Buchstabengeplauder

Buchstabengeplauder #79

Die sommerliche Hitze hat Wien gerade ziemlich im Griff (wobei es sich nun zusammenzieht und für heute auch Unwetter angesagt sind) und bei mir leidet die allgemeine Motivation ein wenig darunter. Allerdings muss ich sagen, dass meine Gedanken ohnehin sehr vereinnahmt werden von der Schulung, die ich am Dienstag geben muss und ich mich in dieser Zeit vermutlich so und so nicht gut auf etwas anderes konzentrieren könnte. Ich freue mich also schon darauf, wenn ich das am Dienstag gut überstanden habe.
Immerhin war ich motiviert, dieses Wochenende ein wenig meinen Balkon zu verschönern. Ich möchte schon länger meine eine weiße Wand aufpeppen, war aber lange unsicher, womit. Streichen war mit etwas zuviel Aufwand; Kletterpflanzen sind dort auch nicht so gut geeignet, da drunter meine große Gartentruhe steht und ich da also keine Töpfe/Pflanzenkästen unterbringe.
Nun habe ich vorige Woche ganz billige bunte Bilderrahmen gefunden (noch nicht mal mit Glas, sondern nur einer Art Folie) und einfach mit Edding Silhouetten von Vögeln und Pflanzen gezeichnet. So schaut die Wand jetzt also aus:

Außerdem habe ich die nun schon recht müde aussehenden Frühlingsblumen durch Zwergsonnenblumen ersetzt und erfreue mich an der gut gedeihenden Zucchinipflanze sowie den vielversprechenden heranwachsenden Tomaten. 

Die Pflanze trägt noch eine ganze Reihe von weiteren Tomaten

Was mir am Balkon jetzt noch immer fehlt und was bei diesen Temperaturen wichtiger wäre als Dekoration, ist ein Sonnenschutz. Das ist allerdings nicht so leicht umzusetzen – schon gar nicht bei einer Mietwohnung. Ich habe schon ein paar Ideen, aber ich befürchte, eine Weile werde ich die pralle Sonne auf dem Balkon noch hinnehmen müssen.
Zum Lesen komme ich aufgrund der mangelnden Konzentration gerade nicht so viel, aber ich höre gerade Wen der Rabe ruft als gekürztes Hörbuch. Ich habe den Roman auf Englisch bereits vor drei Jahren gelesen und möchte nun endlich die weiteren Bände lesen. Da ich das Buch nur ausgeliehen hatte und mich an vieles nicht mehr erinnern kann, dachte ich mir, dass so eine verkürzte Lesung in dem Fall vielleicht ganz gut zum Auffrischen der Erinnerung wäre. 
Nachdem ich fast am Ende angekommen bin, kann ich sagen, dass das Hörbuch für diesen Zweck in der Tat gut geeignet ist. Trotzdem bin ich schockiert, wie verstümmelt die Geschichte in dieser Version ist. Die Handlung funktioniert durchaus noch, aber die wunderbaren Szenen mit Blue und den vier Jungs wurden auf ein Minimum reduziert. Darunter leidet nicht nur die Figurenzeichnung, sondern auch die Beziehungen zwischen ihnen. Die Freundschaft zwischen den Jungs kommt kaum zur Geltung und das Kennenlernen von Blue erfolgt sehr überhastet – wodurch auch die dezente Liebesgeschichte auf einmal wie Instalove wirkt. 
Es ist mir wirklich ein Rätsel, wieso man einen so schönen Roman dermaßen für eine Lesung zusammenkürzt. Die englische Originalversion dauert 11 Stunden – die gekürzte deutsche Fassung gerade einmal etwas mehr als 6 Stunden. Hier wurde also ein Jugendbuch von relativ überschaubarer Länge um gut ein Drittel reduziert. Warum macht man so einen Schwachsinn? Wenn man nicht den Roman, wie ich, schon vorher kennt, halte ich die deutsche Hörbuchversion für nahezu unbrauchbar. Und es hat mir wieder einmal bestätigt, weshalb ich normalerweise um gekürzte Hörbücher einen sehr großen Bogen mache.  
Habt ihr auch schon einmal eine gekürzte Hörbuchversion gehört, bei der ihr das Buch vorher bereits gelesen habt? Und wenn ja, wie fiel da für euch der direkte Vergleich aus?

5 thoughts on “Buchstabengeplauder #79

  1. Kia ora, Neyasha.
    "Schulung" – das Wort trägt in der Regel einen leicht bitteren Geschmack mit sich herum; vermutlich, weil sich nicht viele Erwachsene gern an die Schulzeit erinnern. Erst recht herausfordernd für Lehrende.
    Wenn dann noch hochsommerliche Hitze dräut…
    Ach – Du wirst sehen, sobald Du begonnen hast wird die Zeit im Sauseschritt vorbeiziehen!
    Viel Glück & Kreidebruch! 😉

    Die Wand wirkt durch die "Wandmalereien" sogleich belebt. Kleiner Aufwand, solide Wirkung.
    Bei Wind & Sturm!?

    Besagte Sonnenblumen – sehr dankbar für solche Wetterlagen – stehen sogar in einem passend farbigen Kasten. Paßt rundum.

    Literatur als eingedicktes Hörbuch – was bei Soßen gewollt ist, kann bei Romanen in beide Augen gehen. Offensichtlich stand hier die geheiligte Wirtschaftlichkeits-Rechnung vor allem anderen. Funktioniert miserabel, wie Du attestierst, & beißt sich folglich in den eigenen Schwanz.
    Instant-Literatur: Vor dem hören, aus Verständlichkeitsgründen, bitte zuerst das Original lesen.

    Eine genehme Woche!

    bonté

    post scriptum:
    Ein Filmtip wäre zur Zeit 'Der Wunderbare Garten Der Bella Brown'

    1. Tja, schauen wir mal, wie das morgen wird. Einerseits sorgen schöne Umgebung und Sonne für gute Stimmung, andererseits mag man da wohl noch weniger den ganzen Tag drinnen sitzen … Ich hoff, meine "Schäfchen" sind trotzdem einigermaßen motiviert.

      Die Bilder sind an der Rahmenunterkante zusätzlich mit Tesa-Klebepads befestigt. Damit sollten sie hoffentlich Wind gut trotzen (gestern war das Unwetter schon mal kein Problem).

      Danke, dir auch eine angenehme Woche!

  2. Ich habe dieses Jahr leider viel Pech mit meinem Balkon, der zur "Wetterseite" raus geht. Meine Blumenkästen sind jetzt schon mehrfach dem Wetter ausgesetzt gewesen. gerade haben sie die Blumen vom Hagel erholt (ich war leider nicht rechtzeitig zur Stelle, um die Kästen runterzunehmen) und nun kam gestern die große Überschwemmung. Sie sehen ganz schön gerupft aus.
    Deine Wand gefällt mir richtig gut!

    1. Dieses Jahr ist es aber auch echt schwierig mit dem Wetter. Hagel war hier zum Glück nicht und Regen ist bei mir meist auch nicht so sehr das Problem, weil der Balkon überdacht ist, aber bei mir ist es oft sehr stürmisch und dieses Jahr kommt es mir ganz extrem vor. Daher sieht bei mir einiges auch recht gerupft aus.

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