Buchstabengeplauder

Buchstabengeplauder #27

Wenn ich mir so meine Lesestatistik vom März anschaue, möchte man es kaum glauben, dass ich vor einer Woche Urlaub hatte. Bisher habe ich nämlich sage und schreibe zwei Bücher im März gelesen. Aber wie das oft so ist im Urlaub, hat man tausend Dinge zu erledigen und so habe ich Blumenkästen für den Balkon gekauft, versucht die Bepflanzung zu planen (bisher bin ich noch nicht wirklich auf einen grünen Zweig gekommen), habe einen gründlichen Wohnungsputz gemacht für einen Besuch von Verwandten und war bei meiner Familie.
Und im Anschluss an den Urlaub erwarteten mich natürlich Dienste noch und nöcher, weshalb ich erneut nicht viel Lesezeit hatte.
Zwischen Freizeitstress und Diensten habe ich weiter ein wenig klassische Doctor Who-Folgen geguckt und habe außerdem nochmal mit Lost begonnen, das ich vor Jahren nur bis zur Mitte der 4. Staffel gesehen hatte. Ich merke gerade wieder, wie zeitraubend fernsehen sein kann und überlege, ob ich mein Netflix-Abo nicht lieber wieder kündige. Schließlich habe ich seit Jahren bewusst keinen Fernseher, um eben nicht ewig davor zu versumpfen – da ist es nur wenig zielführend, wenn ich nun stattdessen im Internetfernsehen versumpfe …
Was meinen derzeitigen Lesestoff betrifft, so fehlen mir bei Gnade von Toni Morrison nur noch wenige Seiten, was gut ist, da ich das Buch morgen zurück in die Bücherei bringen muss. Etwas stressig könnte es noch mit dem Sachbuch Feuer gefangen. Meine Reisen zu den Vulkanen der Erde von Angelika Jung-Hüttl werden, das ebenfalls morgen zurück in die Bücherei muss, bei dem ich aber noch ziemlich am Anfang bin. Da kann ich nur hoffen, dass es heute in der Arbeit ruhig bleibt und ich ein paar Seiten schaffe.
Die Furcht des Weisen von Patrick Rothfuss wird mich wohl noch eine ganze Weile beschäftigen, da das Hörbuch (oder eher: die Hörbücher) ja doch eine stattliche Länge aufweisen. Und ehrlich gesagt gibt es auch manchmal Phasen, in denen ich keine rechte Lust darauf habe, weil mich diese ganzen Ambrose-Intrigen so nerven. Umgekehrt gibt es natürlich auch Phasen, in denen ich wie gebannt weiterhöre, aber ich werde wirklich einen Luftsprung machen, wenn Kvothe endlich von der Universität geworfen wird (sorry, Kvothe).
Und da ich ja bekennende Parallelleserin bin, tummelt sich außerdem auf meinem Reader der historische Roman The Serpent and the Pearl von Kate Quinn, der die Geschichte der Borgias aus etwas anderen Perspektiven erzählt.
 
Ich denke gerade über einen ganz spontanen, kleinen Lesetag am Dienstag nach. Da habe ich frei, bevor es bei mir dann so richtig stressig mit Diensten wird über Ostern und ich habe an dem Tag auch noch nicht großartig was vor. Einfach ein gemütlicher Lesetag ohne große Planungen, Organisation oder Fragen. Andererseits ist so etwas im Frühling nur halb so schön, wenn man nicht auch ein wenig draußen in der Sonne lesen kann – und derzeit sieht es nicht so aus, als ob das Wetter das erlauben würde.
Na mal sehen …
 
Wie war denn euer Lesemärz bisher so?

12 thoughts on “Buchstabengeplauder #27

  1. Ah, Lost. Ich kenne die beiden letzten Staffeln immer noch nicht. Bevor ich sie schaue, werde ich wohl auch noch einmal an den Beginn zurückgehen bei den ganzen verschlungenen Handlungssträngen. 🙂

    Was Classic Who angeht: Ich mag ja Throughtons Doctor, soweit ich Folgen mit ihm sehen konnte. Da fällt mir glatt "The Tomb of the Cybermen" ein, ich liebe auch die Musik in dieser Folge.

