Buchstabengeplauder

Buchstabengeplauder #1/2020

Februar/März ist oft eine Zeit, in der ich in ein Motivationstief falle und nichts auf die Reihe bekomme, weil ich so nach dem Frühling lechze. Dieses Jahr hatte ich schlichtweg keine Zeit für ein entsprechendes Tief. In den letzten Wochen war ich zweimal für je eine halbe Woche dienstlich am Wolfgangsee (einmal Konferenz, einmal ein Kurs zu betreuen), was natürlich auch immer für mehr Stress dazwischen im Büro sorgt. Zeit für abendliche Spaziergänge am Wolfgangsee hatte ich nicht, aber bei der Anreise hatte ich aus dem Zug einen äußerst malerischen Blick auf Traunkirchen und den Traunsee, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Auch freizeitmäßig war einiges los: Ich war zweimal bei meiner Familie (einmal für Room Escape, einmal für einen Spieleabend), hatte Besuch von meiner Nichte (bevor sie wieder nach Dublin geflogen ist), war bei einem Krimidinner, im Musical („Cats“), im Theater („Der gute Mensch von Sezuan“), im Kino („The Parasite“) und Trampolinspringen mit Freundinnen. In den nächsten zwei Wochen stehen zwei weitere Dienstreisen auf dem Programm (noch ein Kurs sowie eine Tagung) und ein Besuch von meiner Schwester in Wien. Danach wird vermutlich (hoffentlich) wieder etwas mehr Ruhe einkehren.

Die Zeit, die mir dazwischen geblieben ist, habe ich vor allem zum Häkeln genutzt. Nachdem ich meine Häkelquadrate mehrmals herumgeschoben habe, habe ich mich dazu entschlossen, die Decke folgendermaßen zusammenzuhäkeln:

Mittlerweile habe ich quer alle Quadrate zusammengehäkelt und es folgen die Längsreihen – was hoffentlich schneller geht, da die Quadrate nun ja bereits in der richtigen Reihenfolge zusammenhängen. Ob und wie ich dann die Decke noch umhäkle, werde ich danach entscheiden.

Ansonsten war ich schlichtweg zu müde und gestresst für kreative Tätigkeiten irgendwelcher Art, daher habe ich mich an den freien Abenden vor allem in Büchern vergraben. Ich habe Call Me By Your Name von Andre Aciman ausgelesen, das mir sehr gut gefallen hat, und mir auch schon die kürzlich erschienene Fortsetzung Find Me ausgeliehen. Da die Kritiken recht durchwachsen ausfallen, schrecke ich aber vor dem Lesen noch ein wenig zurück. Daher habe ich stattdessen zu Wald von Doris Knecht gegriffen, das eine Freundin ausgemistet hat. Es geht darin um eine Frau, die alles verloren hat und daraufhin in ein altes, vererbtes Haus am Land zieht, um sich dort (mehr oder weniger erfolgreich) selbst zu versorgen. Ein interessanter Roman, der mich aber nicht ganz überzeugt hat. Schließlich habe ich von Isabelle Autissier Klara vergessen gelesen, das mich zwar nicht so überwältigt hat wie Herz auf Eis, das mir aber dennoch sehr gut gefallen hat.

Aktuell lese ich nun Permanent Record von Edward Snowden und Let’s Talk About Love von Claire Kann – ich bin aber bei beiden Büchern noch ganz am Anfang und kann daher noch nicht viel dazu sagen.

 

Übrigens noch einen Hinweis zu meinem Blog: Ich habe die WordPress-Version sowie diverse Plugins aktualisiert und dabei hat es doch einige Änderungen gegeben, besonders beim DSGVO Tool. Ich bin noch nicht dazu gekommen, mich genauer damit auseinanderzusetzen. Sollte also etwas seltsam aussehen oder nicht einwandfrei funktionieren, dann bitte ich um Nachsicht. Falls ihr Probleme beim Kommentieren habt, gebt mir bitte Bescheid. Ich nehme mich der Sache an, sobald ich den Kopf wieder etwas freier habe.

9 thoughts on “Buchstabengeplauder #1/2020

  1. Heieiei, da war ja wirklich einiges bei dir los.
    Der See sieht wirklich wunderschön aus. Schade, dass du keine Zeit hattest, ihn weiter zu erkunden und zu genießen.

    Ich kann mir vorstellen, dass du lange gebraucht hast, um die einzelnen Quadrate deiner Decke anzuordnen. Es gibt ja einfach auch so viele Möglichkeiten, von denen bestimmt ganz viele toll aussehen. Mir gefällt diese hier auf jeden Fall sehr gut!

    1. Ich war früher (und auch voriges Jahr zu Silvester) eh schon öfter am Traunsee – aber es wäre echt nett gewesen, für einen kleinen Spaziergang aus dem Zug steigen zu können.

