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Ein Ausflug in meine schreiberische Vergangenheit

Vor ein paar Tagen habe ich in eine noch existierende Urversion meiner „Göttersteine“ hineingelesen. Die Gründe, weshalb ich überhaupt in die uralte Datei hineingeguckt habe, kann ich zwar jetzt nicht mehr nachvollziehen, aber ich bin froh, dass ich es getan habe.
Einerseits hat es mir das beruhigende Gefühl gegeben, mich schreiberisch doch weiterentwickelt zu haben, da ich vieles darin einfach nur haarsträubend (oder unfreiwillig komisch) fand. Andererseits war es aber auch interessant zu sehen, wie sehr die Handlung und die Figuren sich seither verändert haben. Es ist faszinierend, dass Riava seither und über all die Versionen und Veränderungen hinweg beinahe gleich geblieben ist, während der aktuelle Vendalar mit seiner Urversion kaum noch vergleichbar ist. Zugegeben – früher war er deutlich liebenswerter, dafür aber auch deutlich uninteressanter und alles in allem viel zu perfekt. Meinen heutigen verstockten Misanthrop mag ich als Schreiberin da doch viel lieber. 😉
Interessant ist auch, wie sich mein Schreibstil seither verändert hat. Früher habe ich deutlich blumiger und verschnörkelter geschrieben – vieles davon kommt mir inzwischen extrem kitschig vor; einiges liest sich aber auch recht schön.
Vergleichsweise kommt mir mein derzeitiger Schreibstil beinahe zu nüchtern vor, wobei das auch eher daran liegen mag, dass ich in letzter Zeit ja in erster Linie bei Bühnenrätsel aus Heruns Sicht geschrieben habe, zu der ein blumiger Stil überhaupt nicht passen würde.
Alles in allem hat mir dieser kleine Ausflug in meiner schreiberische Vergangenheit auch wieder Lust gemacht, endlich die letzten fehlenden Kapitel der „Göttersteine“ (zumindest des ersten Teils) zu schreiben. Sobald ich mich mit dem Roman beschäftige, wird mir aber auch immer bewusst, was für eine unglaubliche Baustelle das ist und wieviele Löcher es darin noch zu stopfen gibt. Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich dieses Monsterding jemals in den Griff bekommen werde.
Aber ich muss es zumindest versuchen. Denn zumindest eines hat mir das Lesen der Urversion wieder gezeigt: Es ist und bleibt nun einmal mein Herzensprojekt.

4 thoughts on “Ein Ausflug in meine schreiberische Vergangenheit

  1. Vielleicht solltest du regelmäßig solche Ausflüge machen, wenn dir das nicht nur bewusst macht, dass du dich weiterentwickelt hast, sondern auch Lust auf die weitere Bearbeitung der Texte macht. 🙂 Auf jeden Fall klingt es, als wärst du gerade – trotz des Stillstands der letzten Wochen – doch ganz zufrieden mit deinem aktuellen Stand. Ich drücke die Daumen, dass sich die perfekten Lösungen für deine Plotlöcher finden und du in den nächsten Monaten viel Zeit und Motivation zum Schreiben findest.

    1. Danke! Ja, ich bin gerade wieder ganz gut motiviert – vor allem auch motiviert, die gefühlten tausend Plotlöcher mal wieder in Angriff zu nehmen.
      Manchmal ist allerdings so ein Ausflug auch nur peinlich und ich denke mir dann "Oh mein Gott, was hab ich denn da geschrieben?" *gg*

  2. Ich kann Winterkatze nur zustimme – freu dich über die gelungenen Passagen und lass dich von den Plotlöchern nicht entmutigen. Wenn dir dieses Projekt so sehr am Herzen liegt, wirst du einen Weg finden, es zu beenden und daraus das bestmögliche Buch zu machen.
    Lg, Jery

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