Buchstabengeplauder

Buchstabengeplauder #3/2021

Nachdem ich letztes Wochenende noch sehr produktiv und auch kreativ war, hat sich das leider im Laufe der vergangenen Woche wieder verflüchtigt. Neben Stress in der Arbeit haben mir die ganzen Diskussionen rund um die sehr unerfreuliche Situation im Osten von Österreich und speziell in Wien (Höchststand an Coronapatienten auf Intensivstationen) mal wieder jegliche Motivation geraubt. Es ist einfach so mühsam, wenn man schon seit einem Jahr permanent Workshops und weitere Veranstaltungen planen muss, die dann entweder wieder abesagt oder umgeplant werden müssen. Letzte Woche habe ich eine Online-Kurswoche betreut, was sowieso immer sehr anstrengend ist – und ach ja, hab ich schon mal erwähnt, dass wir seit letztem Juni eine Vollzeitkraft weniger sind? *seufz*

Gelesen habe ich leider auch seit einer Woche fast gar nichts, da ich mich nicht darauf konzentrieren konnte. Jetzt am Wochenende hab ich mich wieder etwas aufgerappelt und ein wenig gelesen und gezeichnet; außerdem habe ich erste Frühlingsblumen gepflanzt und eine kleine Radtour mit meiner Nichte unternommen. Abgesehen davon gab es in den letzten Wochen trotz der widrigen Umstände die eine oder andere nette Unternehmung und ich wollte euch ein paar bildliche Eindrücke davon zeigen:

Wiener Lichtblicke

Seit Dezember und noch bis April erhellen zehn Lichtinstallationen (Muster, bunte Farben, Fantasietiere, …) in Wien Plätze, Parks und Straßen, die in irgendeinem Zusammenhang mit Menschenrechten stehen. Im Februar habe ich mich mit meiner Nichte und ihrem Freund auf den etwa 7 Kilometer langen Rundgang begeben, der die einzelnen Stationen miteinander verbindet.

 

Das hat etwas Licht in den grauen Corona-Alltag gebracht und es war auch spannend, mehr über vermeintlich unscheinbare Plätze zu erfahren, an denen man schon zigmal vorbeigegangen ist.

Kunsthistorisches Museum und Weltmuseum

Seit Februar 2020 habe ich eine Jahreskarte für das Kunsthistorische Museum in Wien, von der ich letztes Jahr zwar nicht sehr viel hatte, die aber für die Dauer der Schließung verlängert wurde. Als diesen Februar die Museen wieder geöffnet haben, habe ich also die Gelegenheit genutzt, das Kunsthistorische Museum mal ohne Touristen zu erleben. Tatsächlich war es sehr ruhig und manche Ausstellungsräume hatte ich gänzlich für mich alleine. Ich war nicht allzu lange drinnen (so ganz entspannt ist das mit der FFP2-Maske dann halt doch nicht), möchte mir aber in nächster Zeit gern weitere Bereiche ganz in Ruhe anschauen.

  

Da zum Kunsthistorischen Museum noch weitere Museen wie das Weltmuseum gehören, konnte ich mit meiner Jahreskarte auch die derzeitige Sonderausstellung über Azteken besuchen. Für diese musste man ein bestimmtes Zeitfenster reservieren, aber es war dennoch relativ viel los. Daher fand ich den Besuch leider nicht nur spannend, sondern auch ein wenig stressig, zumal einige Besucher keinen Abstand hielten und sich rücksichtslos irgendwo dazwischen drängten. Bei dem Weg zurück zum Ausgang durchquerte ich dann noch drei Räume der Dauerausstellung, in denen nahezu gähnende Leere herrschte. Daher möchte ich die Jahreskarte möglichst auch nochmal für die Dauerausstellung nutzen.

   

Auch sonst habe ich noch einige Museen auf meiner Liste, die ich endlich mal besuchen möchte, aber für den anstehenden „Oster-Lockdown“ müssen sie wieder schließen und ich bezweifle ein wenig, dass es wirklich bei einem nur sechstätigen Lockdown rund um Ostern bleiben wird.

Aber mal sehen. Zumindest ist jetzt endlich der Frühlings ins Land gezogen und dadurch kann man auch wieder etwas mehr draußen unternehmen. Hoffentlich habe ich auch meine Leseflaute bald überwunden und kann dann Lesestunden draußen am Balkon genießen.

