Lesetage

Lesesonntag im März 2020

Heute ist wieder Konstanzes monatlicher Lesesonntag und obwohl es mir angesichts der aktuellen Situation etwas schwerfällt, mich aufs Lesen zu konzentrieren, bin ich wieder mit dabei. Zeit habe ich auf jeden Fall und da ich noch immer einen leichten Schnupfen habe, verschiebe ich meine Putzpläne und mache es mir lieber gemütlich.

Um in der Wohnung ein wenig den Frühling einziehen zu lassen, habe ich letzte Woche ein paar Zweige aus dem Park geholt. Mittlerweile scheint auch die Sonne wieder auf meinen Balkon und in die Wohnung (im Winter leider aufgrund des tiefen Sonnenstandes nie), vielleicht kann ich also auch ein wenig draußen auf dem Balkon lesen.

Was den Lesestoff betrifft, bin ich gerade ganz am Anfang von Edward Snowdens Permanent Record und am Ende von Elizabeth Gaskells Norden und Süden. Ich werde das Hörbuch, bei dem mir noch etwa eine halbe Stunde fehlt, heute sicher zu Ende hören, da ich die Zeit auch nutzen will, um weiter an meiner Häkeldecke zu arbeiten. Ich habe inzwischen alle Quadrate zusammengehäkelt. Erst, als ich einige Reihen bereits zusammengehäkelt hatte, ist mir so richtig aufgefallen, dass meine angewandte Methode zu recht ausgeprägten Abgrenzungen führt und die Decke also nicht ganz flach aufliegt. Das war nicht direkt so geplant, aber ehrlich gesagt hatte ich absolut keine Lust, nochmal alle Reihen aufzutrennen und neu zu beginnen. Es bleibt also nun, wie es ist. Gestern habe ich auch schon damit begonnen die Decke zu umhäkeln. Bevor ich damit angefangen habe, sah die Decke folgendermaßen aus:

Updates zur Decke, meinem Lesestofft und meinem Sonntag ganz allgemein gibt es dann später!

 

Update um 13:30

Ich habe Norden und Süden zu Ende gehört und die Decke einmal umhäkelt. Nun bin ich etwas unschlüssig, wie ich weiter machen soll (nochmal umhäkeln? nur mit Weiß? eine Kontrastfarbe dazwischen?), außerdem brauche ich ein neues Hörbuch. Ich denke, ich setze mich jetzt erstmal mit Kaffee, Muffin und Buch hinaus auf den Balkon und danach such ich das nächste Hörbuch aus. Angesichts der derzeitigen Lage brauche ich irgendetwas fluffig-nettes, vielleicht auch etwas, das zum Frühling passt. Könnt ihr mir etwas empfehlen?

 

Update um 20:30

Ich konnte heute Nachmittag eine Weile die Sonne am Balkon genießen. Dazu habe ich mir Let’s Talk About Love von Claire Kann geschnappt, das ich schon vor einer Weile begonnen, dann aber erst einmal pausiert habe. Ich bin nicht wirklich überzeugt von dem Buch, mittlerweile fehlen mir aber nur noch etwa 30 Seiten. Vermutlich werde ich es heute im Bett zu Ende lesen.

Nach der kleinen Auszeit in der Sonne haben mich dann erst mal wieder die weiteren Maßnahmen aka Ausgangsbeschränkungen beschäftigt und ich habe eine ganze Weile mit meiner ältesten Schwester telefoniert (obwohl wir sonst beide keine großeren Telefoniererinnen sind). Danach habe ich ein wenig bei der dänisch-norwegischen Serie „Ragnarök“ weitergeschaut, die ich gestern Abend spontan auf Netflix begonnen habe. Darin wird die nordische Mythologie mehr oder weniger erfolgreich in die Gegenwart transportiert. Die Serie hat etliche Schwächen, macht aber doch irgendwie Spaß.

