>
<div style="text-align: justify;">
Die Idee hinter dem Buch ist wirklich schön, die Auswahl der Texte ist sehr abwechslungsreich und ich habe das Lesen dieser kleinen Anthologie sehr genossen.</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
<b>Deborah Crombie &#8211; Das Hotel im Moor</b></div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/10/hotelimmoor.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" border="0" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/10/hotelimmoor.jpg" /></a></div>
<p>Mir ist die Krimireihe von Deborah Crombie rund um Duncan Kincaid und Gemma James schon vor einer ganzen Weile bei <a href="http://winterkatzesbuchblog.blogspot.co.at/2014/02/leseeindrucke-im-februar.html">Winterkatze</a> untergekommen und als ich gesehen habe, dass es den Auftakt in der Onleihe gibt, habe ich es einfach mal damit probiert.</div>
<div style="text-align: justify;">
In diesem ersten Band wird Inspektor Duncan Kincaid in seinem Urlaub prompt mit einem Mord konfrontiert und so beginnt er vor Ort zu ermitteln, während seine Kollegin Gemma James<b> </b>die Familien der Verdächtigen befragt.</div>
<div style="text-align: justify;">
Obwohl mir das Setting an sich gefallen hätte, fand ich den Krimi eher so mittelmäßig. Die Auflösung hatte ich schneller begriffen als Duncan Kincaid und der Showdown am Ende beruht darauf, dass sich eine Figur wirklich strunzdumm verhält. Ich konnte außerdem noch nicht so recht mit dem Ermittlerduo warm werden. Ich fand es etwas befremdlich, dass Duncan gleich mit zwei Frauen munter flirtet (von denen eine verheiratet ist), während Gemma in einer Situation ist, die ich persönlich nicht so gern in Krimis lese: Sie ist alleinerziehende Mutter, die damit kämpft, Privatleben und Job unter einen Hut zu bekommen.</div>
<div style="text-align: justify;">
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diese Krimiserie weiterlesen werde. Vielleicht probiere ich es aber zumindest noch mit ein bis zwei weiteren Bänden.</div>
<p><b> </b></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Henrik Pontoppidan &#8211; Rotkäppchen</title>
		<link>https://neyasha.at/2016/06/04/henrik-pontoppidan-rotkappchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2016 10:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Projekt Gutenberg &#160;Der dänische Schriftsteller Henrik Pontoppidan wurde 1857 in Fredericia geboren und erhielt im Jahr 1917 den Nobelpreis für Literatur. Seine bekanntesten Werke sind die Romane Hans im Glück, Das gelobte Land und Das Totenreich, die dem Naturalismus zuzuordnen sind. Beliebte Themen sind bei ihm die Gegensätze zwischen Kultur und Natur sowie Stadt und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://1.bp.blogspot.com/-fAypuJBD8_w/V1HvqXYhj9I/AAAAAAAAE9o/A0NrFJIOeasv2m23uppWRhHIDfg4Vt5UgCLcB/s1600/rot.gif" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"><img loading="lazy" decoding="async" border="0" height="200" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2016/06/rot.gif" width="140" /></a></div>
<p>
<a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/-7703/1">Projekt Gutenberg</a></p>
<p></p>
<div style="text-align: justify;">
&nbsp;Der dänische Schriftsteller Henrik Pontoppidan wurde 1857 in Fredericia geboren und erhielt im Jahr 1917 den Nobelpreis für Literatur. Seine bekanntesten Werke sind die Romane <i>Hans im Glück</i>, <i>Das gelobte Land</i> und <i>Das Totenreich</i>, die dem Naturalismus zuzuordnen sind. Beliebte Themen sind bei ihm die Gegensätze zwischen Kultur und Natur sowie Stadt und Land.<br />
&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">