Und ihr? Habt ihr etwas schönes unternommen in letzter Zeit? Ich hoffe, ihr konntet auch Wege finden, um aus der aktuellen Situation das beste zu machen.

5 thoughts on “Buchstabengeplauder #3/2021

  1. Guten Morgen Neyasha,
    oh Mann, deine Woche klingt anstrengend und du ziemlich erschöpft. Ich hoffe, dass dein Wochenende dich ein bisschen über die kommende Woche tragen kann.
    Die Lichtinstallationen sehen toll aus. Ich kenne das nur vom Osnabrücker Zoo, die dort auch immer mal wieder so ein Lichterfest haben. Ich selbst war noch nie da, aber eine Freundin von mir schwärmt immer wieder davon und die Bilder sehen toll aus.

    Ich habe heute – zum Glück – meinen ersten Ferientag und freue mich auch sehr darauf, ein bisschen durchzuatmen und vor allem ein bisschen gedanklichen Abstand zu Corona zu bekommen. In der Schule ist das ja sehr präsent. Wir wurschteln schon fleißig im Garten und freuen uns, hier alles noch ein bisschen schöner zu machen. 🙂

    1. Ich sage mir immer wieder, dass es irgendwann besser werden muss (spätestens im August, wenn meine Kollegin wieder zurückkommt), aber in letzter Zeit stoße ich leider häufig an meine Grenzen. Die allgemeine „Corona-Müdigkeit“ ist halt vermutlich auch nicht hilfreich.
      Ich muss gestehen, dass ich hier die beiden spektakulärsten Lichtinstallationen ausgewählt habe. Aber insgesamt war das wirklich spannend mit all den Informationen zu den ausgewählten Plätzen und dem Menschenrechts-Thema.

      Ich wünsche dir entspannte Ferien und dass diese dir etwas Möglichkeit zum Durchschnaufen geben! Lehrerin sein ist ja sowieso schon kein leichter Job, aber derzeit besonders herausfordernd. Aber Frühling, Sonne und ein schöner Garten sind sicher gute Unterstützer beim Abschalten.

  2. Es ist kein Wunder, dass du bei all diesen Bedingungen müde und motivationslos bist – umso schöner finde ich es, dass du dir die Mühe gemacht hast und uns die Dinge gezeigt hast, die dir in den vergangenen Wochen Freude bereitet haben. 🙂

    Ich drücke fest die Daumen, dass es mit den Museumsbesuchen in den nächsten Wochen noch ein paar Mal klappt und so lange ist es bis zum August (erschreckenderweise) auch nicht mehr. Die Fotos von den Lichtinstallationen sehen interessant aus – ich weiß gar nicht, welches mir besser gefällt, obwohl ich sonst schnell auf Fabelwesen anspringe. *g* Sehr cool, dass man so einen anderen Blick auf vertraute Ecken bekommt.

    Was mich angeht, so habe ich gerade viel Spaß mit einem neuen Spiel für die Switch und mir ein etwas größeres Handarbeitsprojekt vorgenommen, das mich wohl den Rest des Jahres beschäftigen wird. So langsam sehne sogar ich mich nach Draußen-Unternehmungen, aber da unsere Nachbarn im Viertel sich benehmen als gäbe es keine Pandemie, bleibe ich doch lieber weiterhin Zuhause.

    1. Inzwischen hat es sich in der Arbeit zumindest kurzfristig ein wenig beruhigt (ich kann sogar in der Mittagspause Blogkommentare beantworten ;-)), auch wenn Mitte April schon wieder die nächste Kurswoche ansteht.

      Die Museen haben jetzt (sowie auch fast alles andere) erst mal wieder bis 11.4. zu, womöglich auch länger. Also mal sehen, wann ein Besuch wieder möglich ist – und bis wann entsprechend auch die Gültigkeit meiner Jahreskarte wieder verlängert wird.
      Das mit den Lichtinstallationen war echt ein schönes Projekt. Ich finde das sowieso immer sehr spannend, wenn man vermeintlich unscheinbare Ecken genauer kennenlernt.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß mit dem neuen Spiel und ein gutes Vorankommen beim Handarbeitsprojekt! Wirst du davon auf deinem Blog etwas herzeigen?

      1. Das freut mich zu hören! Und ich hoffe, dass die nächste Kurswoche nicht wieder so anstrengend wird. 🙂

        Dankeschön! Ich denke, an beidem werde ich noch eine Weile etwas haben. *g* Und ja, natürlich wird auch etwas davon auf dem Blog zu sehen sein. 🙂

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