Lesegeplauder

Britische Nachlese

Seit gestern Nacht bin ich wieder zurück in Wien, aber gefühlt noch nicht gänzlich angekommen. Zum Glück hatte ich heute noch frei und so konnte ich am Vormittag gleich mit meiner Nichte Fotos austauschen, ehe sie sich auf den Heimweg gemacht hat. Morgen geht es dann wieder in die Arbeit und spätestens dann werde ich wohl wieder ganz im Alltag ankommen. Aktuelle schwelge ich noch in Erinnerungen – vor allem an Inverness, da ich mich auf Anhieb in die Stadt verliebt habe (während mich Edinburgh etwas enttäuscht hat), und an die Tage in Tenbury, wo wir von meiner Stiefcousine und ihrem Mann verwöhnt worden sind.

Sobald ich die Fotos gesichtet und mich zu einer Auswahl durchgerungen habe, wird es ausführlichere Reiseeindrücke von mir geben – vorerst aber geht es in diesem Beitrag nur um die Bücher, die ich unterwegs gelesen und gekauft habe.

Leakey’s Bookshop in Inverness

Ich habe mich vorab mit thematisch passenden Ebooks aus der Bücherei eingedeckt. Mit im Gepäck hatte ich daher On Chesil Beach von Ian McEwan, Sophia’s Secret von Susanna Kearsley (das an der schottischen Ostküste angesiedelt ist und unter anderem die Jakobitenaufstände von 1708 behandelt) und Eine Liebe über dem Meer von Jessica Brockmole. Auf letzteres bin ich aufmerksam geworden, da es im Original Letters from Skye heißt und wir auch eine Tour zur Isle of Skye gemacht haben. Dank längerer Zugfahrten und abendlichen Lesestunden habe ich tatsächlich einiges weitergebracht und daher On Chesil Beach und Eine Liebe über dem Meer ganz gelesen; Sophia’s Secret etwa bis zur Hälfte.

Natürlich konnten wir es aber auch wieder nicht lassen, uns im Urlaub reichlich mit Büchern einzudecken. Wir waren in zahlreichen Charity Shops, in denen gebrauchte Bücher verkauft wurden, im wundervollen Leakey’s Bookshop in Inverness, im Waterstones sowohl in Inverness als auch in Edinburgh und in der entzückenden kleinen Buchhandlung Typewronger Books in Edinburgh. Diese Bücher haben dabei den Weg zu mir gefunden:

Consider the Lilies von Iain Crichton Smith ist ein schottischer Klassiker, der letztes Jahr das 50jährige Jubiläum feierte und daher neu herausgegeben wurde.

Ich konnte bei dieser wunderschönen Ausgabe (die in Echt deutlich schöner aussieht als auf dem Foto) nicht widerstehen und habe sie noch im Zug von Edinburgh nach Ludlow gelesen. Smith erzählt die Geschichte einer alten Frau, die im Zuge der Highland Clearances ihr Haus verlassen muss, wobei der Schwerpunkt mehr auf ihrer Charakterentwicklung liegt als auf den historischen Hintergründen. Ich fand den kurzen Roman sehr gut und bin froh, dass ich durch die Jubiläumsausgabe darauf aufmerksam geworden bin. 

Ebenfalls in Schottland angesiedelt sind die beiden Krimis The Western Wind von Samantha Harvey und Loch of the Dead von Oscar de Muriel. Mir haben beide Titel und Autoren vorher nichts gesagt, aber die Klappentexte klangen spannend und so habe ich zugegriffen. Erst heute habe ich gemerkt, dass es sich bei „Loch of the Dead“ um den vierten Band einer Krimiserie handelt, aber ich hoffe, dass die Kenntnis der Vorgängerbände zum Verständnis nicht notwendig ist.

Scottish Myths and Legends ist das letzte der Bücher, die etwas mit Schottland zu tun haben. Eigentlicht wollte ich mit dem Buch noch auf der Reise beginnen, aber andere haben mich dann mehr verlockt. To Davy Jones Below von Carola Dunn ist der nächste Band der Daisy Dalrymple-Serie. Da ich die bisherigen nur als Ebook gelesen bzw. als Hörbuch gehört habe, hatte ich nicht geplant, spätere Bände als Printausgabe zu kaufen, aber das gebrauchte Buch war sehr günstig und in einem äußerst guten Zustand, daher habe ich spontan zugegriffen.

Ich wollte schon seit längerer Zeit eine schöne englische Ausgabe von The Hobbit von J.R.R. Tolkien und da dieses Hardcover sowohl die Farb- als auch die S/W-Illustrationen des Autors enthält, habe ich sie mir gegönnt, obwohl sie nicht ganz billig war. Dass die Ausgabe erfreulicherweise auch zu meiner Lord of the Rings-Box passt, habe ich erst zuhause festgestellt.

Bei dieser Sammlung von Lord Peter Wimsey-Kurzkrimis von Dorothy L. Sayers handelt es sich um ein sehr handliches, kleines Hardcover mit Lesebändchen und Goldschnitt. Das war also mehr oder weniger ein Cover-Kauf, obwohl ich natürlich immer gern über Peter Wimsey lese. Ich habe bereits die ersten Geschichten gelesen und bisher gefallen sie mir sehr gut.

Zuletzt habe ich noch im Museumsshop der Kathedrale von Hereford zugeschlagen, wo wir uns die Mappa Mundi angeschaut haben. Da ich bekanntermaßen ein Fan von Landkarten bin und diese berühmte Karte schon seit langem sehen wollte, wollte ich natürlich auch nach dem Besuch noch mehr darüber lesen.

 

Soweit also meine Urlaubsausbeute, die zwar etwas größer als geplant ausgefallen ist, aber ich freue mich über jedes einzelne der Bücher und habe nicht die Spur eines schlechten Gewissens. Da fast alle Bücher auch thematisch irgendetwas mit dem Urlaub zu tun haben, sind sie für mich auch eine schöne Erinnerung an die Reise. Ich hätte jetzt nur gern noch etwas länger frei, um gleich alle Bücher lesen zu können …

2 thoughts on “Britische Nachlese

  1. Es klingt, als ob ihr einen sehr schönen Urlaub gehabt hättet – schade, dass du ihn nicht noch ein bisschen länger ausklingen lassen kannst, aber das nächste Wochenende ist ja nicht mehr so weit weg und vielleicht kannst du dir dann etwas Lesezeit auf dem Balkon gönnen.

    Deine Ausbeute sieht sehr gut aus, schön abwechslungsreich und mit lauter schönen Erinnerungen an den Urlaub gespickt. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen! 🙂

    1. Ja, ein gemütlicheres Ausklingen lassen wäre noch schön gewesen, aber zum Glück ist das Wochenende ist ja nicht mehr fern.

      Ich habe dieses Mal bewusst darauf geachtet, vor allem Bücher zu kaufen, die ich auch später noch thematisch mit dem Urlaub verknüpfen werde. Und ich bin auch sehr glücklich mit meiner Ausbeute, auch wenn sie, wie mir im Nachhinein klar wurde, recht krimilastig ist.

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