Lesegeplauder

The Intimidating TBR – Der furchterregende SuB

Sam hat vor kurzem ein Tag gepostet, in dem es um den SuB geht. Nun habe ich nicht direkt einen furchterregenden SuB, dafür ist meiner doch zu klein. Aber ich finde die Fragen ganz interessant und ich habe mir gedacht, dass es Spaß machen könnte, meinen SuB mal unter diesen Gesichtspunkten unter die Lupe zu nehmen:

1. Ein Buch, das du nicht beendet hast

Vorweg: Ich habe nicht direkt einen Sachbücher-SuB, weil ich eine Reihe von Sach- und Fachbüchern zuhause habe, die ich eher als Nachschlagewerke betrachte. Es fällt mir daher schwer zu sagen, welches Sachbuch ich wirklich lesen möchte und welche ich als gelesen oder ungelesen betrachte. Für diese Frage wähle ich dennoch Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften von Jared Diamond. Wie ihr an dem Foto sehen könnt, bin ich bisher nicht sehr weit gekommen, was mich ziemlich ärgert. Ich habe das Buch nämlich bereits seit zwei Jahren und mir bereits bei zwei Challenges vorgenommen es zu lesen. Mal sehen, ob es irgendwann etwas wird.

2. Ein Buch für das du einfach noch keine Zeit hattest



Das trifft auf die meisten Bücher auf meinem SuB zu, besonders aber auf Von Arsen bis Zielfahndung, da ich es aus der Unibibliothek ausgeliehen habe und es nun seit Wochen bei mir nur herumliegt. Da ich es irgendwann auch einmal zurückgeben muss (und nebenbei auch nur noch bis zum offiziellen Ende unseres Lehrgangs im September als Studentin inskribiert bin), wird es höchste Zeit, dieses Buch zu lesen.

3. Ein Buch, dass du nicht gelesen hast, weil es sich um eine Fortsetzung handelt

Mit Voyage of the Basilisk von Marie Brennan habe ich eine Fortsetzung auf dem SuB, die ich an sich jederzeit lesen könnte, da ich die Vorgängerbände bereits kenne. Üblicherweise lese ich Fortsetzungen direkt auch hintereinander, wenn ich die Bände bereits verfügbar habe. In diesem Fall hat mich aber leider der zweite Band nicht ganz überzeugt und nun kann ich mich nicht aufraffen, den nächsten Band zu lesen.

4. Ein Buch, dass du nicht gelesen hat, weil es brandneu ist

Wanderer, kommst du nach Spa … von Heinrich Böll ist erst vor kurzem bei mir eingezogen und bislang war ich noch mit anderen Büchern beschäftigt. Diese Kurzgeschichtensammlung war eher ein Spontankauf und gewissermaßen auch ein „überflüssiger“ Kauf, da ich es auch in der Bibliothek ausleihen könnte. Aber nachdem mir Bölls Irisches Tagebuch (das ausgeliehen war) so gut gefallen hatte, wollte ich mir das nun doch kaufen. Ich hoffe, dass mir die Kurzgeschichten ebenso gut gefallen wie der literarische Reisebericht.



5. Ein Buch von einem Autor, von dem du schon etwas gelesen hast, das du nicht wirklich mochtest

Ich habe von Brandon Sanderson schon Alcatraz und die dunkle Bibliothek gelesen, das mir nicht gefallen hat und „Elantris“ sowie „Kinder des Nebels“ habe ich überhaupt abgebrochen. Ich möchte ihm aber noch eine letzte Chance geben mit Rithmatist, das ich von Elena im Zuge eines Gewinnspiels geschenkt bekommen habe. Nun bin ich einerseits gespannt auf dieses Buch, habe aber gleichzeitig Angst, dass es mir wieder nicht gefallen könnte. Das ist wohl der Grund dafür, weshalb es nun leider schon seit Jahr auf meinem SuB liegt.