In der Erzählung &#8222;Rotkäppchen&#8220; sind diese Themen&nbsp;allerdings nicht vertreten. Es geht darin um den Gutsbesitzer Engelstoft, der sich nach langer unglücklicher Ehe von seiner misstrauischen und geizigen Frau scheiden lässt. Kurz vor seinem Tod versucht er sich mit ihr auszusöhnen, aber es kommt zum Streit über sein Testament, da er seinen Gutshof nicht der gemeinsamen Tochter vererben, sondern ihn wohltätigen Zwecken widmen möchte.</div>
<div style="text-align: justify;">
</div>
<div style="text-align: justify;">
Zunächst einmal hat &#8222;Rotkäppchen&#8220; nichts mit dem gleichnamigen Märchen zu tun, was ich ursprünglich gedacht hätte. Ich habe zwar&nbsp;keine Adaption erwartet, aber doch eine Parallele in der Struktur oder&nbsp;im Thema, wohingegen der Name nur auf eine kleine Episode in der Kindheit von Frau van Decken anspielt.</div>
<div style="text-align: justify;">
Stattdessen geht es um einen Testamentsbetrug und seine Folgen&nbsp;und um eine Frau, die das Leben so verbittert und misstrauisch gemacht hat, dass ihre gesamte Umgebung darunter leiden muss.</p>
<p>Die Erzählung war sehr flüssig zu lesen und über weite Strecken auch sehr spannend. Henrik Pontoppidan hat zudem seine Figuren gut ausgearbeitet und man merkt schnell, dass sie vielschichtiger sind als es zunächst den Anschein hat. So ist bei Frau van Decken nachvollziehbar, weshalb sie so ein schwieriger Mensch wurde, auch wenn sie das noch keineswegs sympathisch macht.</p>
<p>Abgesehen davon, dass mich &#8222;Rotkäppchen&#8220; von Anfang an gefesselt hat und ich auch den Schreibstil als sehr angenehm empfunden habe, muss ich aber gestehen, dass ich für mich nur wenig aus dem Kurzroman mitgenommen habe. Mir kommt die Einstellung, die ihm zugrunde liegt, eher konservativ vor.&nbsp;So schwingt darin etwa die Aussage&nbsp;mit, dass eine Ehe tatsächlich für immer halten sollte, damit es&nbsp;auch für die Frau eine gewisse Sicherheit gibt. Das ist ein Aspekt, der für die damalige Zeit wohl auch bedacht werden musste, aber aus der heutigen Sicht betrachtet man das natürlich ein wenig anders. Henrik Pontoppidan bringt außerdem seine Kritik so sacht an, dass sie nicht wirklich zu weiterem Nachdenken anregt.</p>
<p>Für mich&nbsp;entstand letztendlich&nbsp;beim Lesen der Eindruck einer zwar spannenden,&nbsp;wenn auch eher belanglosen Erzählung, die man zwar gut zwischendurch lesen kann, die aber nicht unbedingt eine Bereicherung darstellt. Zumindest von einem Nobelpreisträger würde ich da schon etwas mehr erwarten.<br />
Vielleicht versuche ich es noch einmal mit einem Roman von Henrik Pontoppidan, da mir sein Schreibstil an sich gefallen hat und es mich durchaus interessieren würde, wie im Vergleich die längeren Werke von ihm sind.</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Samuel J. Agnon &#8211; In der Mitte ihres Lebens</title>
		<link>https://neyasha.at/2015/12/10/samuel-j-agnon-in-der-mitte-ihres-lebens/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2015 16:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei Suhrkamp übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Gerold Necker  woher: Städtische Büchereien (Onleihe) Nobelpreis-Challenge Nach dem Tod ihrer Mutter ist die junge Tirza auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und in einer Gesellschaft, die im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne steht. Tirza taucht ein in die Vergangenheit ihrer Mutter&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"><a style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;" href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/12/agnon.jpg"><img decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/12/agnon.jpg" border="0" /></a><em>erschienen bei <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/in_der_mitte_ihres_lebens-samuel_joseph_agnon_54266.html">Suhrkamp</a></em><br />
<em>übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Gerold Necker </em></div>
