Kinderbuch Rezensionen

Arthur Ransome – Winter Holiday

Wien, am 13. 1. 2019
-1°C, lebhafter Wind aus West (5 Bft)

Nach der Expedition zu Wild Cat Island und der Besteigung des Kanchenjunga haben mich die Swallows und Amazons zu einer Nordpolarexpedition eingeladen. Dabei erhielten wir überraschenderweise Unterstützung von zwei weiteren tapferen Abenteurern: der Dichterin Dorothea Callum und ihrem jüngerem Bruder, dem Wissenschaftler Dick. Da es sich bei ihnen um zwei Landratten handelte, denen selbst die grundlegenden Begriffe der Seefahrt fremd waren, hatten wir zunächst Zweifel, ob sie etwas sinnvolles zu unserer Expedition beitragen könnten, aber schnell erwiesen sich die beiden als äußerst kompetent auf dem Eis und bei der Himmelsbeobachtung.

Hörbuch erschienen bei Audible

Gemeinsam bereiteten wir uns mit Hilfe von Nansens Schriften auf die Expedition vor, trainierten die Schlittenhunde und unterwiesen die Callum-Geschwister – die Ds – in Morsecode und Signalflaggen, während wir die Tage in der eingeschneiten Fram verbrachten. Leider mussten wir in dieser Zeit auf unsere mutige Anführerin Nancy Blackett verzichten, die mit einer Krankheit darniederlag, aber Peggy scheute keine Mühen, um ihre Schwester zu vertreten. Und so konnten wir schließlich doch unsere Schlitten besteigen, um uns auf den Weg zum Nordpol zu machen. Was für Gefahren uns bei dieser Reise durch die Polarnacht bedrohen würden, konnten wir zuvor nicht absehen, aber mit Erfindungsreichtum und der Unterstützung der dort ansässigen Eskimos konnten wir glücklicherweise auch diese Expedition zu einem guten Ende bringen.

 

Ja, in Band 4 der „Swallows“-Reihe von Arthur Ransome werden mit Dick und Dorothea zwei weitere Kinder eingeführt, die über weite Teile des Romans im Mittelpunkt stehen. Beide fügen sich nach kurzen Anfangsschwierigkeiten wunderbar in die eingeschworene Gruppe der Swallows und Amazons ein und es bilden sich rasch neue Freundschaften. Neben ihnen liegt der Fokus auf Peggy, die bisher immer sehr im Schatten ihrer energischen Schwester Nancy stand. Ich fand diese Schwerpunktverlagerung weg von den Swallows einmal erfrischend anders und ich habe die „Ds“ gleich ins Herz geschlossen. Wie immer lässt Arthur Ransome sich wunderbar auf die kindliche Perspektive ein und so wird dieses Mal aus Captain Flints Hausboot die „Fram“ und aus dem zugefrorenen See die Arktis.

Gegen Ende wird der Roman ordentlich spannend, aber ansonsten ist es eine sehr unaufgeregte und warmherzige Erzählung über die kindliche Vorstellungskraft. Ein perfekter Roman für die Winterzeit und als ungekürztes Hörbuch auch sehr schön von Gareth Armstrong gelesen.

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