6. Ein Buch, für das du einfach nicht in der richtigen Stimmung bist

Erik Hellauge von Henry Rider Haggard ist ein Fantasyroman im Stil der Isländersagas. Ich habe es voriges Jahr – zusammen mit Die Hexe von Orkney – von einer Freundin bekommen, die ihre Bücher ausgemistet hat und damals hat es mich sofort angesprochen. Ich bin dann aber nicht gleich zum Lesen gekommen und seither war ich nie in der richtigen Stimmung für diesen Roman.

7. Ein Buch, das du noch gelesen hast, weil es ENORM ist

Ein gar so enormes Buch habe ich momentan gar nicht auf meinem SuB. Die meisten Seiten hat Der Goldschatz der Elbberge mit 576 Seiten, was nun auch nicht so viel ist, aber mich doch davon abhält, das Buch unterwegs mit dabei zu haben (zumal es auch recht großformatig ist). Und den Weg auf mein Nachttischchen hat es noch nicht gefunden. 



8. Ein Buch, das du wegen des Covers gekauft hast

Achtung, Bookporn-Alarm! Tschick von Wolfgang Herrndorf habe ich mir tatsächlich erst heute gekauft, als ich eigentlich nur in die Buchhandlung Kuppitsch gegangen bin, um meine bestellte Vorteilskarte abzuholen. Dann sah ich das Buch dort liegen … und es war um mich geschehen. Überflüssig zu sagen, dass das Taschenbuch daneben nur gut ein Drittel gekostet hätte und es das Buch natürlich auch in der Bibliothek gibt …
Es handelt sich um ein Hardcover mit Fadenbindung, Lesebändchen und einem Gummiband zum Schließen (ähnlich einem Notizbuch). Der Buchschnitt ist in drei Farben – blau, gelb und rot – und es sind tolle Illustrationen von Laura Olschok enthalten.

 

Wie ich zuhause herausgefunden habe, handelt es sich bei diesem Buch übrigens um den Gewinner des Büchergilde Gestalterpreises 2016, der alle zwei Jahre an NachwuchskünstlerInnen vergeben wird. Nicht verwunderlich, da das Buch wirklich eine Augenweide ist – und dazu auch noch sehr handlich und stabil, also perfekt auch für unterwegs geeignet. Ich bin schon sehr gespannt auf den Roman, der in den letzten Jahren überall gepriesen wurde.

9. Das ehrfurchtgebietendste Buch auf deinem SuB

Bei dieser Frage schließt sich der Kreis: Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen ist ein weiteres Buch von Jared Diamond – noch dicker und großformatiger als „Arm und Reich“. Inhaltlich klingt es wirklich spannend, aber ich befürchte, dass es mich noch einige Überwindung kosten wird, tatsächlich mit diesem Buch zu beginnen. Noch dazu würde ich vorher eigentlich gern das andere Buch von Jared Diamond auslesen, da es gewissermaßen sein Vorgänger ist.

Was meint ihr? Welches Buch sollte unbedingt ganz schnell von seinem tristen SuB-Dasein befreit werden? Habt ihr eines der genannten schon gelesen? Und was sind eure furchterregendsten SuB-Bücher?

15 thoughts on “The Intimidating TBR – Der furchterregende SuB

  1. Oh Mensch, mir sind gerade fast die Augen rausgefallen angesichts dieser WUNDERSCHÖNEN Ausgabe von "Tschick"!!! o.O Die Geschichte selbst hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen und lässt sich auch schon wegschmökern.
    Der ganze Beitrag gefällt mir übrigens sehr gut und macht mich jetzt ganz nachdenklich, ob ich den auch bringe. Wenn ich mal wieder Zeit habe. Und mir für jeden Punkt ein Buch rausgesucht habe… 😀

    1. Dann kannst du dir vermutlich vorstellen, wie es mir in der Buchhandlung gegangen ist. 😉 Ich hoffe, dass mir der Inhalt ebenso gut gefällt wie da Äußere.

