Rezensionen

Elke Heidenreich – Nero Corleone & Nero Corleone kehrt zurück

Sonderausgabe für Eine Stadt. Ein Buch

Auf einem italienischen Bauernhof wird ein schwarzer Kater mit einer weißen Pfote geboren. In Kürze wirbelt Nero das Leben auf dem Hof durcheinander, bringt alle Bauernhoftiere unter seine Fuchtel und wickelt schließlich ein deutsches Ehepaar, das in der Nähe ein Ferienhaus besitzt, um seine kleine Pfote. Als der Urlaub vorbei ist, nehmen Isolde und Robert den Kater mit nach Hause – und für Nero beginnt das Abenteuer erst so richtig.

Vor Jahren habe ich „Nero Corleone“ schon einmal gelesen und mochte es damals sehr gern. Nun wurde die Geschichte im Rahmen der jährlichen Gratisbuchaktion der Stadt Wien zusammen mit der Fortsetzung „Nero Corleone kehrt zurück“ herausgebracht und ich habe beide Teile in einem Rutsch gelesen.

Der erste Teil ist aus der Perspektive von Nero geschrieben, der seine ganz eigene, machohafte Sicht auf die Welt hat. Er lässt sich von niemandem etwas gefallen, hat alle Tiere und Menschen in seiner Umgebung fest im Griff und lässt sich von Isolde umsorgen und verwöhnen. Man merkt zwar, dass die Geschichte schon etwas in die Jahre gekommen ist, aber ich fand sie erneut sehr lustig lesen. Dass sie aus Katzensicht geschrieben ist, verleiht ihr einen ganz eigenen Charme. Schade allerdings, dass die Illustrationen von Quint Buchholz in dieser Ausgabe nur in schwarz-weiß und recht kleinem Format abgebildet sind.

Das Ende von „Nero Corleone“ ist bittersüß und meiner Meinung nach genau richtig. Ich konnte mir dazu eine Fortsetzung nur schwer vorstellen und nachdem ich nun auch „Nero Corleone kehrt zurück“ gelesen habe, muss ich leider sagen, dass ich diese tatsächlich für überflüssig halte. Das liegt nicht nur daran, dass der erste Teil in sich gut abgeschlossen war, sondern auch an der ganz anderen Erzählweise. Der zweite Teil ist über weite Strecken aus der Sicht von Isolde erzählt, wodurch leider der Humor und der besondere Charme verlorengehen. Die meiste Zeit habe ich nur auf das Auftauchen von Nero gewartet, aber auch als der Kater wieder mit dabei ist, wollte für mich der Funke nicht mehr überspringen.

„Nero Corleone“ ist eine sehr nette, warmherzige Geschichte, die ich noch immer empfehlen kann (sofern man über die etwas antiquierten Vorstellungen von Katzenhaltung hinwegsehen kann), aber die Fortsetzung kann man sich meiner Ansicht nach sparen.

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