<p style="text-align: left;"><em>woher: Städtische Büchereien (Onleihe)</em></p>
<p style="text-align: left;"><a href="https://neyasha.at/2015/01/12/challenge-noch-ein-jahr-mi/"><em>Nobelpreis-Challenge</em></a></p>
<div></div>
<div style="text-align: justify;">Nach dem Tod ihrer Mutter ist die junge Tirza auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und in einer Gesellschaft, die im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne steht. Tirza taucht ein in die Vergangenheit ihrer Mutter und erfährt von einer unglücklichen Liebe, die sich in ihrem eigenen Leben zu wiederholen scheint.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">1921 erschien &#8222;In der Mitte ihres Lebens&#8220; auf Hebräisch und 1966 erhielt Samuel Joseph Agnon zusammen mit Nelly Sachs den Literaturnobelpreis, aber trotzdem wurde der Roman erst im vergangenen Jahr erstmals ins Deutsche übersetzt.</div>
<div style="text-align: justify;">Von der Handlung her fand ich die Erzählung eher uninteressant. Ich habe nach der Lektüre einige Rezensionen gelesen, in denen von der Selbstbestimmtheit Tirzas geschrieben wurde und ihrer selbstbewussten Auswahl ihres Bräutigams, aber ehrlich gesagt konnte ich persönlich das nicht aus &#8222;In der Mitte ihres Lebens&#8220; herauslesen. Für mich entstand hier eher das Bild eines Mädchens, das sich so in die vermeintlich romantische Vergangenheit ihrer Mutter hineinsteigert, bis sie gewissermaßen sogar deren Gefühle zu ihren eigenen macht. Ich muss zugeben, dass ich zumindest inhaltlich nicht viel aus dem Buch für mich mitnehmen konnte.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Umso faszinierender fand ich dagegen die Sprache. Samuel Agnon bezieht sich hier mit seinem assoziativen Schreibstil manchmal wortwörtlich und manchmal nur in Metaphern auf die jüdische Literaturtradition und besonders auf das Alte Testament. Ohne die kommentierte Übersetzung von Gerold Necker wäre ich beim Lesen allerdings verloren gewesen. Nicht, weil ich den Text nicht verstanden hätte, sondern weil mir all diese Bezüge entgangen wären &#8211; und dabei sind sie es, die meiner Meinung nach das Besondere an dem Roman ausmachen.</div>
<div style="text-align: justify;">An manchen Stellen konnte ich allerdings nicht nachvollziehen, weshalb Gerold Necker die Sätze auf die vorliegende Weise übersetzt hatte. In den Anmerkungen weist er einige Male auf die wortwörtliche Übersetzung hin und ich habe mich gefragt, weshalb er die hebräischen Sätze nicht auch genau so übersetzt hat. Hier sind einige Beispiele:</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;"><i>Und ein Geist von Traurigkeit schwebte über dem Mann</i> wird zu<i> aber etwas musste den Mann sehr bedrücken. </i>(Anmerkung 36)</div>
<div style="text-align: justify;"><i>Barmherzige Traurigkeit</i> wird zu <i>lieb gewordener Trauer</i> (Anmerkung 39)</div>
<div style="text-align: justify;"><i>Ich träumte einen Traum und mein Geist ist verstört</i> wird zu <i>Ich hatte einen furchteinflößenden Traum</i> (Anmerkung 50)</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Ich finde, dass diese Passagen wortwörtlich doch einen ganz anderen &#8211; deutlich poetischeren &#8211; Klang haben und zudem verweisen die Formulierungen wieder auf Bibelstellen, was sie also alles andere als beliebig macht. Dank der kommentierten Übersetzung bleibt diese Bedeutung wenigstens erhalten, aber ich konnte den Grund für die Änderungen schlichtweg nicht nachvollziehen.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Alles in allem war &#8222;In der Mitte ihres Lebens&#8220; vor allem sprachlich eine sehr interessante Lektüre. Die ebook-Ausgabe hat sich hier als ideal erwiesen, da per Tippen die jeweilige Fußnote einfach in einem kleinen Fenster geöffnet wird, was sehr praktisch ist, wenn es derartig viele Anmerkungen gibt. Ich würde auch allen empfehlen, die Anmerkungen tatsächlich zu lesen, da einem ohne sie eine wichtige Komponente des Textes verschlossen bleibt (außer, man ist in der jüdisch-religiösen Literatur bewandert genug, um die Zusammenhänge selbst herstellen zu können).</div>
