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Suzanne Collins – Mockingjay

Genre: Dystopie
Seiten: 400
Verlag: Scholastic
ISBN: 978-0439023511
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Vorweg: Diese Rezension ist für alle, die „Catching Fire“ bereits gelesen haben, spoilerfrei. Und falls jemand, der bisher nur den 1. Band gelesen hat, auch über diese Rezension stolpert, habe ich auf eine Inhaltsangabe ebenfalls verzichtet. 😉

Ich habe, wie vielleicht aufgefallen ist, zum 2. Band „Catching Fire“ keine Rezension verfasst, da es von meiner Seite nur eine frenetische Lobeshymne geworden wäre – und davon gibt es eh schon genug im Internet. Kurz: Ich fand ihn einfach großartig!

„Mockingjay“ zu beurteilen fällt mir hingegen schwer. Teilweise fand ich das Weiterlesen nahezu schmerzhaft und ich kann nicht behaupten, dass das Lesen mir „Vergnügen“ bereitet hätte. Aber ein Roman, der mich tagelang zum Nachdenken bringt, der mich zum Weinen bringt und der mich auch jetzt noch so sehr beschäftigt, hat doch offensichtlich sehr viele Emotionen in mir ausgelöst und mich tief hineingezogen. Daher bekommt der 3. Band von mir 4 Sterne.

Warum hat er mich nicht so sehr begeistert wie die ersten beiden Bände? Zum Einen muss ich zugeben, dass Katniss mich hier einige Male sehr genervt hat. Ich mag keine perfekten Figuren und finde es gut, dass sie ihre Fehler hat und sich auch immer ihrem Charakter entsprechend verhält. Wenn man aber stellenweise ausgerechnet die Ich-Erzählerin egoistisch und uneinsichtig findet, trübt das doch ein klein wenig das Lesevergnügen.
Zum Anderen fand ich den Roman teilweise so drückend und frustrierend, dass ich kaum noch gewagt habe weiterzulesen, aus Angst vor dem, was wohl noch kommen wird. Einerseits entspricht das natürlich durchaus dem Inhalt – Krieg, Rebellion und der Kampf gegen Unterdrückung werden kein allzu fröhliches Buch hervorbringen. Und ich fand es auch super, dass keine Schwarz-Weiß-Zeichnung stattfindet: Auch die Methoden der Rebellen sind sehr fragwürdig, und umgekehrt sind nicht alle zwangsläufig böse, nur weil sie aus dem Capitol kommen.
Dennoch ist es mir manchmal einfach zuviel geworden. Ich nenne keine Namen, aber ich fand es wirklich schlimm, dass so viele wichtige Figuren gestorben sind.
Trotzdem ist der Roman auf keinen Fall schlecht. Er ist sehr kritisch, regt zum Nachdenken an und formuliert klare Botschaften ohne mit der Moralkeule zuzuschlagen.
Die Charaktere sind interessant und gut durchdacht, und es gibt sehr viele spannende Szenen. Und es gibt außerdem die eine oder andere etwas unerwartete Wendung.
Das Ende an sich fand ich zwar traurig, aber dennoch gut gelungen. Und es ist mir sehr schwer gefallen, von Panem und all den Figuren Abschied zu nehmen. Ich habe „Mockingjay“ vor zwei Tagen ausgelesen, und seither zieht mich kein anderes Buch so recht. Viel lieber würde ich wieder in Katniss und ihre Welt eintauchen.
Für die Trilogie insgesamt gibt es von mir also klar 5 Sterne!
Und jetzt gibt es doch noch einen SPOILER, also bitte nicht weiterlesen, wenn ihr den 3. Band noch nicht gelesen habt:
Ich habe schon bald befürchtet, dass Peeta im Capitol gewissermaßen „umprogrammiert“ wird. Es kam für mich also nicht überraschend, aber dennoch war es hart zu lesen. Einerseits das veränderte Verhalten von Peeta, andererseits aber auch die Art, wie Katniss damit umgeht. Das war nämlich der Punkt, wo ich mich am meisten über sie geärgert habe. Ich fand sie teilweise sehr ungerecht und egoistisch. Die meiste Zeit denkt sie nur darüber nach, was Peetas Gefangenschaft und seine Veränderung für sie bedeutet, aber nicht, was das eigentlich für ihn bedeutet.
Und letztendlich hätte ich mir gewünscht, dass sie zum Ende hin eine größere Entwicklung durchmacht und in dieser ganzen seltsamen Liebesgeschichte einmal die aktive Rolle einnimmt. Denn selbst für ihr Eingestehen, dass sie ihn liebt, war erst wieder einmal der Anstoß von Peeta notwendig. Und das fand ich sehr schade. 

3 thoughts on “Suzanne Collins – Mockingjay

  1. Ich habe dieses Buch nun den anderen Lektüren vorgezogen und gestern Nacht begonnen zu lesen. Ich habe deinen grauen Abschnitt somit bewusst weggelassen.
    Ich fand deine Schilderung der Geschichte und deine dazu entstandenen Gedanken sehr gut, und kann mir denken, dass ich es ähnlich empfinden könnte.
    Doch kann ich mir noch kein Bild von dem Geschehen erlauben, da ich gerade mal auf Seite 60 bin.
    Ich bin gespannt, ob die Stimmung des Buches dieselben Auswirkungen auf mich ausübt, wie du beschrieben hast.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

    glg, mirjam

  2. oh mann… bin hier irgendwie beim stoebern grad hingekomen und will jetzt unnedingt noch mal das buch lesen. ich war damals nach dem ende – das ich einfach unglaublich gut fand – so bedroeppelt, dass ich 3 stunden nur aus dem fenster gestarrt habe.

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