Sehr lesereich war mein Nachmittag also nicht, aber wenigstens habe ich mich für ein Hörbuch entschieden: Ich habe mir Summer Sisters von Judy Blume heruntergeladen. Das Buch habe ich als Jugendliche auf Deutsch unzählige Male gelesen und ich hatte schon seit längerem Lust, es auch endlich mal im Original zu lesen. Vermutlich werde ich aber ein wenig bei meiner Decke pausieren. Ich würde gern ein paar Mini-Kakteen für mein Schlafzimmer häkeln oder vielleicht auch ein paar Blumen aus diesem Frühlingsstrauß. Eventuell kann ich euch später noch etwas herzeigen!

21 thoughts on “Lesesonntag im März 2020

  1. Schön, dass du heute auch wieder dabei bist! Und ja, die Situation ist gerade (und für euch in Östereich vermutlich noch deutlich mehr) anstrengend, aber die wichtigsten Regeln sind seit Tagen bekannt und nun bleibt uns nichts anderes übrig, als uns so gut wie möglich daran zu halten, uns so gut wie möglich um uns zu kümmern und zu hoffen, dass die kommenden Tage nicht die schlimmst-möglichste Entwickung mit sich bringen.

    Versuch dich ein bisschen in der Sonne zu entspannen und genieß dein Hörbuch! 🙂 Die Decke sieht wirklich gut aus und im Zweifelsfall kannst du sie ja noch etwas ausgleichen, wenn du sie nach Fertigstellung spannst. 🙂

    1. Ich glaube, was ich an der Situation besonders anstrengend finde, ist die Tatsache, dass aufgrund der langen Inkubationszeit die Entwicklungen erst so verzögert sichtbar werden und uns die nächsten Tage daher wohl auch noch nicht so viel sagen werden. Also dieses Gefühl einer vermutlich längeren Ungewissheit. Aber ich hoffe mal das beste!
      Schon verrückt, dass ich eigentlich gern alleine bin, nun aber den Gedanken, wohl einige Zeit alleine sein zu müssen, doch etwas beklemmend finde. Aber ich versuche das beste draus zu machen und mich mit all jenen Sachen zu beschäftigen, zu denen ich vorher überhaupt nicht gekommen bin. Gestern habe ich schon – einfach nur für mich selbst – Muffins gebacken und das Schottland-Fotobuch steht auch noch aus.

      Ich habe mir auch schon gedacht, dass ich die Decke spannen sollte. Ich habe das noch nie gemacht, erst recht nicht mit so großen Häkelprojekten, aber es gibt ja nichts, wozu man keine Youtube-Anleitung findet. *lach*

      1. Das stimmt, aber ich hoffe (und mir ist bewusst, dass ich da vermutlich etwas blauäugig bin), dass sich die Allgemeinheit vielleicht doch so weit zusammenreißt, dass in den kommenden zwei bis drei Wochen so viele Leute wie möglich daheim bleiben, damit schon Infizierte identifiziert werden können und die rasante Ausbreitung etwas gestoppt wird.

        In meiner TL gab es gestern auch so einige Menschen, die den selben Gedanken hatten. Freiwillig allein oder in der Wohnung sein begrüßten sie alle, aber der Gedanke zwangsweise dort bleiben zu müssen war dann doch erschreckend. Aber wir haben ja das Glück, dass es das Internet gibt und wir alle mit Telefonen ausgestattet sind. Auch wenn es nicht das selbe ist, so können wir immer noch kommunizieren und – wenn auch nur online – gemeinsam Sachen genießen.

        Oh, Muffins klingen sehr, sehr gut! Und so (relativ *g*) zeitnah das Fotobuch fertig zu stellen, klingt auch nach einer guten Idee! 🙂 Ein Hoch auf Youtube-Anleitungen! 😀 Das Spannen ist nicht schwierig, du brauchst bei einer Decke nur genügend Fußbodenplatz, wo sie liegen kann, bis sie getrocknet ist.

