Kreatives

[Notizbücher] Selbstgestaltete Kalender

Kennt ihr das? Jahrelang habt ihr für irgendeine Sache Verständnislosigkeit geerntet oder euch wie der reinste Exot gefühlt und auf einmal – zack! – liegt ihr voll im Trend damit. Ich habe das so ungefähr schon einmal mit dem Häkeln erlebt (im einen Moment noch schräge Blicke, wenn man im Zug das Häkelzeug auspackt, im nächsten Moment sitzen in jedem Waggon drei weitere Häkler) und seit einer Weile so mit den Bullet Journals. Dabei führe ich im Grunde genommen gar kein Bullet Journal. Aber eins nach dem anderen …

Seit ich vor drei Jahren erstmals meine selbstgestalteten Kalender-/Notizbuchkombis vorgestellt habe und in diversen Beiträgen auch manchmal meine Büchlein erwähnt habe, ist öfter mal der Wunsch laut geworden, dass ich doch meinen aktuellen Kalender herzeigen und von meiner „Methode“ erzählen sollte. Nun schiebe ich diesen Beitrag seit Monaten vor mir her, weil es so vieles gibt, was ich darin unterbringen möchte. Aus diesem Grund habe ich den Beitrag nun in mehrere Einzelthemen aufgeteilt und starte also eine kleine Blogserie zu dem Thema.

Den Anfang macht dieser Beitrag, in dem es sozusagen um meine Geschichte des Kalendergestaltens geht; später werde ich noch genauer mein derzeitiges Buch vorstellen, verschiedene Notizbuch-Marken vergleichen und auf weitere Aspekte rund um dieses Thema eingehen.

Seit 2014 gestalte ich jedes Jahr meinen Kalender selbst – zunächst vor allem aus der Not heraus, weil ich den für mich idealen Kalender nirgends finden konnte. Ich persönlich möchte sowohl meinen Kalender als auch mein Notizbuch immer und überall mit dabei haben. Es liegt also nahe, diese beiden Dinge zu vereinen. Bei mir bestand daher damals immer die erste Hälfte aus dem Kalender und die zweite Hälfte aus dem Notizbuch. So eine Kombination wird seltsamerweise nicht angeboten. Entweder gibt es Kalender, bei denen sich links eine Kalenderwoche und rechts eine Notizseite befindet oder lediglich die letzten paar Seiten bieten Platz für Notizen.

Von 2014 bis 2016 waren meine Kalender immer gleich aufgebaut: In einem A5-Blankobuch von Conceptum hatte ich jeweils zwei Wochen auf einer Doppelseite und dann nach dem Kalenderteil zunächst einen Bereich fürs Lesen/Bloggen (Leseliste, Lesevorhaben, Übersicht über Blogbeiträge), ehe der ganz allgemeine Notizteil folgte. Ein paar Fotos der damaligen Gestaltung könnt ihr euch in meinem Beitrag von 2016 anschauen. Prinzipiell funktionierte das für mich gut, aber ich brauchte immer ewig für das Erstellen des Kalenderteils und fand die Bücher für „immer dabei“ auch recht groß und schwer.

2017 probierte ich daher etwas anderes: Ich hatte von Leuchtturm ein A6-Büchlein gefunden, das zunächst Monatsübersichten auf jeweils einer Doppelseite bot und dann ca. 80 Seiten allgemeinen Notizteil. Da ich 2017 keine wechselnden Dienstzeiten mehr hatte, die ich im Kalender eintragen musste, hoffte ich, dass mir das kleinere Format genügen würde. Das war allerdings ein Irrtum: Für unterwegs war das kleine Büchlein zwar praktisch, aber letztendlich war mir der Kalender doch etwas zu klein und auch im Notizteil ging mir zum Jahresende hin der Platz aus. Leider gab es das Buch (zumindest damals) nur in A6.

Für das Jahr 2018 gestaltete ich also meinen Kalender wieder selbst und als ich damit im Herbst 2017 begann, stellte ich fest, dass ich damit nicht mehr einsam war. Etwa zu dieser Zeit war das Thema „Bullet Journal“ überall aufgetaucht und hatte auch den deutschen Sprachraum erobert und mit einem Mal war nicht nur die Auswahl an Notizbüchern, sondern auch die Zahl an Blogs, Vlogs, Instagramseiten etc. zu dem Thema quasi explodiert. Ich fand für mich nicht nur viele Anregungen, wie ich meinen Kalender und meinen Notizteil gestalten bzw. organisieren konnte, sondern entdeckte auch die populär gewordenen Bücher mit Punkteraster, die mich sofort begeisterten. So wurde also mein Allround-Buch 2018 ein Leuchtturm in A5 mit Softcover und Punkteraster.

Statt verständnislosen Blicken ernte ich seither, wenn ich meinen Kalender auspackte, wissende Blicke – meist gepaart mit den Worten „Ah, du hast auch ein Bullet Journal“. Worauf ich immer antworten muss: „Naja, eigentlich nicht …“ Dazu aber mehr, wenn ich beim nächsten Mal genauer auf meinen aktuellen Kalender und dessen Aufbau eingehe.

2 thoughts on “[Notizbücher] Selbstgestaltete Kalender

  1. Ich finde es toll, dass Du mehrere Beiträge zu dem Thema machen möchtest, ich werde in jedem Fall reinschauen. Zwar habe ich bisher gut durchgehalten, aber für nächstes Jahr bereits einen Kalender gekauft, Buchform, pro Tag eine Seite. Die Übersichten Jahr/Monat kann man da sicher irgendwie einfügen. Es ist mir einfach zu aufwendig ständig neu zu Zeichnen und Einzuteilen.
    Aber schöne Notizbücher/Journals schaue ich mir gern an und habe noch etliche hier stehen. 🙂

    1. Das freut mich, dass dich meine kleine Serie interessiert.
      Dass dir das ständige selbst Zeichnen zu aufwändig ist, kann ich verstehen. Das ist ja mit einer der Gründe, weshalb ich nicht mit einem klassischen Bullet Journal arbeite. Bei meiner Einteilung habe ich halt nur einmal vor Beginn des Jahres Arbeit und dann ist erst mal alles fertig. Ich bin jetzt auch schon am Herumüberleben für nächstes Jahr und wie so oft suche ich mal wieder die eierlegende Wollmilchsau – und da es diese nicht gibt, kann ich mich nicht entscheiden, wo ich am ehesten Abstriche machen kann. Dass ich aber auch immer eine Wissenschaft aus solchen Entscheidungen machen muss …

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