<div style="text-align: justify;">Es lohnt sich bei dieser Erzählung wirklich, sie langsam zu lesen und sich tiefer mit ihr zu beschäftigen &#8211; auch wenn sie mir auf der rein inhaltlichen Ebene nicht viel mitgegeben hat.</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heinrich Böll &#8211; Irisches Tagebuch</title>
		<link>https://neyasha.at/2015/10/03/heinrich-boll-irisches-tagebuc/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2015 11:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturnobelpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[erschienen bei&#160;Kiepenheuer&#38;Witsch (Sonderausgabe mit Materialien, Fotos und Nachwort) woher: Städtische Bücherei Nobelpreischallenge Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er schrieb zahlreiche Kurzgeschichten und Romane und hielt sich in den 1950er Jahren häufig während der Sommermonate in Irland auf. Aus seinen Eindrücken dieser Reisen entstand eine Sammlung von halbdokumentarischen Texten,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/10/irtagebuch.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/10/irtagebuch.jpg" height="150" border="0"></a></div>
<p>erschienen bei&nbsp;<a href="http://www.kiwi-verlag.de/buch/irisches-tagebuch/978-3-462-03797-5/">Kiepenheuer&amp;Witsch</a><br />
(Sonderausgabe mit Materialien, Fotos und Nachwort)</p>
<p>woher: Städtische Bücherei</p>
<p><a href="https://neyasha.at/2015/01/12/challenge-noch-ein-jahr-mi/">Nobelpreischallenge</a></p>
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Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er schrieb zahlreiche Kurzgeschichten und Romane und hielt sich in den 1950er Jahren häufig während der Sommermonate in Irland auf. Aus seinen Eindrücken dieser Reisen entstand eine Sammlung von halbdokumentarischen Texten, das 1957 erstmals erschienene&nbsp;&#8222;Irische Tagebuch&#8220;.</div>
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&nbsp;</div>
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Ich hatte bisher nur sehr wenig Berührungen mit Heinrich Böll. In der Schule haben wir einige Kurzgeschichten von ihm interpretiert, was nicht unbedingt zu meinen Leidenschaften gehörte, und im Studium stand er tatsächlich nie auf meinen verpflichtenden Leselisten. Nun ist mir in der Bücherei, auf der Suche nach der nächsten Lektüre für meine Nobelpreischallenge, das &#8222;Irische Tagebuch&#8220; in die Hände gefallen und ich frage mich, weshalb ich um diesen Autor immer so skeptisch herumgeschlichen bin. Zumindest seine Texte über Irland haben mich ganz und gar überzeugt.</div>
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Es handelt sich dabei nicht wirklich um ein Tagebuch; mehr um eine Mischung aus Stimmungsbildern, Charakterporträts und persönlichen&nbsp;Reiseberichten. Der Großteil dieser Texte ist vorher bereits in der FAZ erschienen und später dann&nbsp;in eine zusammenhängende Komposition gebracht worden.</div>
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Die Texte sind keine reine Sachliteratur, sondern zum Teil fiktiv. Sie basieren auf Bölls Erfahrungen und beschreiben einige seiner Erlebnisse in Irland, haben aber zweifellos einen eher poetisch-literarischen Anspruch als einen journalistischen. Das merkt man auch an der Sprache: Wie Heinrich Böll hier ein verlassenes Dorf beschreibt, sich in die Perspektive einer Arztfrau hineinversetzt oder einige skurrile kleine Situationen skizziert, hat wirklich etwas von Poesie. Jeder Satz ist ein kleines Juwel für sich und es lohnt sich, manche Passagen mehrmals zu lesen. Gleichzeitig hat Bölls Stil aber nichts erzwungenes oder gekünsteltes, sondern fließt scheinbar mühelos dahin.</div>