        1. Fluffig und nett und was zum Frühling passt .. uff … ich glaube, mir fällt spontan nichts ein, was ich mit Frühling in Verbindung bringen würde, was ich schon irgendwie interessant finde. Fluffig und nett finde ich die Geschichten von Alethea Kontis, wenn dir gerade nach Fantasy ist. „Entchanted“ wäre der Auftakt der Woodcutter-Sisters-Reihe

        2. Wie schön, dass es mit dem Balkon-Nachmittag geklappt hat! 🙂 Kann es sein, dass du schon mal von den Summer Sisters erzählt hast – irgendwie kommt mir der Titel vertraut vor. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß damit!

          Die Kakteen schauen ebenso wieder Frühlingsstrauß wirklich knuffg drein. Egal, wofür du dich entscheidest (oder eben auch bei beiden) – hab viel Spaß beim Häkeln dieser kleinen Stimmungsaufheller! 🙂

  2. Oh, „Permanent Record“ – stilistisch könnte er besser sein, aber so wirkt das Buch für mich sehr authentisch und das Thema ist spannend.
    Was die Decke angeht: Selbst wenn das Spannen nicht zur kompletten Ausgleichung führt: Es ist Handarbeit und sie ist bestimmt wunderbar griffig.

    1. Ich muss ehrlich sagen, dass mir, wenn ich auf Englisch lese, Feinheiten im Sprachstil oft nicht so stark auffallen. Bislang liest es sich auf jeden Fall gut.

  3. Ja, die Blumen blühen alle schon und es sieht sehr schön frühlingshaft draußen aus. Das musste ich gestern auch feststellen, als ich mir mal die Zeit genommen und das beginnende blühende Leben am Teich unserer Nachbarn zu beobachten. 😍

    Deine Decke sieht echt klasse aus. Leider habe ich für derartiges handwerkliches Geschick kein Talent. Häkeln und Stricken sind leider so gar nicht meins. Dafür finde ich es toll zu sehen, was andere so alles mit „Nadel und Faden“ anstellen können. Und deine Decke sieht sehr schön aus. 😉

    1. Danke! Ich bin alles in allem auch sehr glücklich, wie die Decke letztendlich geworden ist. Und ich kann es kaum glauben, dass sie nun so gut wie fertig ist.

      Ja, es ist wunderschön frühlingshaft. Auf meinem Balkon hat sogar schon mein Zwerg-Marillenbaum geblüht. Sehr viel werde ich nur leider in der nächsten Zeit nicht von der Natur sehen können.

      1. So kleine Häkel-Sachen finde ich auch immer zauberhaft. Ich sehe ja ab und an mal die von Sunny.

        Zum Lesen bin ich dank der Kopfschmerzen und des Spazierganges nicht gekommen. Gesehen habe ich niemanden bei uns im Ort. Nur von weitem. Ausgangssperren gibt es bei uns (glücklicherweise) noch nicht. Aber wer weiß. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ist die Situation bei euch denn so schlimm?

        1. Schlimm in Bezug auf die Zahlen oder die Einschränkungen? In relativen Zahlen sind es in Österreich schon recht viele, in absoluten wirkt es nicht so schlimm aufgrund der niedrigen Einwohnerzahl.
          Was die Einschränkungen betrifft, sind sie im Laufe der letzten Tage sukzessive mehr geworden, aber ich glaube, die meisten decken sich auch mit Deutschland, also: keinerlei Veranstaltungen, Schulen und Universitäten geschlossen, Restaurants geschlossen, alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, geschlossen, Arbeit soweit wie möglich auf Home Office umstellen, Sport- und Spielplätze und öffentliche Parks geschlossen, Häuser sollen nur in notwendigen Fällen verlassen werden.
          Seltsamerweise beschäftigt es mich heute, da nun alles in Kraft getreten ist, weniger als am Wochenende. Ich glaube, da hat es mich auch so gestresst, dass sich ständig noch Sachen geändert haben bzw. dazugekommen sind.

  4. Hm, was fluffiges zum Frühling. Zu Frühling kann ich nicht wirklich was sagen. Unterhaltsam fand ich „Von Ratlosen und Löwenherzen“ von Rebecca Gable – Mittelalter- Geschichte unterhaltsam verpackt und nett gelesen, ca. 7 Stunden lang. Besonders die ersten Bücher der Amelia-Peabody-Reihe gelesen von Barbara Rosenblat sind auch immer wieder nett zu hören. Satire iefert Marc-Uwe Kling mit Qualityland oder etwas vom Känguruh?

