Lesetage

Lesesonntag im Juni

Es ist der dritte Sonntag des Monats und daher bei Konstanze wieder Lesesonntag, bei dem ich mich für ein paar Stunden anschließen möchte. Da ich die ganze letzte Woche nicht in Wien war – zuerst Dienstreise, dann noch eineinhalb Tage privat in Berlin – müsste ich heute einiges erledigen, aber ich habe in den letzten Tagen irgendwie meinen Rücken beleidigt. Daher möchte ich mich möglichst nicht weiter bewegen, wenn ich auf dem Sofa erst mal eine Position gefunden habe, die angenehm ist. Also müssen jetzt putzen und Wäsche warten und ich mache mir einen gemütlichen Nachmittag, ehe am Abend meine Geburtstagsfeier angesagt ist (ich hatte schon gestern, aber da war ich ja noch in Berlin).

Fotos von Berlin werde ich euch übrigens bald noch zeigen – ich habe vor allem von den Beelitzer Heilstätten einige Impressionen mitgebracht.

Durch meine Abwesenheit letzte Woche habe ich es verabsäumt, ein Buch rechtzeitig in die Bücherei zurückzubringen: Tage ohne Hunger von Delphine de Vigan, das ich deshalb heute zu Ende lesen möchte. Die Autorin schreibt in ihrem Debüt, das auf Deutsch erst Jahre später erschienen ist, über eine junge Frau, die sich wegen ihrer Magersucht in eine Klinik einweisen lässt. Das Buch ist sehr interessant, aber auch nicht ganz einfach zu lesen. Mit dieser Lektüre werde ich mich nun mal auf den Balkon begeben.

 

Update um 15:30

Ich habe nun Tage ohne Hunger ausgelesen und fand es sehr gut, aber weniger hoffnungsvoll als anscheinend die meisten anderen Rezensenten. Am Ende hatte ich nicht das Gefühl, als hätte Laure es tatsächlich geschafft.

Aktuell lese ich außerdem Schatten über Ombria von Patricia McKillip (ein Reread) und auf dem Reader Oryx und Crake von Margaret Atwood. Die Autorin entwirft darin eine ziemlich erschreckende (und vorstellbare) postapokalyptische Gesellschaft. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Mittlerweile hat das Wetter etwas umgeschlagen – Wolken sind aufgezogen und es hat aufgefrischt. Ich hoffe mal, wir können heute Abend trotzdem wie geplant auf der Dachterrasse grillen. Ehe ich mich auf den Weg mache, werde ich aber noch ein wenig weiterlesen.

8 thoughts on “Lesesonntag im Juni

  1. Erst einmal herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag! Mit den Tagen in Berlin hast du dir hoffentlich schon ein schönes (verfrühtes) Geschenk machen können. 🙂 Oh, und gute Besserung für den Rücken! Ich hoffe, dass das heutige Schonprogramm reicht, damit er sich wieder erholt.

    Von den „Beelitzer Heilstätten“ habe ich schon so tolle Fotos gesehen – ich bin gespannt auf deine Bilder! Das Gelände muss wirklich beeindruckend sein.

    1. Danke für die Glückwünsche! Ja, das war quasi mein Geburtstagsgeschenk an mich, dass ich in Berlin noch eine Nacht privat drangehängt habe. Ich hoffe auch, dass es mit dem Rücken bald wieder besser wird. Die größten Probleme hatte ich eigentlich beim Liegen und demnach auch beim Schlafen, daher bin ich heute ziemlich müde.
      Die Beelitzer Heilstätten waren sehr beeindruckend, aber es ist sehr schade, dass sie seit den 90er Jahren stark Plünderungen und Vandalismus ausgesetzt waren. Mittlerweile sind die Innenräume in keinem guten Zustand mehr und auch von der Ausstattung ist praktisch nichts mehr vorhanden (Altmetallhändler). Es hat sich dennoch sehr gelohnt – vor allem den Baumkronenpfad, den es seit ein paar Jahren auf dem Gelände gibt, fand ich toll.

      1. Ich drücke weiter die Daumen für den Rücken, vielleicht hilft ja die Bewegung, wenn du später etwas unterwegs bist.

        Oh, dass sie so geplündert sind, wusste ich gar nicht. Ich hatte nur in Beiträgen anderer Blogger viel über die Geschichte und über den Baumwipfelpfad mitbekommen. Das sind wohl die Dinge, die die meisten Besucher begeistern. 🙂

        Bücher über Magersucht scheinen selten richtig „positiv“ zu enden – vielleicht deshalb, weil auch die Sucht nie endet, sondern nur mit etwas Glück den Rest des Lebens im Zaum gehalten werden kann. Das Thema finde ich wirklich belastend.

        (Ich musste übrigens in den letzten Tagen jedes Mal an dich denken, wenn ich meine drei Guy-Gavriel-Kay-Bände in den Händen hielt. *g* Die muss ich bald auch mal wieder lesen!)

        Hab heute Abend viel Spaß! Vielleicht hast du ja Glück und es klappt mit dem Grillen, auch wenn der Himmel bewölkter ist.

        1. Ja, es hat mit dem Grillen geklappt – es war sogar perfektes Wetter. Bewölkt und deshalb nicht zu heiß, aber kein Regen.

          Der Baumkronenpfad war auch wirklich toll und die Gebäude sowie deren Geschichte sehr interessant. Ich finde es nur schade, dass sie in den letzten Jahren so gelitten haben.

  2. Alles Liebe nachträglich zum Geburtstag, Neyasha! Bestimmt hast Du ihn schön verbracht, schade, dass Du nun etwas Rücknachwirkungen hast. Ich wünsche gute Besserung, möglichst schon bis zur Geburtstagsfeier, damit Du sie genießen kannst. 🙂

    Die Thematik in „Tage ohne Hunger“ ist auch fordernd. Ich habe ein Buch von Portia de Rossi hierzu gelesen. Von Delphine de Vigan kenne ich „Ich hatte vergessen, dass ich verwwundbar bin“, in dem es im Isolation geht; den Roman fand ich auch fordernd, dabei lohnend.

    1. Vielen Dank für die Glückwünsche! Ich weiß gar nicht genau, woher die Rückenschmerzen kommen – vielleicht von dem ständigen Herumschleppen einer (danke Laptop) nicht so leichten Tasche.
      Ich hatte bislang noch nichts von Delphine de Vigan gelesen. Da ich „Tage ohne Hunger“ sehr interessant fand (auch vom Stil her), werde ich aber vielleicht noch mehr von ihr lesen.

  3. „Oryx und Crake“ habe ich vor einiger Zeit gelesen und den Folgeband habe ich hier auch stehen. Aber ich denke, bevor ich mit letzterem anfange, werde ich wohl den ersten Teil noch einmal in die Hand nehmen müssen.

    Vielleicht ist auch das viele Sitzen durch die letzten Reisen nicht gut für den Rücken gewesen?

    1. Sitzen ist derzeit das, was mir am wenigsten Probleme beim Rücken macht. Nach einem Tag im Büro war ich heute sogar relativ schmerzfrei. Das größere Problem sind bestimmte Bewegungen und liegen (was die Nächte derzeit mühsam macht).

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