  2. Das ist ja wirklich ein traumhafter Anblick 🙂 Zumindest macht Arbeit da vermutlich mehr Spaß, oder? Ich habe witzigerweise auch eine Häkeldecke im Februar beendet. Die Vierecke hatte ich zur Hälfte fertig und es dann zwei Jahre in die Ecke gelegt und beim Ausmisten wiedergefunden. Nervig finde ich tatsächlich nur das Zusammenhäkeln, ich beginne auch mit allen Längsreihen und nehme dann die quergelegenen. Ob das schneller geht, weiß ich nicht, aber in meinem Fall war es praktisch. Deine gefällt mir übrigens sehr gut! Behältst Du sie?

    1. Das mit dem Spaß – ja und nein. Einerseits ist es schön, wenn man auch für die Arbeit mal aus Wien raus kommt, andererseits kann es dann besonders frustrierend sein, wenn man so eine schöne Landschaft hat und keine Zeit findet, um sie zu genießen. Denn meistens ist man bei Kursen so eingespannt, dass man erst später am Abend (wenn überhaupt) Freizeit hat.

      Das Zusammenhäkeln ist echt nervig, aber mittlerweile habe ich es fast geschafft. Die Decke werde ich behalten – das ist schon nett, wenn man endlich mal was für sich selbts häkelt.

  3. So schön viele der Punkte auf deiner Liste der Dinge, die du getan hast, sind, so fühle ich mich (mal wieder) vollkommen erschöpft, wenn ich nur lese, was du alles erlebt, gesehen und getan hast. 😉

    Deine Häkeldecke sieht in dieser Verteilung wirklich großartig aus! So lange dauert es ja nicht mehr, bis du damit fertig bist – soll ich Daumen drücken, dass das Wetter im März und April noch etwas usselig ist, damit du sie dann auch nutzen kannst?

    Ansonsten ist es bei uns seit Wochen ziemlich frühlingshaft – vielleicht liegt es ja auch daran, dass sich dein Motivationstief in diesem Jahr nicht bemerkbar machte.

    Komm gut durch die kommenden Wochen! 🙂

    1. Ich bin/war diesmal auch schon ziemlich erschöpft, wobei es mittlerweile so aussieht, als könnten in den kommenden Wochen die Dienstreisen weniger werden, dafür der organisatorische Stress mehr (die Corona-Maßnahmen, die seit heute in Österreich gelten, lassen grüßen).

      Ein sonniger Frühling, bevor es wieder zu heiß wird, um überhaupt die Sonne genießen zu können, wäre mir ehrlich gesagt lieber als die Decke gut ausnutzen zu können. 😉
      Frühlingshaft (wenn auch stürmisch) ist es hier ebenfalls, wobei das Problem vor allem ist, dass bei mir im Winter weder zuhause noch in der Arbeit jemals die Sonne reinscheint (da steht sie zu tief und schafft es nicht über die gegenüberliegenden Gebäude) und man sonst halt auch nur schwer Sonnenstrahlen erwischt, wenn man tagsüber in der Arbeit ist. Ich denke daher, dass Februar schlicht der Monat ist, wo sich meist der Vitamin D-Mangel bemerkbar macht.

      1. Irgendwie finde ich es nicht so sinnvoll, wenn da nur Stress gegen Stress getauscht wird. 😉 Aber immerhin kannst du abends in deinem eigenem Bett schlafen und die Wochenenden (hoffentlich) ohne Arbeit verbringen, was ja theoretisch erholsamer ist als eine Dienstreise. Zu meiner großen Überraschung merke ich auch schon die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen – zum Glück gibt es keine Auftragsabsagen, sondern nur Verschiebungen von Abgabeterminen.

        Oookay, die Decke läuft dir ja nicht weg und kann dann im Herbst wieder genutzt werden. 😉 Bei uns sollen es in den nächsten Tagen 20 Grad werden – nur das mit der Sonne klappt nicht so ganz, grundsätzlich sieht es aber so aus, als ob dein Wunsch in Erfüllung geht.

        Hast du es schon mal mit einer Tageslichtlampe versucht? Es gibt ja Menschen, die darauf schwören, und sie lässt sich recht bequem beim Frühstück nutzen (also für die Personen, die morgens frühstücken, bevor sie aus dem Haus gehen). 🙂

        1. Nun ja, im Vergleich zu dem, womit wir uns jetzt in der Arbeit (und außerhalb) herumschlagen müssen, wäre die Dienstreise ein Spaziergang gewesen. „Be careful what you wish for“ oder so. Heute war ich noch dazu wegen Schnupfen sozusagen zwangsweise im Home Office – was alles noch mühsamer macht, da mir dann zuhause ständig Unterlagen gefehlt haben, alle Besprechungen mit Kollegen nur telefonisch möglich waren, etc.

        2. Ideal ist die Situation definitiv nicht … Ich wünsche dir gute Besserung und hoffe, dass es wirklich nur ein Schnupfen ist bzw. dass du dir in deinem leicht angeschlagenen Zustand nichts Gravierenderes einfängst!

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