    1. Ach, von den Amelia-Peabody-Büchern habe ich früher auch ein paar gelesen. Irgendwann habe ich dann leider das Interesse daran verloren. „Von Ratlosen und Löwenherzen“ ist mir schon ein paarmal untergekommen, aber ich glaube, ich brauche als Ausgleich neben „Permanent Record“ Belletristik. Trotzdem danke für die Empfehlung!

      1. Ja, deswegen ja auch die Hörbuchversion. Frau Rosenblat liest hervorragend und es machte jedenfalls mir sehr viel Freude, besonders die ersten Bücher noch einmal neu hierdurch zu entdecken. 🙂
        Falls Du ein wenig SciFi magst in kleineren Portionen: Miniatures: The Very Short Fiction of John Scalzi gefiel mir, manche Shortstories mehr als andere, wie das bei Geschichtensammlungen so ist, aber auch das Gesamtpaket überzeugte mich. 🙂
        Bei Krimis mag ich sehr die ausbalancierten Regionalkrimis um Wallner & Kreuthner (der erste ist „Der Prinzessinnenmörder“) von Andreas Föhr, die Hörbücher sind offenbar gekürzt, was mir bei keinem der Bücher beim Hören aufgefallen ist.
        Und dann ist da immer noch „Tschick“ von Herrndorf – ich kenne nur die gekürzte Lesung von Hanno Koffler, inzwischen ist eine vollständig bei audible zu haben und der Sprecher klingt gut in der Hörprobe. Ich gehörte und gehöre sicherlich nicht zur Zielgrupppe, aber es hat mich perfekt unterhalten.

        1. „Tschick“ ist toll, ja! Also ich kenne es nicht als Hörbuch, aber ich habe es sehr gern gelesen.
          Die Regionalkrimis muss ich gleich mal recherchieren, danke für den Tipp!

    1. Ach je, wenn ich das wüsste! Ich habe so unregelmäßig dran gearbeitet und habe vor allein ein paar der weißen Quadrate schon vor ganz langer Zeit gehäkelt (als ich noch andere Decken-Pläne hatte). Ich glaube, so „richtig“ begonnen habe ich letztes Jahr im Sommer.

  5. Ich würde die Minikakteen sehr gern sehen, wenn du sie gehäkelt hast.
    Mittlerweile bist du sicher durch mit „Ragnarök“. Wie hat dir das Ende gefallen?
    LG
    Sunny

    1. Gestern habe ich erst mal nur die „Erde“ gehäkelt, da war leider nichts sehenswertes zum Herzeigen. Aber sobald die Kakteen fertig sind, werde ich sie herzeigen.
      Mir fehlt noch die letzte Folge von „Ragnarök“, daher kann ich zum Ende noch nichts sagen.

  6. Probiers mal mit „Ich und die anderen“ von Matt Ruff. Das ist ein tolles Buch! Das Thema ist zwar nicht gerade locker fluffig, aber die Art wie es geschrieben ist, ist leicht, zugänglich und es ist sauspannend… genau das Richtige für momentan!
    Es gibt übrigens auch ein tolles Sachbuch das ich dir empfehlen kann: „Deep Sea – Tauchgang zum Grund des Ozeans“ von James Nestor. Da hab ich mich nach dem Lesen irgendwie total gut gefühlt.

    1. Danke für die Empfehlungen! Ich habe von Matt Ruff mal ein Buch begonnen und dann abgebrochen, aber ich kann mich gerade nicht mehr erinnern, ob das „Ich und die anderen“ oder „Fool on the Hill“ war.
      Lustigerweise habe ich gerade ein Sachbuch über die Tiefsee daheim. Falls ich für das Thema Feuer fange, kann ich mir als nächstes gleich mal das Buch von James Nestor merken. Ich lese ja an sich auch gern über Menschen, die Grenzen überwinden bzw. in unerforschten Raum vorstoßen.

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