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Bölls Blick auf Irland in den 50er Jahren wirkt sanft und liebevoll, aber es wird dennoch klar, dass er kein idyllisches Paradies beschreibt. Auf jeden Fall ließ er das Land und seine Bewohner der damaligen Zeit sehr lebhaft vor meinen Augen entstehen.</div>
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Die Ausgabe, die ich gelesen habe, ist insofern sehr interessant, weil sie eine Reihe von Zusatzmaterial enthält: Fotos, Briefe, Informationen über Heinrich Bölls Irland-Aufenthalte sowie die Publikation seiner Irland-Impressionen und den Essay &#8222;Dreizehn Jahre später&#8220;, in dem Böll auf seine Texte zurückblickt und über die großen Veränderungen in Irland seither nachdenkt.</div>
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&#8222;Irisches Tagebuch&#8220; ist ein wunderbares Büchlein über Irland vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert und auch stilistisch ein wahrer Schatz. Das wird bestimmt nicht das letzte Werk sein, das ich von Heinrich Böll gelesen habe.</div>
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		<title>[Kurzrezensionen] Von Gift, Drohbriefen und Flüchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Neyasha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2015 21:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi/Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Dorothy L. Sayers &#8211; Starkes Gift Der 5. Krimi mit der adeligen Spürnase Lord Peter Wimsey beginnt mit einer Gerichtsverhandlung, in der die Schriftstellerin Harriet Vane des Mordes an ihrem ehemaligen Geliebten angeklagt wird. Obwohl zahlreiche Indizien gegen sie sprechen, will Peter nicht an ihre Schuld glauben und beginnt zu ermitteln. &#8222;Starkes Gift&#8220; ist ein&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
</div>
<p><b>Dorothy L. Sayers &#8211; Starkes Gift</b></p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/03/starkesgift.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" border="0" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/03/starkesgift.jpg" /></a></div>
<div style="text-align: justify;">
Der 5. Krimi mit der adeligen Spürnase Lord Peter Wimsey beginnt mit einer Gerichtsverhandlung, in der die Schriftstellerin Harriet Vane des Mordes an ihrem ehemaligen Geliebten angeklagt wird. Obwohl zahlreiche Indizien gegen sie sprechen, will Peter nicht an ihre Schuld glauben und beginnt zu ermitteln.</div>
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&#8222;Starkes Gift&#8220; ist ein äußerst unterhaltsamer Krimi, in dem neben Lord Peter auch seine Bekannte Miss Climpson ermittelt. Vor allem mit ihren Kapiteln hatte ich einen Riesenspaß, aber auch sonst gibt es hier einiges zu schmunzeln. Der Kriminalfall an sich ist eher simpel gestrickt und auch recht schnell zu durchschauen, aber es gibt dennoch einige Fragen, über die man rätseln kann und die am Ende alle zufriedenstellend beantwortet werden.</div>
<div style="text-align: justify;">
Lord Peters plötzliche Verliebtheit kommt zwar ein wenig aus dem Nichts, aber dann wiederum passt das &#8211; und die ungelenke Art, wie er um Harriet wirbt &#8211; durchaus zu seinem Charakter. Ich denke, dass sich in den nächsten Bänden noch eine interessante Dynamik zwischen ihnen entwickeln könnte.</div>
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Ein sehr amüsanter und spannender, wenn auch etwas vorhersehbarer Krimi, dem ich <b>4 Sternchen</b> gebe.</div>