      Das Raussuchen war bei mir ja eine recht flotte Sache, da fast alle Bücher von meinem SuB dafür zum Einsatz gekommen sind. *g*

    2. Ich habe den "Goldschatz der Elbberge" und auch den Nachfolgeband ("Das Geheimnis des goldenen Reifs", in dem dann dankenswerterweise auch die Frauenfiguren ein bisschen interessanter werden) sehr gern gelesen. Die Hosentaschen-Dichte ist zwar für mittelalterliche Verhältnisse ganz erstaunlich, aber ansonsten sind die Bücher gar nicht so übel recherchiert und arbeiten teilweise mit Ortssagen, die sonst in der Fantasy eher unterrepräsentiert sind.

      Die letzte Frage kann ich nicht beantworten, da ich selbst dicke Sachbücher (davon warten noch einige, ja) in der Regel nicht als "furchterregend" empfinde, sondern mich eigentlich immer freue, wenn ein Buch nicht so schnell zu Ende geht.

    3. Ich hab auch nicht an sich was gegen dicke Sachbücher, aber da ich am meisten unterwegs zum Lesen komme, fange ich nicht so gern solche dicken, großen Wälzer an, die ich dann fast immer nur abends im Bett lese (wo ich oft schon zu müde bin für mehr als ein paar Seiten).
      Dazu kommt, dass ich beim Vorgängerband schon nicht recht voran gekommen bin und daher bereits weiß, dass Jared Diamonds Stil mich nicht direkt fesselt.

      Ich hoffe, dass ich bald mal zu "Der Goldschatz der Elbberge" komme.

  2. Diesen Tag will ich auch noch machen… Hoffentlich komme ich dazu – bei mir gestaltet sich die Auswahl etwas schwieriger, weil ich wohl so 30 Bücher pro Frage nennen könnte 😉

    "Kollaps" liegt bei mir auch noch auf dem SuB. Der Stil des Autoren war also wenig fesselnd? Hm, das ermutigt mich nun nicht gerade.

    Ich wußte gar nicht, daß "Erik Hellauge" im Stil der Isländersagas ist. Ich habe es einfach zusammen mit den anderen Büchern dieser Reihe besorgt – als eines der letzten, weil es für mich nicht so interessant klang. Mit dieser neuen Information kann ich es vielleicht aus einer anderen Perspektive angehen.

    Die "Tschick"-Ausgabe habe ich auch gesehen und finde sie sehr gelungen! Leider finde ich das Buch furchtbar (es kommt für mich in die gleiche geistige Verbannungsecke wie "Der Fänger im Roggen"), aber wenn man so etwas gerne liest, ist die Ausgabe garantiert ein Schatz im Regal 🙂

    1. Ich nehme an, dass das einfach eine Geschmacksache ist mit dem Stil von Jared Diamond. Meinen Geschmack trifft er einfach nicht so ganz.

      Ich habe den "Fänger im Roggen" nie gelesen und habe kaum Ahnung, worum es in "Tschick" geht, insofern kann ich gar nicht mal einschätzen, ob ich sowas gern lese. Ich werde mich einfach überraschen lassen. 😉

  3. Da hast du wieder eine spannende und vielfältige Auswahl an Büchern rausgekramt. 🙂 Vielleicht sollte ich diesen Tag auch mal machen, aber ich bezweifle, die richtigen Bücher finden zu können…

    Ich habe meine Sachbücher eingeteilt in die, die ich lese und die, die ich als Nachschlagewerke zähle. Allerdings gestaltet sich das Sortieren doch schwerig, weil manche Bücher auf dem Sachbuch-SuB nicht wirklich zum Lesen einladen, obwohl ich sie darauf gepackt habe… Im Grunde eignen sich die meisten Bücher eben wirklich eher zum Nachschlagen, wenn man sich gerade mit diesem Thema beschäftigt. Zumindest bleibt bei mir sonst meist nicht viel hängen… Außer es ist eindeutig zum "Von vorne bis hinten"-Lesen gemacht.

