Streifzüge

Impressionen aus Oslo

Die letzte Woche hatte ich Urlaub und war für einige Tage in Oslo. Ich habe 2005 für ein Semester in Oslo studiert und mich damals sehr in die Stadt verliebt. Seither war ich zweimal recht kurz dort – einmal, um vor allem für die Doktorarbeit zu recherchieren und einmal letztes Jahr im Rahmen einer Dienstreise. Beide Male hatte ich nicht viel Zeit, um einfach die Stadt zu genießen, daher wollte ich dieses Jahr endlich mal ohne Verpflichtungen nach Oslo.

Ich habe sowohl einige geliebte Orte wieder aufgesucht als auch neue erkundet. Es war traumhaftes, schon ein wenig zu heißes Sommerwetter – mit täglich um die 30 Grad und nur einmal einem Unwetter, also nicht gerade ein typisch norwegischer Sommer. Daher habe ich die letzten zwei Tage vornehmlich mit baden im Meer sowie im See Sognsvann und mit gemütlich draußen lesen verbracht. Ich hatte auf meinem Reader eine ganze Reihe von „passenden“ Büchern mit; gelesen habe ich letztendlich Insel der blauen Gletscher von Christine Kabus (zur Gänze) und (etwa zur Hälfte) Dem Nordpol entgegen von Gavin Francis, außerdem das Hörbuch Miss Gladys und ihr Astronaut von David M. Barnett.

Am Ende ist mir der Abschied sehr schwergefallen – vor allem, weil ich gemerkt habe, dass einige Tage Urlaub meine Sehnsucht nach Oslo nicht stillen können. Es ist vor allem der Alltag dort, den ich vermisse: die Möglichkeit, mal eben zum Hafen zu gehen und auf eine der Inseln im Fjord zu fahren oder die Seele am Sognsvann baumeln zu lassen. Wien hat natürlich auch schöne Plätzchen, aber man hat nicht diese Orte der völligen Stille, fernab vom Straßenverkehr, die dennoch in kürzester Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind – und vor allem fehlt mir hier das Meer. Es wird also mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch in Oslo gewesen sein.

Einige meiner Lieblingsorte möchte ich euch im Laufe der Zeit gern mal genauer vorstellen, zumal ich davon teilweise auch Fotos von verschiedenen Jahreszeiten habe, aber hier ein erster Eindruck meiner fünf Tage in Oslo (anklicken zum Vergrößern):

6 thoughts on “Impressionen aus Oslo

  1. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich vor allem Urlaubsfotos aus Oslo kenne, aber ich finde die Stadt sieht immer nach „Ferienstimmung“ aus. Sehr schöne, sehnsüchtig machende Fotos – ich hoffe, du kannst dir bald wieder einige Tage dort gönnen und uns ein paar Bilder mitbringen. 🙂

    1. Ja, das stimmt schon irgendwie mit der Ferienstimmung. Ich glaube, das liegt 1. daran, dass in der Innenstadt wenig Autoverkehr ist (Innenstadt-Maut und außerdem führt ein Tunnel unter der Stadt durch, wo sich der Verkehr hauptsächlich abspielt) und einfach viele Fußgänger unterwegs sind, 2. am Hafen, der praktisch mitten in der Stadt liegt und 3. daran, dass die Norweger ihre Freizeit gern draußen genießen.

  2. Wow, das sind richtig schöne Fotos! Norwegen ist, seit mein Vater gerade vor ein paar Wochen dort war, mittlerweile auf meiner Liste gelandet. Du sorgst dafür, dass Oslo auf jeden Fall auch dabei ist. Das sieht herrlich aus!
    Schön, dass du an geliebte Plätze zurückkehren konntest.
    So geht es mir übrigens mit Köln. Ich möchte dort zwar nicht mehr wohnen, aber ich freue mich immer, wenn ich wieder da bin und mag den Flair der Stadt einfach sehr.

    1. Ich kann Oslo auf jeden Fall empfehlen! Es hat nicht dieselbe beeindruckende Schönheit wie Bergen und Stavanger mit ihren Holzhäuschen und hohen Fjorden, aber ich mag die Mischung aus Stadtgewusel und stiller Natur irrsinnig gern. Außerdem regnet es in Oslo meistens weniger. 😉
      Ich kenne die Sehnsucht nach einem Ort sonst nicht so. Mein Heimatstädtchen vermisse ich gar nicht (das „hat“ einfach nichts) und mit Wien habe ich mich inzwischen ganz gut arrangiert, aber wenn ich wegziehen würde, würde ich in erster Linie meine Freunde hier vermissen, nicht die Stadt an sich. Bei Oslo war dagegen damals schon der Abschied am Ende des Semesters sehr schwer.

      1. Spannend, ne? Dass es einem manche Städte so antun und andere nicht. Mir ging es auch oft so, dass eine Stadt für mich vor allem durch die dort lebenden Freunde wertvoll wurde. Aber Köln ist einfach so bunt und vielfältig. Man kann dort an einem Sonntag durch die Straßen bummeln und alle sind draußen: alle Altersklassen, alle Nationen, alle Sozialschichten. Das mag ich.
        Wohnen würde ich da aber nicht mehr wollen.

        Bergen und Stavanger sind dann auch abgespeichert. 😉

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