Ich habe noch immer einige Bücher vom letzten Jahr, die ich gerne kurz rezensieren möchte. Hier nun also vier Wohlfühlbücher (großteils Hörbücher), die jeweils gut in die Jahreszeit gepasst haben:
Auralee Wallace – In the Company of Witches

erschienen bei Penguin Audio; gelesen von Cassidy Brown
Dieser cozy mystery mit Fantasyelementen wurde mir von Konstanze als passende Lektüre für den Herbst empfohlen. Die Geschichte spielt in dem kleinen Städtchen Evenfall, wo die Warren-Schwestern Nora und Izzy ein kleines Bed & Breakfast betreiben. Seit einiger Zeit lebt auch ihre Nichte Brynn bei ihnen, die den Tod ihres Mannes verarbeiten muss. Was die Bewohner von Evenfall nicht wissen, ist, dass die drei Warren-Frauen auch Hexen sind. Als dann ein Gast unter mysteriösen Umständen stirbt, gerät Tante Nora unter Verdacht.
„In the Company of Witches“ ist der Auftakt einer Reihe und vereint sowohl warmherzige als auch ernste Themen. Die Figuren sind liebenswert und – wie oft in Kleinstadtsettings – teilweise etwas skurril, was auch zu einigen humorvollen Szenen führt. Die magischen Elemente sind gut in die Detektivgeschichte eingebettet und fühlen sich allgemein gut in den Plot integriert an. Da Brynns Trauer und der damit einhergehende Verlust ihrer Magie eine große Rolle spielen, gibt es aber einige traurige Momente. Und auch die schwierige Familiengeschichte der Ermordeten bringt eine eher tragische Komponente in die kuschelige Atmosphäre von Evenfall. Ich fand diese Mischung durchaus gelungen und mochte das Hörbuch sehr gerne. Zwar ist die Handlung ab und zu etwas vorhersehbar, aber ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt. Ich freue mich schon auf den 2. Teil!
Misty Wilson – Falling Like Leaves

erschienen bei Simon & Schuster; gelesen von Rebekkah Ross
Dieser Roman, der mir bei Soleil untergekommen ist, kann wirklich als ultimatives Herbstbuch bezeichnet werden. Die 17-jährige Ellis muss gegen ihren Willen mit ihrer Mutter in das Kleinstädtchen Bramble Falls zu ihrer Tante ziehen. Anstatt ihre ehrgeizigen Pläne eines Journalismus-Studiums weiter voranzubringen, hilft sie hier nun beim Herbstfestival „Falling Leaves“ aus und trifft ihren einstigen Sommerfreund Cooper wieder.
„Falling Like Leaves“ atmet so viele herbstliche Gilmore Girl-Vibes, dass es mir schon fast ein wenig zu viel wurde. Es ist zweifellos ein passendes Buch, um sich damit und mit einer Tasse Tee auf das Sofa zu kuscheln, während sich draußen die Blätter verfärben. Und es macht durchaus Spaß, über all die Aktivitäten in Bramble Falls zu lesen und in die heimelige Atmosphäre einzutauchen. Neben dem Herbstfestival geht es vor allem um die Selbstfindung von Ellis, die sich nicht mehr sicher ist, ob sie eigentlich ihre eigenen Pläne oder eher die ihres Vaters verfolgt hat. Aber es dauert eine Weile, bis ihr klar wird, was sie will, und das gilt auch für ihre eigenen Gefühle. Ich fand es etwas anstrengend, wie Ellis nicht nur mit Cooper, sondern auch mit Jake, der sich sehr liebenswert um sie bemüht, ziemlich rücksichtslos umgeht. Sie ist so auf sich und ihre Ziele im Leben fixiert, dass sie kaum wahrnimmt, von welch wunderbaren Menschen sie umgeben ist, etwa auch ihrer Tante und Cousine. Aber das bietet ja zum Glück Raum für Entwicklung. Ein sehr gemütlicher Herbstroman also, den ich aber stellenweise etwas mühsam zu lesen fand.
Janne Mommsen – Die Weihnachtsliste

erschienen bei rowohlt
Vom Herbst geht es weiter in die Weihnachtszeit. Ich nehme ab und zu an einem Lesekreis der Stadtbibliothek St. Valentin teil und habe dafür den Roman „Die Weihnachtsliste“ von Janne Mommsen gelesen. In diesem recht schmalen Büchlein erfährt der Geschäftsmann Ben, der kurz vor seiner Abreise nach Singapur steht, dass er den Spielzeugladen seines Großonkels Hein geerbt hat. Ben möchte den Laden auflösen, aber noch die Weihnachtsliste von Hein erledigen, auf der sein Onkel Geschenke für die Menschen von Friedrichstadt notiert hat.
Ganz kurz gesagt: „Die Weihnachtsliste“ bietet nicht die geringsten Überraschungen – alles entwickelt sich so, wie man es sich wohl schon beim Lesen der Zusammenfassung denken kann. Aber das hat mich hier tatsächlich nicht gestört. Es ist einfach ein so herzerwärmendes Buch und ich fand es schön, wie Friedrichstadt hier fast schon zu einer Hauptfigur wird. Durch die Kürze des Romans wird all die Weihnachtsstimmung auch nicht zu viel und bleibt die Handlung recht straff, obwohl die Erzählweise eher ruhig ist. Nichts besonderes, aber einfach nur schön. Wenn mir wieder mal nach Wohlfühllektüre ist, werde ich gern noch zu weiteren Büchern von Janne Mommsen greifen.
Angelika Schwarzhuber – Der Weihnachtssee

Hörbuch erschienen als Audible Original; gelesen von Corinna Dorenkamp
Von der Nordsee geht es in den Bayerischen Wald: Als Jana zu Weihnachten auf dem Weg nach Hause ist, bleibt sie in einem Schneesturm mit dem Auto stecken. Zuflucht findet sie in einem Haus am See bei ihrem alten Schulfreund Toni. Aber Jana bleibt nicht der einzige unerwartete Gast: Auch ein Grüppchen Menschen, das gerade von einer Chroprobe kommt, strandet bei Toni – und sie alle sind gezwungen Weihnachten zusammen zu verbringen.
Hier gilt dasselbe wie beim vorigen Buch: Man kann sich schon zu Beginn denken, wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Aber auch hier hat mich das nicht sehr gestört. Ich hatte einfach eine große Freude an der unfreiwillig zusammengewürfelten Runde von Menschen. Das ist ein Motiv, das ich ohnehin sehr mag, und ich finde, dass es hier schön umgesetzt wurde. Die Figuren sind sympathisch und bringen teilweise interessante Hintergrundgeschichten mit, die doch auch für kleine Überraschungen sorgen. Die ganze Atmosphäre ist unglaublich gemütlich und perfekt für die Weihnachtszeit. Zwar kein Highlight, aber ein Buch, das mir richtig gutgetan hat und das nahezu ein Inbegriff für Weihnachtslektüre ist.