    1. Ja, ich finde das bei manchen Sachbüchern auch sehr schwierig zu sagen, ob ich sie eher als Nachschlagewerke betrachte oder sie tatsächlich durchlesen will.
      Ein paarmal habe ich schon überlegt, ob ich doch mal einen Sachbuch-SuB anlegen will, da ich den Eindruck habe, dass ich keinen so guten Überblick über meine Sachbücher habe, aber ich wüsste wirklich nicht, wie ich da so deutlich zwischen "gelesen" oder "ungelesen" unterscheiden soll.

  4. Auf diese Ausgabe von Tschick habe ich auch ein Auge geworfen. Ich liebe Tschick total und kann es sehr empfehlen (eignet sich super zum Vorlesen!). Leider haben wir bereits die Taschenbuchausgabe, darum kann ich mich nicht richtig zu dem Hardcoverband durchringen.

    Sonst habe ich keines deiner hier vorgestellten Bücher gelesen. Über Marie Brennans Reihe hört man ja die tollsten Sachen, der erste Band ist auf meiner Wunschliste 😉

    Und Wanderer, kommst du nach Spa wird mir bei jeder noch so seltsamen Gelegenheit von Goodreads vorgeschlagen. Verfolgt mich irgendwie, das Buch.

    1. Das kenne ich auch sehr gut, wenn auf einmal so eine schicke Ausgabe erscheint und man doch eigentlich schon das Taschenbuch zuhause hat …

      Find ich ja witzig, dass dir das Buch von Böll ständig auf Goodreads vorgeschlagen wird.

  5. "Voyage of the Basilisk" liegt bei mir ja auch noch – ich hoffe, dass mir der zweite Teil besser gefällt als dir, damit sich das Buch nicht zur SuB-Leiche entwickelt. 🙂

    Sachbücher liegen bei mir auch lange und werden gern angefangen und wieder pausiert und wieder angefangen und wieder weggeräumt und … Daran würde ich gern mal arbeiten. Auf der anderen Seite brauche ich die richtige Verfassung, um Informationen (gerade dicht gedrängte Informationen) aufzunehmen.

    1. Dir hat ja der erste Band sehr gut gefallen, oder? Bei mir war sicher mit ein Problem, dass ich den zwar nett fand, mich aber auch der stellenweise gelangweilt hat.

      Ja, ich würde auch gern wieder mit mehr Durchhaltevermögen meine Sachbücher lesen. Aber bei mir ist es ebenfalls so, dass ich dafür die richtige Stimmung und Phase brauche.

    2. Ja, das hatte er. Mir sind zwar auch Längen aufgefallen, aber die haben mich nicht gestört. Ich fand immer Aspekte, die mich darüber hinweggebracht und gut unterhalten hatten.

      Ich merke auch oft, dass es geht, wenn ich mich nur zusammenreiße. Aber dafür brauche ich dann einen äußeren Anlass (so wie in den letzten Wochen, als ich viele Sachbücher las, weil ich die an diesem Wochenende wieder zurückgeben wollte). Den Anlass wollte ich ja damals durch die Challenge schaffen, aber die hat nur dafür gesorgt, dass ich auf neue Sachbücher aufmerksam wurde und die leichteren Titel den etwas anspruchsvolleren ständig vorgezogen habe.

    3. Die Challenge war für mich insofern prima, weil ich dadurch überhaupt erst wieder den Zugang zu Sachbüchern gefunden habe, die für mich vorher sehr mit "Studium" und "wissenschaftliche Arbeiten" behaftet waren. Gerade deshalb habe ich dann aber auch eher leichtere Titel bevorzugt und mir allerlei neue Bücher ausgeliehen oder gekauft, während ich meine Sachbücher zuhause kaum angerührt habe. Ganz ähnlich also wie bei dir. 😉

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