    1. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob ich Lost dieses Mal zu Ende schauen werde. Mir wurde es damals im Laufe der 4. Staffel zu abstrus und was ich so vom Ende mitbekommen habe, klingt nicht sooo toll. Aber ich mag die Figuren und ihre Rückblicke und auch den Survival-Aspekt der 1. Staffel.

      Troughtons Doktor mag ich auch und "Tomb of the Cybermen" hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich nähere mich nun mit schnellen Schritten dem 3. Doktor, wobei ich von den ersten beiden nicht alle erhaltenen Folgen geguckt, sondern mir nur einzelne rausgepickt habe.

  2. Ich bin ja immer wieder froh, wenn ich eine Serie finde, die ich sehen mag, gehöre aber (wie ich inzwischen gemerkt habe) nicht zu den Leuten, die gern mehrere Folgen hintereinander schauen. "Lost" hat mir allerdings nicht so gut gefallen, dass ich die 1. Staffel überhaupt beendet habe und mit "Dr. Who" bin ich auch nicht so ganz warmgeworden … 🙁

    Ich drücke die Daumen, dass es mit den beiden Büchern heute noch klappt, damit du sie morgen in Ruhe zurückbringen kannst. Und Dienstag einen Lesetag einzulegen klingt auch nach einer guten Idee! Wenn die Sonne nicht scheint, musst du dir eben einreden, dass schon April sei und da gehören Regentage eben dazu. 😉

    1. Ich gehöre leider zu denen, die gern mehrere Folgen hintereinander schauen, wenn es gerade spannend ist. Früher war ich da konsequenter und hab immer nur eine geguckt, damit ich nicht zu lang dabei versumpfe.

      Ja, das Wetter ist definitiv schon sehr aprilig. Ich würd nur so gern schon gemütlich am Balkon lesen.

  3. Bore da, Neyasha.
    Urlaube dürfen gern für Dinge von der langen Bank oder die akut drängenden (hier ist keine Bank mehr!) herhalten. Du hast mit Deinen Aktivitäten dann offenbar eine ausgewogene Balance gehalten.
    Wie ein Blick auf die Anrichte des lokalen Wettergotts unterstreicht, kannst Du Dir mit der Balkongestaltung noch etwas Bedenkzeit gönnen.
    Klassisch einfache 1m-Kästen, oder etwas Extravagantes!?

    Stimmt. Das "Sumpf"-Medium ist der Zeit (s.o.) herzlich egal. Wobei die Standard-Season amerikanischer Prägung (bis zu 24 Folgen) besonderst sumpfig wirkt. Das und das Aufsatteln unnötiger Staffel hat "Lost" heftig am Zahn gezogen. Tatsächlich hätte man/frau die stringente Version der Stories auch in 3, maximal 4 Seasons erzählen können. Die Pointe der Idee wird entweder als zwingend "logisch" oder als lächerlich, enttäuschend bewertet. Darstellerisch aber erste Sahne… 🙂

    Bisher ist mein Lese-März mit "Devil's River", von Thomas Thiemeyer, ausgefüllt. Spannungshaltige Lektüre im Bogen zwischen indianischer Kultur, Zivilisation der Weißen (resp. was sie anno 1878 dafür halten), sowie je einem "Monstrum" aus beiden Welten. Abgesehen von gelegentlich einsickernden Sprachmodernismen, eine antreibende, nuancierte Lektüre.
    Vergleichbar in der düsteren Stimmung etwa mit dem Film 'The Missing'.

    bonté

    1. Ich hab klassische 80cm-Kästen für den Balkon. Und dann werden noch ein paar Kübel dazukommen für Tomaten und Zucchini und solcherlei. Aber ja, wenn ich mir die aktuelle Wettervorhersage anschaue, hätte ich mir auch mit dem Kauf der Kästen noch Zeit lassen können …

      Dass Lost besser weniger Staffeln gut getan hätte, befürchte ich auch. Wobei ich inzwischen den Eindruck habe, dass fast jede Serie ihren Zenit irgendwo bei Staffel 3-4 überschreitet und es dann abwärts geht.
      Doctor Who vielleicht ausgenommen, da die Serie durch den wechselnden Hauptcast "frischer" bleibt. Mein bisheriger Eindruck ist zwar, dass die Qualität auch enorm schwankt, aber ich habe nicht dieses "irgendwie gehts nur noch abwärts"-Gefühl.

