Buchstabengeplauder

Buchstabengeplauder #3/2019

Die letzten Tage (genauer über Ostern) habe ich einen kleinen Kurzurlaub in Ravenna und Bozen gemacht. Eigentlich wollte ich hier gleich einen Streifzug-Beitrag mit Fotos schreiben, aber ich habe so unglaublich viele Fotos gemacht, dass das Sichten und Aussortieren wohl noch eine Weile dauern wird.  Daher plaudere ich hier erst einmal ein wenig darüber, weshalb Ravenna seit Jahren auf meiner Liste steht und welche Bücher mich auf der Reise begleitet haben.

Tatsächlich ist der Hauptgrund, weshalb ich unbedingt mal nach Ravenna fahren wollte, ein Buch. 2004/2005 habe ich die Dilogie The Sarantine Mosaic von Guy Gavriel Kay gelesen, quasi meine Einstiegsdroge in seine Werke. Kay erschafft darin seine Fantasy-Version von Byzanz und erzählt eine eigene Variation der Geschichte von Justinian I., Theodora und Belisarius. Abgesehen davon, dass mir Kays Erzählstil sofort gefallen hat, hat mich das spätantike Setting, das hier so detailreich zum Leben erweckt wird, begeistert. Was hat das nun genau mit Ravenna zu tun? Hauptfigur der Romane ist der Mosaizist Crispin aus Varena, bei dem es sich eindeutig um Kays Version von Ravenna handelt. Die Leidenschaft von Crispin für seine Profession und die Art und Weise, wie Kay diese beschreibt, haben in mir eine bis jetzt anhaltende Begeisterung für Mosaike hervorgerufen und so hat es mich seit Jahren nach Ravenna, in die Hauptstadt der Mosaike, gezogen.

Die Romane hatte ich seither nicht mehr gelesen, obwohl ich das immer wieder tun wollte. Aber da ich sie damals so gänzlich unkritisch geliebt habe, hatte ich Angst, dass sie mir bei einem Reread vielleicht nicht mehr so gefallen und mich also ernüchert zurücklassen würden. Für diese Reise kam es mir nun aber doch passend vor, die Bücher endlich wieder zu lesen. Und was soll ich sagen? Der Funke ist sofort wieder übergesprungen. Ich bin zwar erst am Ende des ersten Bandes Sailing to Sarantium, nehme aber an, dass mir auch Lord of Emperors wieder gefallen wird.

Als zweite, ebenfalls recht passende Lektüre hatte ich The Enchanted April von Elizabeth von Arnim mit dabei. In dem 1922 erschienen Roman reisen vier Frauen aus London nach Italien, um dort den gesamten April in einem Castello im Golf von Genua zu verbringen. Ich fand den Roman ganz entzückend und aufgrund seines äußerst heiteren Grundtons auch sehr gut als Urlaubslektüre geeignet.

Aber wie war nun mein Eindruck von Ravenna? Darüber werde ich bald in einem Streifzug mehr berichten, aber hier gibt es schon mal einen ersten bildlichen Eindruck der Mosaiken von San Vitale, die mich schlichtweg überwältigt haben.

2 thoughts on “Buchstabengeplauder #3/2019

  1. Oh, Ravenna habe ich ja immer noch im Kopf – das hat mich auf unserer Abschlussfahrt von der 10. Klasse (ich war auf einer Gesamtschule, danach war dann Schulwechsel angesagt, darum hatten wir da eine größere Klassenfahrt zum Abschied) schon tief beeindruckt, dabei war ich mit 16/17 noch nicht ganz so geschichtsbegeistert wie heute. Ich weiß noch, dass ich mit einer (ähnlich kultur-nerdigen) Freundin ziemlich lange in einer der Kirchen gesessen habe und total berührt und überwältigt von der Atmosphäre war. 😀

    1. Ich war in San Vitale ganz sprachlos und überwältigt, obwohl ich auch die anderen Kirchen ganz toll gefunden habe (Sant’Apollinare in Classe hat meiner Meinung nach das schönste aller Mosaiken). Ich war in der Früh dort, gleich nach meiner Ankunft und kurz nachdem sie geöffnet hat. Zu der Zeit waren noch kaum Leute dort und die Morgensonne hat ihre Strahlen durch das Fenster geschickt. Das war ganz besonders.
      Die nächtliche Zugreise war furchtbar, in Bologna musste ich ewig auf meinen Anschlusszug warten, ich war unglaublich müde und noch dazu erkältet, aber in diesem Moment hatte sich das alles schon gelohnt! 🙂

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