Streifzüge

[Streifzüge] Weinviertelweg 3: Mistelbach – Ernstbrunn

Start: Bahnhof Mistelbach
Ziel: Ernstbrunn (Bus 857)
Länge: 27,8 km (inkl. Abstecher zur Aussichtswarte Oberleis)
Höhenmeter: 600 hm bergauf, 950 hm bergab
Wegbeschreibung

Nach der ersten Etappe im März und der zweiten Etappe im April verschlug es mich erst wieder Anfang Juli auf den Weinviertelweg. Mein Plan war, den Weg ab Ernstbrunn in nördliche Richtung fortzusetzen, aber ein Zugausfall am Morgen zwang mich zu einer Planänderung. Daher kehrte ich bei der dritten Etappe die Richtung um und begann meine Wanderung am Bahnhof in Mistelbach.

Die geänderte Richtung führte dazu, dass ich nun nicht nur dem Weinviertelweg, sondern auch einem der österreichischen Jakobswege folgte – und der ist auf diesem Abschnitt richtig gut ausgeschildert. Es gab auch zahlreiche Infotafeln und einen Jakobsbrunnen.

Nachdem ich Mistelbach verlassen und Hüttendorf durchquert hatte, ergaben sich auch schon die ersten Pausengelegenheiten, aber das war angesichts der langen Strecke an diesem Tag noch zu früh und so ging es für mich nun einige Kilometer wechselweise durch den Wald, über Wiesen und Feldwege.

Nach einem kurzen Straßenabschnitt führte mich der Weg erneut in den Wald und durch Felder, nun immer schon mit Blick auf die Leiser Berge. Die dramatischen Wolken machten diesen Wegabschnitt besonders stimmungsvoll.

Auf der alten Eisenbahnstrecke kann man mit einer Fahrraddraisine durch den Naturpark Leiser Berge radeln – und tatsächlich war gerade eine Gruppe unterwegs, als ich die Schienen überquerte.

Nach einem weiteren kurzen Straßenabschnitt ging es hinauf zum Buschberg, mit 490 Meter der höchste Punkt des Weinviertels – es handelt sich hier um eine sehr flache Region.

Am Buschberg legte ich erst einmal eine gemütliche Pause ein, ehe ich zum letzten Drittel des Weges aufbrach. Da die Wolken sich nun immer mehr verzogen, wurde es auf dem großteils schattenlosen Weg ziemlich heiß. Trotzdem war ich motiviert für eine Wegvariante, die mich laut Schild „zu den Steinskulpturen“ führen sollte. Nachdem ich an einer einzigen Steinskulptur vorbeigekommen war, hörte der Weg allerdings auf und es wäre am klügsten gewesen umzukehren und zum Originalweg zurückzukehren. Da ich aber in solchen Situationen selten zu Klugheit neige, kämpfte ich mich durch verwachsene Pfade und Gestrüpp. Als ich schließlich ziemlich verschwitzt und zerkratzt wieder auf die Forststraße stieß, nahm ich mir wieder einmal fest vor beim nächsten Mal in so einer Situation gleich umzudrehen (ihr dürft schon mal raten, was wohl aus diesem Vorsatz wurde).

Auch wenn mich diese Aktion etwas Zeit und Nerven gekostet hatte, wollte ich doch noch einen Abstecher zur Aussichtswarte Oberleis machen, die ich nach ein paar zusätzlichen Höhenmetern erreichte. Da die Warte eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Region beherbergt, muss man allerdings Eintritt zahlen und ich hatte nicht einmal mehr zwei Euro dabei. Als ich etwas verschämt meine letzten Cents zusammensuchte, war der Ticketverkäufer so freundlich mir ein Kinderticket zu verkaufen („Wir warn ja alle mal Kinder und so lang kanns no net her sein, oder?“ – neeeein, ich war quasi vorgestern noch im Schulalter) und so konnte ich dann doch auf die Warte, die nochmal einen schönen Rundumblick bot.

Danach musste ich einen Zahn zulegen, um den einzigen Bus in Ernstbrunn zu erreichen – kam aber mit ausreichend Spielraum bei der Bushaltestelle am Hauptplatz an.

Fazit: Bisher die schönste Etappe des Weinviertelweges. Es gibt viel Wald und Wiese, außerdem die schönen Ausblicke von den Leiser Bergen. Aufgrund der langen Wegabschnitte in der Sonne würde ich diesen Abschnitt aber nur bei entsprechender Bewölkung im Hochsommer gehen, ansonsten bieten sich andere Jahreszeiten mehr dafür an.

2 thoughts on “[Streifzüge] Weinviertelweg 3: Mistelbach – Ernstbrunn

  1. Angesichts der guten Beschilderung war es ja sogar ein ziemlich glücklicher Zufall, dass du den Weg „rückwärts“ gehen musstest. 🙂 Der Ausblick von der Warte ist wirklich wunderschön – wie lieb, dass dir das Kinderticket als günstige Alternative verkauft wurde! Und ich bin gespannt, ob irgendwann doch mal ein Streifzüge-Beitrag von dir kommt, in dem du erzählst, dass du dich nicht durch Dickicht gekämpft hast, sondern ein Stück zurückgegangen bist. *g*

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