      Der Cast ist in Lost wirklich große Klasse und die meisten Charaktere sind auch gut geschrieben. Das ist auch die größte Stärke der Serie, wie ich finde.

    2. …falls es Dich trösten mag, das Wetter bleibt auch weiter flußauf der Donau aprilig – inklusive Ostern.
      Immerhin – leere Balkonkästen fressen kein Heu nicht. 🙂

      Ich denke "Doctor Who" ist zudem interessant geblieben, weil die Serie wie eine Anthologie funktioniert. Mit einem Host, der mit uns von einer Science Story in die nächste zeitreist. Eine sehr britische Variation vom 1001 Nacht-Prinzip.
      Apropos der Doctor: Für die 13. Wandlung des Timelord – so Gerüchte über die Gerüchteküche – sei eine Frauenrolle angedacht…

      bonté

  4. Du hast tatsächlich keinen Fernseher? Fiel dir die Umstellung schwer?
    Ich versuche auch, meinen Fernsehkonsum zu reduzieren, aber das klappt mal mehr, mal weniger gut, aber ganz verzichten könnte ich wohl nicht. 😉

    Serien schaue ich eher selten und wenn dann meist relativ schnell, jedoch auch nicht den ganzen Tag durch. „Borgia" hat mir z. B. richtig gut gefallen oder auch „Rom". „Lost" habe ich damals geschaut, als es neu rausgekommen ist, allerdings bin ich nicht weiter als die erste Staffel gekommen.
    Aber ja, Serien können süchtig machen…^^

    Und wo ich vorhin schon bei Borgia war… „The Serpent and the Pearl" sagt mir gar nichts, aber wenn es sich um die Borgias handelt…

    1. Also ich hatte, nachdem ich mit 18 ausgezogen bin, zwar meistens einen Fernseher, allerdings nur sehr selten auch Fernsehanschluss im Zimmer. Von kurzen Phasen (einmal im Studentenheim und einmal in der WG) abgesehen, habe ich also meinen Fernseher immer nur zum DVD-gucken genutzt. Nun habe ich halt erstmals auch keinen Fernseher mehr, sondern gucke die DVDs nur noch am Computer. Insofern kann ich nicht behaupten, dass es für mich eine schwere Umstellung war.

      Den ganzen Tag durch schau ich natürlich auch keine Serien. Aber in letzter Zeit hab ich schon ab und zu nach einem Dienst am Abend 3-4 Folgen (also bei durschnittlichen 40-Min.-Länge, bei langen wie "Downton Abbey" warens eher 2 am Stück) hintereinander geschaut. Gut, das entspricht in der Länge auch gerade mal einem üblichen Spielfilm, aber da ich nur selten Filme anschaue und früher auch bei Serien immer nur höchstens eine Folge am Tag geguckt habe, ist das gerade schon enorm viel. Und da denk ich mir schon, dass ich die Zeit deutlich sinnvoller nutzen könnte …

      Ich bin auf "The Serpent and the Pearl" eher durch Zufall aufmerksam geworden. Bisher finde ich es aber sehr gut.

    2. Ah, okay. 🙂

      Ach, man gönnt sich ja sonst nichts und im Grunde hast du recht, es ist, als würde man einen Spielfilm sehen (von der Länge her). Ich kann aber auch verstehen, dass du da den Wunsch hegst, die Zeit anders/besser zu nutzen. Das kenne ich ja selber auch. Ich lasse mich viel zu gerne ablenken, besonders, wenn es um die Uni geht…

      Oh, okay. Ich habe die andere geschaut! 😀

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