<p><b>Carola Dunn &#8211; Styx and Stones</b></p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/03/styx.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" border="0" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/03/styx.jpg" /></a></div>
<div style="text-align: justify;">
Eine weitere Adelige, die sich als Detektivin versucht: die Ehrenwerte Daisy Dalrymple. Zwar etwas unbeholfener als Lord Peter, aber ebenso amüsant. In &#8222;Styx and Stones&#8220; führt ein Hilferuf ihres Schwagers sie aufs Land. In dem vermeintlich beschaulichen Dorf sorgen anonyme Drohbriefe für Unruhe. Natürlich ist auch ein Toter nicht mehr fern, sobald Daisy vor Ort ist.</div>
<div style="text-align: justify;">
Nach dem recht schwachen Vorgängerband &#8222;Dead in the Water&#8220; hat mir dieser Krimi wieder besser gefallen. Daisys Gespräche mit all den unterschiedlichen Dorfbewohnern haben mir gut gefallen &#8211; man wird hier wirklich gut in einen Mikrokosmos mit allen möglichen Charakteren eingeführt und wie sich das in einem Krimi gehört, schlummern in den meisten ungeahnte Abgründe (auch wenn sie &#8211; typisch für die Daisy Dalrymple-Mysteries &#8211; nicht allzu dunkel geraten sind). Was mir hier leider gar nicht gefallen hat, ist der Streit zwischen Daisy und Alec, der auf eine künstliche Weise überdramatisiert und dabei aber so knapp abgehandelt wird, dass mich nur gefragt habe, was das denn bitte sollte.&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">
Deshalb dann doch nur <b>3,5 Sternchen</b>, obwohl mir der Krimi ansonsten sehr gut gefallen hat.</div>
<p><b>Neil Gaiman &#8211; The Sleeper and the Spindle</b></p>
<div class="separator" style="clear: both; text-align: center;">
<a href="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/03/spindle.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 0.5em; margin-right: 1em;"><img decoding="async" border="0" src="https://neyasha.at/wp-content/uploads/2015/03/spindle.jpg" /></a></div>
<div style="text-align: justify;">
Das Äußere dieses dünnen Buches habe ich euch bereits <a href="https://neyasha.at/2015/02/12/neuzugange-ein-fest-fur-die-augen/">hier</a> vorgestellt, kommen wir nun zum Inneren: Wie eine Seuche breitet sich ein Fluch aus, der alle Menschen in tiefen Schlummer versetzt. Und so macht sich Schneewittchen am Vorabend ihrer Hochzeit mit drei Zwergen auf den Weg, um den Fluch zu lösen, der vor vielen Jahren in einem Turm seinen Anfang nahm.</div>
<div style="text-align: justify;">
Neil Gaiman verknüpft in dieser Erzählung die Märchen von Schneewittchen und Dornröschen miteinander und versieht sie mit einigen unerwarteten Wendungen. Statt hilflosen Prinzessinnen gibt es hier wehrhafte Frauen, die recht energisch die Zügel in die Hand nehmen und eine äußerst spannende Handlung.&nbsp;</div>
<div style="text-align: justify;">
Die Zeichnungen von Chris Riddell passen perfekt zum Inhalt und verstärken die düster-skurrile Atmosphäre des Buches.</div>
<div style="text-align: justify;">
Leider konnte mich die Erzählung trotzdem nicht ganz überzeugen, auch wenn ich nicht genau sagen kann weshalb. Am Ende blieb bei mir einfach ein Gefühl von &#8222;das wars?&#8220; und ich hatte ein wenig den Eindruck, als wären die Figuren teilweise Mittel zum Zweck, als würde mir etwa Schneewittchen entgegenbrüllen &#8222;Schau mal, was für eine starke Frauenfigur ich bin!&#8220;. Andererseits ist die Erzählung für wirklich ausgeformte Charaktere auch fast zu kurz und es passt wohl auch zum Märchencharakter, dass die Figuren eher Typen sind.</div>
<div style="text-align: justify;">
Dennoch eine sehr lesenswerte Märcheninterpretation, die durch die tollen Illustrationen zu einem Fest für die Augen wird. <b>4 Sternchen</b></div>
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